Gute Jobaussichten zum Jahresende – nur im Westen droht Einbruch

Veröffentlicht: 21.09.2014

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Deutschlands Arbeitgeber bleiben einstellungsfreudig, so das Ergebnis des Manpower Arbeitsmarkt­barometers für das vierte Quartal 2014. Auch wenn sich konjunkturelle Frühwarnzeichen mehren, liegt der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick bei +5 Prozent, dem Wert des Vorquartals. Allerdings ergeben sich regionale Verschiebungen: Von den Metropolregionen lockt nun vor allem München mit Jobchancen. Auch für Nord- und Ostdeutschland sind die Prognosen gut – nur im Westen der Republik hat sich die Lage eingetrübt. Der Blick auf die anderen europäischen Länder zeigt: Spanien droht nach zuletzt guten Aussichten ein Dämpfer, während es in Griechenland weiter aufwärts geht.

Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2014 gehen 9 Prozent der deutschen Unternehmen davon aus, dass sie neue Mitarbeiter einstellen werden. Mit Entlassungen rechnen 4 Prozent, 85 Prozent planen keinerlei personelle Veränderungen. Saisonbereinigt ergibt sich daraus für Deutschland ein Netto-Beschäftigungsausblick von +5 Prozent, wie auch im dritten Quartal 2014. Der Wert ist – abgesehen von kleineren Schwankungen – seit fast drei Jahren annähernd konstant.

„Obwohl politische Krisen wie der Russland-Ukraine-Konflikt auf die Stimmung drücken, gehen die Unternehmen von weiterem Fachkräftebedarf aus“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Die Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren als krisenfest erwiesen und die Konsumlaune der Deutschen ist ungebrochen. Das allein wird auf Dauer jedoch nicht reichen, um die belastete Exportwirtschaft auszugleichen und die Stabilität des Arbeitsmarktes zu gewähren.“

München kann den guten Trend des Vorquartals fortsetzen, der Saldo für die bayerische Hauptstadt klettert von +11 auf +13 Prozent. In Frankfurt, im Vorquartal Spitzenreiter unter den Metropolen, fällt er dagegen deutlich um 9 Prozentpunkte auf +2 Prozent. In Berlin sind die Arbeitgeber ähnlich verhalten, das Arbeitsmarktbarometer rutscht dort von +10 auf +3 Prozent ab. Im Ruhrgebiet wollen mehr Arbeitgeber Personal abbauen als einstellen, so dass der Netto-Beschäftigungsausblick von +6 auf -2 Prozent abrutscht.

Im Vergleich der Regionen abseits der Ballungsräume liegt diesmal Norddeutschland klar vorne. Das Arbeitsmarktbarometer klettert dort von +4 auf +10 Prozent. Der Süden und der Osten bleiben annähernd stabil (beide +4 Prozent). Für Westdeutschland ergeben sich dagegen die gleichen trüben Aussichten wie im gesondert betrachteten Ruhrgebiet (Abfall von +6 auf -3 Prozent).

Der Finanzsektor bleibt knapp der zugkräftigste Wirtschaftszweig mit einem Saldo von +10 Prozent. Auch andere Branchen sind zuversichtlich: „Anders als in den beiden Jahren zuvor sehen wir 2014, dass die produzierenden Firmen sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereiten, indem sie konkret Neueinstellungen planen“, sagt Herwarth Brune. Der Saldo des Manpower Arbeitsmarktbarometers für die Produktion steigt von +3 auf +8 Prozent.

Das Baugewerbe bietet ebenfalls weiterhin gute Jobchancen (+7 Prozent). Der Energiesektor kehrt – nach einem Dämpfer im dritten Quartal – zum guten Wert des zweiten Quartals 2014 zurück (+6 Prozent). Zögerlich sind dagegen die Arbeitgeber aus Handel und Gastronomie sowie im öffentlichen und sozialen Bereich (jeweils +1 Prozent).

Innerhalb der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika bietet Spanien aktuell die schlechtesten Beschäftigungsaussichten – nach zwei positiven Prognosen für das zweite und dritte Quartal. Der Saldo fällt dort von +1 auf -4 Prozent. Italien verzeichnet mit -3 Prozent zwar auch einen negativen Wert, aber immerhin den besten seit zweieinhalb Jahren.

Wie in den Quartalen zuvor zeigen sich die Unternehmen in Griechenland deutlich einstellungsfreudiger, hier klettert das Arbeitsmarktbarometer nochmals um einen Prozentpunkt auf +8 Prozent.
Dieser Wert wird nur von Rumänien knapp übertroffen (+9 Prozent). Gute Prognosen gibt es auch für Großbritannien, Polen und Schweden (alle +6 Prozent), gefolgt von Österreich und Norwegen (beide +5 Prozent).

Detaillierte Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers für alle teilnehmenden Länder inklusive einer Infografik sind HIER zu finden.

Über das Manpower Arbeitsmarktbarometer (Manpower Employment Outlook Survey)

Die ManpowerGroup veröffentlicht jedes Quartal das Manpower Arbeitsmarktbarometer. Dafür werden über 65.000 Arbeitgeber in 42 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt. Die Ursprungswerte werden mithilfe einer Methode zur Saisonbereinigung von jahreszeitlichen Schwankungen befreit. Wie bei Methoden zur Saisonbereinigung üblich, sind die saisonal bereinigten Daten als vorläufig zu betrachten, da sie sich durch Einbezug neuer Daten nachträglich verändern können.
Die Untersuchung mit dem internationalen Titel „Manpower Employment Outlook Survey“ ist die am längsten laufende weltweite Untersuchung zur Einschätzung der zukünftigen Arbeitsmarktentwicklung. Die Ergebnisse finden weltweit Beachtung bei Ökonomen, Arbeitsmarktexperten und Finanzanalysten. Die Studie dient unter anderem der Europäischen Kommission regelmäßig als Quelle für ihren monatlichen Beobachtungsbericht (monthly monitoring report) über die Europäische Arbeitsmarktlage und die soziale Situation in der EU.

Bildnachweis: LieC / pixelio.de

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