- Eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag legt die umfassenden Förderzahlen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) offen.
- Mit rund 3,78 Milliarden Euro Gesamtvolumen im Zeitraum von 2019 bis 2025 bleibt das Programm das Rückgrat der technologiegetriebenen KMU-Förderung.
- Neue Richtlinien ab 2025 stärken vor allem junge Betriebe und Kooperationen, um den Markttransfer marktfähiger Entwicklungen zu beschleunigen.
Eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen liefert beeindruckende Zahlen zum Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Zwischen 2019 und 2025 flossen rund 3,78 Milliarden Euro an Fördermitteln in insgesamt 22.631 Projekte. Während das Jahr 2021 mit 755,84 Millionen Euro für 4.458 Vorhaben den historischen Höchststand markierte, sank das Volumen im Krisenjahr 2023 auf den niedrigsten Wert. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie koordinierte Programm unterstützt gezielt Handwerk, freie Berufe sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Die 600-Millionen-Euro-Frage: Viel oder wenig?
Rechnet man die Gesamtsumme auf einen Durchschnitt herunter, stehen jährlich etwa 540 bis 600 Millionen Euro zur Verfügung. Doch wie ist dieser Betrag im Vergleich zu anderen Förderlandschaften einzuordnen? Die Antwort lautet: Es ist viel, denn das ZIM ist das größte technologie- und branchenoffene Innovationsförderprogramm für den Mittelstand in ganz Deutschland.
Zum Vergleich: Das beliebte Programm KMU-innovativ des Bundesforschungsministeriums konzentriert sich nur auf ausgewählte, stark eingegrenzte Spitzen-Technologiefelder. Die 2020 eingeführte steuerliche Forschungszulage deckt zwar mittlerweile breitere Personalkosten ab, fordert im Vergleich zum ZIM aber einen langwierigeren bürokratischen Nachweis im Nachgang ein. Mit einer Förderquote von bis zu 50 oder sogar 60 Prozent bei Kooperationsprojekten bietet das ZIM Unternehmen Planungssicherheit durch direkte, nicht rückzahlbare Zuschüsse direkt zum Projektstart.
Aktuell im Fokus: Effizienz und Kooperation
Die seit Januar 2025 geltende neue ZIM-Richtlinie legt den Fokus noch deutlicher auf junge Unternehmen, Erstinnovatoren und den realen Markttransfer. Es geht nicht mehr nur um reine Grundlagenforschung, sondern um die zügige wirtschaftliche Verwertung der Ergebnisse. Die gestiegenen Kosten fängt das Programm durch erhöhte Budgets auf: ZIM-Einzelprojekte werden nun bis zu maximal 690.000 Euro gefördert.
Die wichtigsten aktuellen Aufgaben und Projekte konzentrieren sich auf anwendbare Technologien in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Medizintechnik. In der Praxis äußert sich dies durch die gezielte Förderung von Durchführbarkeitsstudien sowie die Organisation von Innovationsnetzwerken, die technologische Synergien bündeln. Das offizielle ZIM-Präsidium betont in seinen jüngsten Mitteilungen die Relevanz dieser Ausrichtung: Das Programm agiert demnach als
„Innovationsmotor und ein Fundament für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Beschäftigung“.
Ein starker Fokus liegt auf der internationalen Zusammenarbeit: Das BMWK initiiert fortlaufend bilaterale Ausschreibungen – etwa für gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte bayerischer KMU mit Partnern aus Südkorea, Kanada oder Israel. Wer als mittelständischer Betrieb ein anspruchsvolles Innovationsprojekt plant, findet im ZIM somit weiterhin das kraftvollste finanzielle Sprungbrett.



