In Innsbruck hat das erste Innovation Lab für den produzierenden Mittelstand eröffnet. (Bild: Klaus Bindernowski, pixelio.de)
In Innsbruck hat das erste Innovation Lab für den produzierenden Mittelstand eröffnet. (Bild: Klaus Bindernowski, pixelio.de)

Hat Deutschland mehr Gründerpotenzial als die USA?

Veröffentlicht: 27.01.2015

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Eine aktuelle Studie zum Gründerklima, die von der AXA Versicherung parallel in Deutschland und in den USA durchgeführt wurde, kommt zu überraschen Ergebnissen. So genießen Gründer nicht nur mehr Anerkennung in Deutschland, die trauen sich auch mehr zu. Vor allem die Rahmenbedingungen in Deutschland werden als deutlicher Hemmschuh wahrgenommen, doch Kapitalbedarf ist bei weitem nicht das drängendste Problem. Mit einem neuen Innovation Campus-Angebot will die AXA Gründer jetzt gezielt fördern.

Jeder Zweite Deutsche ist der Meinung, dass Gründer eines Unternehmens in der hiesigen Gesellschaft mehr Anerkennung genießen, als Angestellte. Lediglich 13 Prozent sehen es umgekehrt, 37 Prozent nehmen beide Gruppen gleichauf war oder sind unentschieden. Die bundesweit repräsentative Studie der AXA ermittelt aber noch viel mehr. Denn parallel wurde diese Befragung in den USA ebenfalls repräsentativ durchgeführt – mit durchaus überraschenden Vergleichsergebnissen. Demnach ist die gesellschaftliche Wertschätzung für Gründer in den USA zwar ebenfalls hoch – jedoch insgesamt deutlich niedriger als hierzulande. Nur etwa jeder Dritte (38 Prozent) in den USA nimmt eine höhere Anerkennung für Gründer als für Angestellte wahr, 16 Prozent sehen Angestellte klar vorn, für 46 Prozent rangieren beide Gruppen gleichauf oder die Befragten sind unentschieden.

Mehr Gründerpotenzial in Deutschland als in den USA

Doch die AXA Studie birgt noch weitere Überraschungen. So trauen sich satte 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland zu, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In den USA sind es mit 42 Prozent etwas weniger. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, aus der statistisch die meisten Unternehmensgründer kommen, ist der Unterschied mit 47 Prozent in Deutschland zu 41 Prozent in den USA schon erheblich. „Viel Potenzial für vermehrte Unternehmensgründungen in Deutschland ist also da“, resümiert Dr. Thomas Buberl, Vorstandsvorsitzender der AXA Deutschland. Übrigens zeigen Frauen in Deutschland gemäß der Studie weit mehr Gründermut als Amerikanerinnen (39 zu 32 Prozent).

Innovationen im Bereich Medizin und Gesundheit gefragt

Die Bedeutung von Innovationen beurteilen die Befragten in beiden Ländern relativ ähnlich. Drei Viertel der Deutschen wie auch der Amerikaner halten Innovationen für „äußerst oder sehr wichtig“. Als wichtigsten Bereich definieren die Deutschen dabei den Sektor Gesundheit und Medizin mit einer Nennung von 80 Prozent. Erst deutlich dahinter liegen Umwelt (63 Prozent) sowie Bildung und Erziehung (57 Prozent).

Bürokratie und Risikoscheu hemmen Unternehmensgründungen

Die Frage, wie einfach oder schwer eine Firmengründung ist, beantworten die Menschen in Deutschland und den USA allerdings sehr unterschiedlich. Besonders ist hier wieder die Einschätzung der Jüngeren von Interesse. So halten hierzulande unter den 25- bis 44-Jährigen exakt zwei von drei Befragten „eine Unternehmensgründung für schwierig“ (66 Prozent). In den USA sind dies laut AXA Studie erheblich weniger (57 Prozent). Auf emotionaler Ebene unterscheiden sich Deutsche und Amerikaner schließlich am stärksten. So schreckt mehr als jeden zweiten Erwachsenen in Deutschland eine „fehlende Absicherung als Unternehmensgründer“ ab. Das sind drei Mal mehr als in den USA (17 Prozent). Auch die Furcht vor „zu großer Verantwortung“ hemmt doppelt so viele Deutsche wie Amerikaner (20 zu 9 Prozent) und die „Angst zu scheitern“ ist ebenfalls weit stärker ausgeprägt (54 zu 40 Prozent).

Wirtschaft und Staat werden in der Pflicht gesehen

Um Innovationen in Deutschland zu fördern, wünscht sich laut AXA Studie eine große Mehrheit von 81 Prozent der Deutschen eine deutlich stärkere Zusammenarbeit zwischen bestehenden Firmen und jungen sowie neugegründeten Unternehmen. Besonders interessant ist auch hier die Haltung der Jüngeren: Auf die Frage, womit die etablierten Firmen neuen Unternehmen am besten helfen könnten, nennen die 25- bis 34-Jährigen „Kontakte und Netzwerke eröffnen“ an erster Stelle. Erst danach folgen „Kapital geben“ sowie „Sicherheiten / Absicherung geben“. Eine große Mehrheit der Deutschen (82 Prozent) würde es schließlich auch begrüßen, wenn Unternehmensgründer insgesamt in Deutschland stärker gefördert werden, als dies bislang der Fall ist.

Neuer AXA Innovation Campus bietet Gründern gezielte Unterstützung an

„Die Herausforderungen, die unsere Studie klar aufzeigt, wollen wir mit unserem neu gegründeten AXA Innovation Campus gezielt angehen“, resümiert Dr. Thilo Schumacher. So kombiniert die Initiative der AXA Deutschland auf innovative Art die Stärken von Start-ups mit den Möglichkeiten eines Konzerns, damit Unternehmensgründer neue Geschäftsideen entwickeln können. „Netzwerke und Kontakte eröffnen, Gründungskapital bereitstellen, fachliche Beratung geben und beim Umgang mit Behörden helfen – genau diesen laut unserer Studie wichtigsten Bedürfnissen für angehende Gründer wollen wir mit dem AXA Innovation Campus entsprechen“, erklärt Dr. Thilo Schumacher.

Interessierte können sich dazu auf der Website www.axa-campus.de informieren, die fünf Themengebiete für neue Geschäftsideen umfasst. Das Prinzip: Während AXA den Gründern das nötige Branchenwissen und Kontakte zur Verfügung stellt, liefert der in Berlin ansässige Kooperationspartner „Global Innovation Campus“ das gesamte Know-how bezüglich Unternehmensaufbau, Skalierung eines Geschäftsmodells sowie ein unternehmerisches Umfeld. Die Gründer werden dann aktiv durch Coaches betreut, bis es schließlich zur Anmeldung einer GmbH kommt, an der sich auch AXA regelmäßig beteiligt.

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