- Die Spitzenverbände BVMW und DMB kritisieren Kanzler Merz scharf für ihre Nicht-Einladung zum Reformgipfel am 10. Juni 2026.
- Obwohl das Treffen Wege aus der Wirtschaftskrise durch Reformen bei Steuern und Sozialabgaben finden soll, bleibt der Mittelstand außen vor.
- Die Verbände fordern eine sofortige Deckelung der Sozialabgaben auf 40 Prozent sowie spürbare Steuersenkungen, um eine Politik für Großkonzerne zu verhindern.
Der deutsche Mittelstand schlägt vor dem anstehenden Reformgipfel im Bundeskanzleramt am 10. Juni laut Alarm. Die Enttäuschung und der Unmut in der Wirtschaft sind riesig. Der Grund für den kollektiven Ärger: Wichtige Spitzenverbände der KMU-Landschaft – darunter Der Mittelstand. BVMW und der Deutsche Mittelstandsbund (DMB) – wurden zu den entscheidenden Gesprächen im Kanzleramt nicht eingeladen. Die Verbände werfen Bundeskanzler Friedrich Merz vor, die tragende Säule der deutschen Wirtschaft zu ignorieren und stattdessen eine Politik für Großkonzerne und Gewerkschaften zu machen.
Der Reformgipfel: Ziele und Teilnehmer
Das Treffen im Kanzleramt soll einen Befreiungsschlag für die kriselnde deutsche Wirtschaft markieren.
- Das Ziel: Bundeskanzler Merz will ein umfassendes Reformpaket schnüren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland wiederherzustellen. Im Fokus stehen der Abbau von bürokratischen Hürden, die Senkung der Steuerlast sowie die Begrenzung und Stabilisierung der stark steigenden Sozialabgaben.
- Die Teilnehmer: Am Verhandlungstisch sitzen neben Vertretern der Bundesregierung vor allem ausgewählte Großarbeitgeber, DAX-Konzerne sowie Spitzenvertreter der Gewerkschaften. Die mittelständischen Verbände, die über 99 Prozent aller deutschen Unternehmen und rund 60 Prozent aller Arbeitsplätze repräsentieren, bleiben draußen.
Harte Kritik von BVMW und DMB
Die Ausgrenzung sorgt für scharfe Reaktionen. Der BVMW kritisiert, dass ohne die Stimme des Mittelstands keine wirksamen Reformen gelingen können. Der Verband fordert Bundeskanzler Merz nachdrücklich zu einer Kurskorrektur auf. Eine Politik, die über die Köpfe der kleineren und mittleren Betriebe hinweg entschieden wird, verfehle die wirtschaftliche Realität des Landes. BVMW-Chef Christoph Ahlhaus bringt es auf den Punkt:
„Die Zeit für Kaffeekränzchen im Kanzleramt ist definitiv vorbei.“
Der DMB untermauert seine Kritik mit konkreten, harten Kernforderungen an die Bundesregierung. DMB-Vorstand Marc S. Tenbieg warnt vor einem reinen Show-Gipfel ohne Substanz. Die Betriebe stünden durch die aktuelle Wirtschaftslage ohnehin massiv unter Druck und bräuchten sofortige, verlässliche Planungssicherheit statt vager Versprechungen:
„Wir müssen die Sozialabgaben stabilisieren, Arbeit wieder attraktiver machen und vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser nutzen, um Belastungen für die junge Generation und KMU einzudämmen.“
Die Kernforderungen des Mittelstands
Um den drohenden wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, fordert der DMB ein sofortiges Umdenken in zwei zentralen Bereichen:
- Sozialabgaben strikt deckeln: Der DMB fordert eine gesetzlich garantierte und dauerhafte Obergrenze für die Sozialabgaben bei maximal 40 Prozent des Bruttolohns. Ein weiteres unkontrolliertes Abdriften der Lohnnebenkosten würde die Arbeitsplätze im Mittelstand akut gefährden.
- Steuerlast für KMU senken: Die Unternehmensbesteuerung in Deutschland ist im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig. Gefordert wird eine spürbare steuerliche Entlastung, um den Betrieben wieder finanziellen Spielraum für dringend notwendige Zukunftsinvestitionen und Innovationen zu geben.
Der Mittelstand macht also unmissverständlich klar: Ein Reformgipfel, der die echten Probleme der KMU ausblendet, ist zum Scheitern verurteilt. Die Verbände fordern Merz deshalb auf, den exklusiven Kreis im Kanzleramt zu öffnen und den Mittelstand endlich direkt an den Verhandlungen zu beteiligen.


