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Immer mehr Mittelständler beschäftigen Flüchtlinge - trotzdem macht sich der Mangel an Arbeitskräften bemerkbar (Bild: Pixabay)

Wachsende Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt

Veröffentlicht: 28.02.2018

Die Zahl der mittelständischen Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen, nimmt weiter zu. Dies hat eine aktuelle Umfrage von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ergeben. Für ihr Mittelstandsbarometer hat die Gesellschaft deutschlandweit 2000 mittelständische Unternehmen mit mindestens 20 Millionen Euro und höchstens einer Milliarde Euro Umsatz befragt.

Rund jeder vierte Mittelständler beschäftigt Flüchtlinge

Demnach beschäftigt bereits jeder vierte befragte Betrieb (27 Prozent) Flüchtlinge. Dies stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber 2017 dar, als nur 16 Prozent der Mittelständler Flüchtlingen Arbeit gaben. Weitere 52 Prozent der Unternehmen sind grundsätzlich bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen. Zehn Prozent der befragten Unternehmen lehnen es andererseits grundsätzlich ab, Flüchtlinge zu beschäftigen.

Flüchtlinge als Lösung des Fachkräftemangels?

Laut der Umfrage glauben zwei Drittel der Mittelständler, dass Flüchtlinge mittelfristig dazu beitragen werden, den Fachkräftemangel zu mildern – zehn Prozent gehen sogar von einer erheblichen Verbesserung der Fachkräftesituation durch die Flüchtlinge aus. Vor einem Jahr erwarteten nur 45 Prozent der Mittelständler eine Linderung des Fachkräftemangels durch geflüchtete Menschen.

Größte Hindernisse: Mangelnde Qualifikation und Deutschkenntnisse

Doch die Umfrage zeigt auch, dass weiterhin große Hürden für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bestehen. Als größtes Einstellungshindernis für Flüchtlinge sehen die Mittelständler mangelnde Deutschkenntnisse. 83 Prozent und damit so viele wie im vergangenen Jahr, nennen dies als wichtigstes Problem. Eine mangelnde Qualifikation nennen 55 Prozent (2017: 46 Prozent) und hohen bürokratischen Aufwand 34 Prozent (2017: 37 Prozent) als großes Hindernis.

„Die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt erfordert sowohl Zeit als auch Geld. Dies kann am Ende für den deutschen Mittelstand aber ein lohnendes Investment im Kampf gegen den Fachkräftemangel sein“, erklärt dazu EY-Mittelstandspartner Michael Marbler.

50 Milliarden Euro Verlust durch Mangel an Arbeitskräften

Denn der Fachkräftemangel werde für den deutschen Mittelstand immer bedrohlicher und koste massiv Wachstum, so Marbler weiter. Noch nie sei es den Unternehmen so schwer gefallen, Fachkräfte zu finden. Der Anteil der Betriebe, die große Probleme bei der Rekrutierung haben, hat sich von 16 Prozent im Jahr 2015 auf aktuell 27 Prozent erhöht. Weitere 53 Prozent der Betriebe gaben an, dass ihnen die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern „eher schwer“ fällt.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Mittelständler beklagt dem Mittelstandsbarometer zufolge inzwischen Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels. 2017 waren es noch 53 Prozent. Dem deutschen Mittelstand entgehen dadurch hochgerechnet laut EY mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr.

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