Mittelstand in Bayern

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Hohe Energiepreise belasten den Mittelstand

Seit Monaten steigen die Preise für Strom, Heizöl und Benzin stark an und sind mittlerweile so hoch wie seit der Ölkrise in den 70er Jahren nicht mehr. Nicht nur auf Privathaushalte, sondern vor allem auch auf Unternehmen hat dieser Anstieg große Auswirkungen. Dass diese Folgen noch gravierender sein könnten als bislang gedacht, zeigt eine Umfrage des Bundes für deutsche Industrie (BDI). Dieser ist in einer Befragung von rund 400 KMU zu dem Ergebnis gekommen, dass fast 90 Prozent in den steigenden Energiepreisen eine starke oder sogar existenzielle Herausforderung sehen.

Ein Fünftel der Firmen denkt über Abwanderung nach

Da zwei Drittel der Unternehmen die steigenden Energiepreise nicht auf die Verbraucher oder Kunden umlegen können, denken rund 20 Prozent der Betriebe darüber nach, ihre Produktion oder zumindest Teile davon ins Ausland zu verlagern. 13 Prozent der KMU haben dies sogar bereits getan. Siegfried Russwurm, der Präsident des BDI, sagte dazu: „Die Lage ist so ernst, dass selbst standorttreue mittelständische Unternehmen aus diversen Branchen über eine Verlagerung ins Ausland nachdenken müssen.“ Da in Deutschland 99,5 Prozent aller Firmen KMU sind, könnten die Folgen für die deutsche Wirtschaft dramatisch werden.

KMU fordern Handeln der Bundesregierung

Rund ein Drittel der Betriebe hat angegeben, dass sie aufgrund der gestiegenen Energiepreise nicht wie geplant in die Transformation zur Klimaneutralität investieren können. Um die Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen, wäre eine umfangreiche Transformation in der Wirtschaft aber unabdingbar. Viele Unternehmen stehen daher vor einem Dilemma: Auf der einen Seite müssen sie in Klimaneutralität investieren, auf der anderen Seite fehlen ihnen dafür aber die notwendigen Ressourcen.

Die Umfrage kam darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der KMU (84 Prozent) der Meinung ist, dass die Bundesregierung zumindest kurzfristig in die Entwicklung der Energiepreise eingreifen und beispielsweise den CO2-Preis senken soll. Auch Markus Jerger, der Bundesgeschäftsführer des BVMW, hält das Eingreifen der Bundesregierung für notwendig. In einem Brandbrief an Bundeskanzler Olaf Scholz forderte er einen Energiegipfel, um Maßnahmen für die Senkung der Preise zu ergreifen. Nur so könne Deutschland als wirtschaftlicher Standort konkurrenzfähig bleiben und die Abwanderungen von Unternehmen ins Ausland verhindert werden.

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