Das Lager gehört in vielen mittelständischen Unternehmen als eine Selbstverständlichkeit dazu. Zum gesonderten Thema wird es meist erst dann, wenn es dort sichtbar eng wird. Dann stehen zum Beispiel Paletten im Weg, Kartons wandern mehrfach durch die Halle, und die Mitarbeiter suchen nach Teilen, die eigentlich vorhanden sein müssten. Schnell wird dann über neue Fläche, Software oder mehr Personal gesprochen, ob wohl zumindest ein Teil der Lösung deutlich näher als vermutet liegt.
Material braucht klare Wege
Wenn der Weg des Materials nicht klar ist, verliert ein Lager deutlich an Effizienz. Nicht nur die fertigen Waren sind davon betroffen, sondern auch Verpackungen, Reststoffe, Retouren, Ausschuss oder leere Behälter. Die passende Betriebsausstattung kann hier helfen, die internen Wege unkomplizierter zu gestalten. Durch feste Sammelpunkte und eindeutig zugeordnete Behälter wird schneller sichtbar, was wohin gehört. Dabei kommt es vor allem auf die dahinterliegende Ordnung an. Nachdem ein Unternehmen sich einmal intensiv mit der Struktur des Lagers beschäftigt hat, fällt oft auf, dass deutlich weniger Zwischenflächen benötigt werden.
Suchzeiten fallen selten sofort auf
Lagerprobleme sind tückisch, da sie sich im Tagesgeschäft selten als so groß zeigen, wie sie wirklich sind. Wenn ein Mitarbeiter fünf Minuten nach einem Ersatzteil sucht, ist das für sich genommen auch tatsächlich kein Problem. Allerdings passiert das meistens nicht nur einmal am Tag. Auf diese Weise wird in der Summe am Ende doch eine Menge Arbeitszeit gebunden, die dann an anderer Stelle fehlt. Oft wissen nur einzelne Menschen, wo bestimmte Dinge liegen und sind somit nur schwer zu ersetzen.
Typische Zeitverluste entstehen etwa durch:
- unklare Stellplätze für häufig genutzte Materialien
- schlecht lesbare oder fehlende Beschriftungen
- Zwischenlagerflächen für die kein bestimmter Zweck festgelegt wurde
- unnötige Wege
- vorhandene Bestände, die gar nicht sichtbar erfasst sind
Solche Punkte lassen sich nicht immer vollständig vermeiden. Sie sollten aber nicht zum normalen Betriebszustand werden.
Übergaben sind empfindliche Stellen
Viele Reibungsverluste entstehen zwischen zwei Arbeitsschritten. Der Wareneingang legt Ware ab, die Produktion braucht sie später, der Versand wartet auf Kommissionierung. Auf dem Papier ist der Ablauf klar. In der Halle sieht es oft anders aus. Dort entscheidet sich, ob Material rechtzeitig am richtigen Ort steht oder ob jemand nachfragen, umräumen oder nacharbeiten muss.
Gerade wachsende Betriebe unterschätzen diese Übergänge. Was mit zehn Mitarbeitern noch durch Zuruf funktioniert, wird bei mehreren Schichten schnell unübersichtlich. Dann reicht es nicht mehr, dass einzelne Personen den Überblick behalten. Der Ablauf muss auch dann funktionieren, wenn jemand krank ist oder ein neuer Kollege eingearbeitet wird.
Digitalisierung ersetzt keine Grundordnung
Viele Unternehmen beschäftigen sich damit, ihre Betriebsabläufe schneller und belastbarer zu machen. Das ist sinnvoll, besonders bei steigenden Kosten und knappen Fachkräften. Im Lager zeigt sich allerdings schnell, wo digitale Lösungen an Grenzen stoßen. Eine Software kann Bestände anzeigen, aber sie kann keine chaotische Fläche ordnen.
Erst wenn Lagerplätze, Wege und Zuständigkeiten sauber angelegt sind, liefern digitale Systeme verlässliche Informationen. Sonst wird nur ein unklarer Zustand digital abgebildet, ohne das eigentliche Problem zu lösen. Entscheidend ist deshalb, analoge Ordnung und digitale Planung gemeinsam zu denken.



