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Zwei Monate vor der E-Rechnungspflicht: viele deutsche Unternehmen noch nicht startklar

  • N2F-Studie zeigt Lücken in der Vorbereitung deutscher Unternehmen auf die ab 1. Januar 2027 geltende E-Rechnungspflicht
  • Größte Herausforderung stellt laut Umfrage die Datensicherheit dar
  • N2F betont Relevanz von konformer europäischer Infrastruktur 

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen in Deutschland, deren Gesamtumsatz im Vorjahr 800.000 Euro überschritten hat, inländische B2B-Rechnungen als strukturierte E-Rechnung ausstellen, etwa im Format XRechnung oder ZUGFeRD. Eine PDF-Rechnung per E-Mail genügt dann nicht mehr. Laut einer aktuellen Studie des europäischen Spend-Management-Anbieters N2F sind jedoch erst 45 Prozent der befragten deutschen Unternehmen bereits konform und operativ. N2F ist auf den Umsetzungstagen des E-Rechnungs-Gipfels vertreten, der vom 26. bis 28. Oktober in Frankfurt am Main stattfindet.

Ein Viertel hat noch keine Lösung ausgewählt

Für die Studie hat N2F im September 2026 insgesamt 250 Finanzentscheider in Deutschland, Frankreich und Italien befragen lassen, davon 100 in Deutschland. Neben den 45 Prozent, die bereits startklar sind, haben 30 Prozent der deutschen Unternehmen bereits eine Lösung gewählt und befinden sich in der Einführung. 15 Prozent haben mit der Umstellung begonnen, aber noch keine Lösung ausgewählt, und 10 Prozent haben trotz Kenntnis der bevorstehenden Pflicht noch nichts unternommen. Ein Viertel der Befragten hat damit gut zwei Monate vor dem Stichtag noch keine Entscheidung für eine Lösung getroffen.

Wo es hakt, zeigen die genannten Herausforderungen: An erster Stelle steht die Datensicherheit (40 Prozent), gefolgt von der Anpassung interner Prozesse (35 Prozent) und der Auswahl und Einführung einer konformen Lösung (29 Prozent). Gut jedes fünfte Unternehmen nennt zudem die Schulung der Mitarbeitenden (22 Prozent) und den Umgang mit Formaten wie XRechnung und ZUGFeRD (21 Prozent). Die Sorge um die Datensicherheit ist dabei kein deutsches Phänomen: Auch in Frankreich (48 Prozent) und Italien (42 Prozent) steht sie an der Spitze.

Konform ist nicht gleich automatisiert

Die Studie zeigt außerdem: Die E-Rechnung allein beseitigt die manuelle Arbeit in der Finanzabteilung nicht. Nur 16 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihre Finanzprozesse vollständig automatisiert sind. Am häufigsten noch manuell erledigt werden das Sammeln und Prüfen von Belegen (41 Prozent), die Kontrolle und Freigabe von Rechnungen (36 Prozent), die Dateneingabe sowie die Archivierung (je 31 Prozent).

Der Blick nach Italien bestätigt das: Dort ist die E-Rechnung im B2B-Bereich seit 2019 Pflicht, und 86 Prozent der befragten italienischen Unternehmen sind konform. Vollständig automatisiert sind die Finanzprozesse dennoch nur bei 20 Prozent.

Vom Umstieg erwarten deutsche Unternehmen vor allem weniger Fehler (49 Prozent), kürzere Bearbeitungszeiten (42 Prozent) und schnellere Zahlungen (39 Prozent). Nicolas Dubouloz, CEO von N2F äußert sich dazu: 

„Der 1. Januar 2027 ist ein Pflichttermin, aber kein Ziel. Wer die E-Rechnung nur als Formatwechsel behandelt, erfüllt das Gesetz und behält trotzdem seine manuellen Prozesse. Italien zeigt seit 2019: Konformität ist die Voraussetzung, Kontrolle über die Ausgaben entsteht erst, wenn Rechnungsfreigabe, Belege und Buchhaltung zusammenspielen. Dass Datensicherheit die größte Sorge der Finanzentscheider ist, überrascht uns nicht: Sensible Rechnungsdaten gehören auf eine europäische Infrastruktur, in der Compliance von Anfang an mitgedacht ist“

Drei Prüfpunkte für Unternehmen, die noch nicht startklar sind

Empfang sicherstellen: Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können.

  • Umsatzschwelle prüfen: Maßgeblich für die Ausstellungspflicht ab 2027 ist der Gesamtumsatz 2026. Ab dem 1. Januar 2028 gilt sie für alle Unternehmen.
  • Prozess statt Format denken: Freigabe-Workflows, ERP-Anbindung und Archivierung gleich mit umstellen, statt nur das Rechnungsformat zu wechseln.

Über die Studie: Online-Befragung von 250 Finanzentscheidern (Geschäftsführung sowie Finanzen/Buchhaltung) in Deutschland (100), Frankreich (100) und Italien (50), durchgeführt im September 2026 durch Selvitys im Auftrag von N2F. 82 Prozent der Befragten sind die Hauptentscheider für Finanzfragen in ihrem Unternehmen. Befragt wurden Unternehmen aller Größen, von 1 bis über 500 Mitarbeitende. 

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