- Der Irankrieg hat die Hoffnung auf eine Erholung in der bayerischen Wirtschaft zerschlagen.
- Die Geschäftslage bleibt im Tief gefangen. Alle Branchen rechnen mit schlechteren Geschäften.
- Die Zurückhaltung der Unternehmen bei Inlandsinvestitionen verfestigt sich.
- Der Stellenabbau nimmt weiter zu.
Keine Erholung für die Konjunktur – die erhoffte Wende für die bayerische Wirtschaft bleibt vorerst aus. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), für die rund 3.400 Unternehmen befragt wurden. Statt eines Aufschwungs droht im Sommer eine Fortsetzung der Flaute: Der BIHK-Konjunkturindex sank um sechs Zähler auf 101 Punkte und liegt damit seit mittlerweile drei Jahren unter seinem langjährigen Durchschnitt von 111 Punkten.
BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl sieht die Ursachen vor allem in der Politik und den Rahmenbedingungen: „Ausbleibende Reformen und ein neuerlicher Energiepreisschock würgen das Wachstum ab.“ Demnach sind die Geschäftserwartungen über alle Branchen hinweg eingebrochen. Der entsprechende Saldo rutschte damit erstmals seit Beginn des vergangenen Jahres wieder in den negativen Bereich.
Energiepreise und Arbeitskosten belasten Betriebe
Als Hauptrisiko nennen 65 Prozent der Firmen die sprunghaft gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Dicht dahinter folgen unattraktive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (64 Prozent), eine schwache Inlandsnachfrage (62 Prozent) und rekordhohe Arbeitskosten (58 Prozent). Diese Belastungen bremsen die Betriebe massiv aus. Die aktuelle Lage variiert je nach Sektor: Während Dienstleister und Teile des Baugewerbes noch verhalten positive Meldungen liefern und die Industrie stabil läuft, kämpfen Handel und Tourismus spürbar mit der Konsumzurückhaltung der Verbraucher.
Investitionsstopp und drohender Stellenabbau
Die tiefgreifende Verunsicherung spiegelt sich nun auch konkret im Handeln der Unternehmen wider. Investitionen im Inland werden weiterhin stark ausgebremst. Besonders alarmierend ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungssaldo ist deutlich negativ. Über alle Branchen hinweg planen bayerische Betriebe derzeit einen Stellenabbau, wobei der Druck auf die Arbeitsplätze in der Industrie am größten ist.



