Was bringt der Electronic Product Code (EPC) für den Mittelstand?

Veröffentlicht: 10.05.2014

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Gute Ideen finden früher oder später ihren Weg in die Unternehmen. Die Zeit ist reif für Ideen, die gleichsam sinnvoll für die Umwelt, als auch nützlich für Unternehmen sind. Ein neues Konzept dafür bietet das Innovationsprojekt „Ecologistics“.

Das Projekt wurde nun europaweit in mehreren Workshops zwischen Januar und März präsentiert und zeigte den Teilnehmern, wie Logistik gleichzeitig umweltfreundlicher und effizienter werden kann. In Luxemburg, Deutschland, Belgien, in den Niederlanden und in Frankreich hatten interessierte Unternehmen die Gelegenheit, die Möglichkeit der schon weit fortgeschrittenen Konzeptideen des Projekts mit den Bedürfnissen ihres Unternehmens abzugleichen.

Die Teilnehmer der Workshops bekamen detaillierte Informationen darüber, wie Sie mit mehr Transparenz in der Lieferkette durch eine zuverlässige und einfache Verfolgung ihrer Produkte in Echtzeit die Transportkosten und den Verkehr reduzieren können und damit sowohl die Kosten als auch die Umweltbilanz verbessern. Zur selbstständigen Verfolgung und Erfassung von Daten über Objekte einer Lieferkette in Echtzeit schlägt das Ecologistics Projekt die Nutzung des „Electronic Product Code“ (EPC) des GS1 EPC Global Networks in Kombination mit einem Informationsträger, bspw. RFID-Tags an transportierten Objekten vor. Die Tags können automatisch gelesen werden, sogar wenn sie auf Paletten gestapelt sind.

Transparenz führt aber auch zu weiteren Synergien innerhalb des Unternehmens, bspw. durch enge Kontrollen der Lagerbestände oder effizienter Kommissionierung. Dies ist besonders interessant für Transport- und Versorgungsketten im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), da die zugrunde liegenden Technologien mit kleinen und flexiblen Lösungen ohne große Investitionen verfügbar geworden sind und ein hohes Potenzial besitzen.

In der Hauptrede von GS1 wurden die wichtigsten Säulen des GS1-Identifikationssystems präsentiert, das Industriestandards für alle möglichen Geschäftsbereichen anbietet und fördert. Der „Electronic Product Code“ ist in der Lage, Track & Trace- Ereignisse für ein Produkt global zu erfassen und macht alle damit verbundenen Daten prinzipiell in einem normalen Web-Browser verfügbar. Beispielhaft wurde gezeigt, dass sogar die exakte Verfolgung von Fisch und Fischprodukten entlang der gesamten Lieferkette vom Fischfang im Meer bis hin zur Auslage in der Verpackung im Supermarkt bereits verwirklicht worden ist.

IKT-Dienstleister erklärten im Workshop, wie die Technik hinter dem EPC funktioniert und was an Technik und Investitionen nötig ist, um sie umzusetzen. Viele Informationsträger wie bspw. Barcode oder RFID können die EPC-Informationen in sich tragen und werden in den Unternehmensprozessen eingesetzt. Ein globales Informationssystem macht sie verfügbar.

Mitarbeiter von CRP Tudor in Luxemburg zeigten anhand eines spielerischen Beispiels aus der Textilbranche die Anwendung der EPC Produktetiketten mit Hilfe eines interaktiven Tisches, der den Fluss von Produkten, Dokumente und Informationen über logistische Vorgänge vom Wareneingang über die Verkaufsauslagen bis zur Kasse erfasst und nachvollziehbar macht.

Der Workshop informiert über die zusätzliche Wertschöpfung, die gerade in kleinen und mittelständigen Unternehmen durch den EPC erzielt werden kann. Auf spielerische Weise wird die Anwendung der Produktetiketten mit Hilfe eines interaktiven Tisches (s. Abbildung) anschaulich simuliert. In Vorträgen von GS1 und IKT Dienstleistern wird erklärt, wie der EPC funktioniert, wie er für weltweite Transparenz sorgt und was eine Implementierung für ein Unternehmen bedeutet

Der Demonstration folgte eine Gruppendiskussion über Funktionen und Prozesse in den teilnehmenden Unternehmen, die von der neuen Technologie profitieren könnten. Die Gruppen sammelten Anwendungsmöglichkeiten für den Einsatz von EPC und RFID und diskutierten mögliche Hindernisse der Umsetzung in ihren Prozessen. Die Bandbreite der gesammelten Ideen war groß und ging durch alle Unternehmensbereiche. Gute Einfälle waren bspw. ein automatisch erzeugter Kohlendioxid-Pass für individuelle Produkte oder die effizientere Überwachung von Nacharbeitsprozessen.

Die Workshops wurden von der Europäischen Interreg IVb -Programm gefördert und waren kostenlos für alle Teilnehmer. Unternehmen, die Interesse an weiterer Mitarbeit im Projekt haben, erhalten die Möglichkeit, ihre Logistik auf den Nutzen des EPC-Codes hin analysieren zu lassen.

Im Projekt „Ecologistics“ arbeiten 12 Institutionen und Unternehmen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und den Niederlanden zusammen, um die Vorteile einer erhöhten Transparenz in den Lieferketten für die beteiligten Unternehmen durch die konsequente Nutzung bereits vorhandener internationaler und branchenübergreifender Standards darzustellen. Das im Rahmen des Interreg-IVb-Programmes von der EU kofinanzierte Innovationsprojektes zielt insbesondere auf die Bereitstellung von Konzepten, Methoden und Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Konsortialführer ist die Universität Mons (Belgien), aus Deutschland ist das Institut für Produktions- und Logistiksysteme – Prof. Schmidt als Projektpartner eingebunden.

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