Verbände fordern: Mehr Geld für Digitalisierung in Schulen

Mittelstand in Bayern

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Verbände fordern: Mehr Geld für Digitalisierung in Schulen

Verbände fordern: Mehr Geld für Digitalisierung in Schulen

Oftmals mangelt es bereits an einer zeitgemäßen Ausstattung (Bild: Pixabay).

Deutschland ist im Bildungswesen mitunter noch ein digitales Entwicklungsland. Das hat die Corona-Krise noch einmal schmerzlich offenbart. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Bildungsallianz des Mittelstandes, der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) und der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) fordern deshalb gemeinsam dringend mehr Geld in die Digitalisierung des Bildungssystems zu investieren und begrüßen das 500 Millionen Euro Sofortprogramm der Bundesregierung.

Digitalisierung der Schulen ungenügend

Durch die Schließungen von Schulen in Folge der Corona-Pandemie werden die digitalen Versäumnisse der letzten Jahre derzeit wieder deutlich: Das Breitbandnetz ist extrem löchrig und großflächig nicht vorhanden, digitale Endgeräte für Online-Unterricht fehlen, pädagogisch-didaktische Online-Lerninhalte sind Mangelware und eine Bildungscloud gibt es nicht. Dass es momentan überhaupt zu einem relativ geregelten Unterricht kommt, ist häufig dem persönlichen Engagement von Schulen und Lehrkräften zu verdanken.

Politik muss handeln

„Der Digitalpakt der Bundesregierung greift nicht, weil die 5 Milliarden Euro zweckgebunden sind und nicht dort eingesetzt werden können, wo sie wirklich gebraucht werden“, kritisiert BVMW-Präsident Mario Ohoven. „Das muss sich sofort ändern! Deutschland braucht ein digitales Fitnessprogramm für die Schulen!“

Auch die Bildungsallianz des Mittelstands sieht den aktuellen Digitalisierungsstand kritisch. „Wir sind als Bildungsallianz des Mittelstandes schon einmal froh, dass diese Botschaft langsam aber sicher auch im Bundesbildungsministerium ankommt. Ein großes Sofortausstattungsprogramm für Schulen für den digitalen Unterricht zu Hause ist überfällig!“ bekräftigt Patrick Meinhardt, Generalsekretär der Bildungsallianz des Mittelstandes.

Joachim Maiß, einer von zwei Vorsitzenden des BvLB, kritisiert vor allem, „dass Lernplattformen nicht stabil laufen, Cloud-Lösungen noch unzureichend eingeführt sind oder vielfach ein Nebeneinander an digitalen Insel-Lösungen existiert. Die Ausbildung 4.0 kämpft mit einer Mangelwirtschaft, anstatt mit Digitalkompetenz zu trumpfen.“

Konkret fordern BVMW, Bildungsallianz, BvLB und VDR folgende Eckpunkte:
  • Die Mittel aus dem Digitalpakt Schule müssen jetzt bei den Schulen ankommen! Hier sind alle Verantwortlichen gefordert.
  • Die technischen Standards für die digitale Transformation – wenn auch noch nicht überall erfüllt – sind längst gesetzt und undiskutabel: Gigabit für alle, leistungsstarkes W-LAN in allen Klassenräumen, „Bring your own device“ (BYOD) und Cloudtechnologie.
  • Städte, Landkreise oder Kommunen sind aufgefordert digitale Gesamtlösungen für ihre Region aufzustellen. Es darf zu keinen „Insel-Lösungen“ kommen. Ziel ist die Schaffung einer digitalen Infrastruktur, die von verschiedenen Schulen bei Wahrung der Anforderungen des Datenschutzes genutzt werden können (Nutzung gemeinsamer Datenspeicher, interner Netzwerke, pädagogischer Plattformen).
  • Die technische Betreuung der schulischen IT-Systeme muss in die Hand von Profis. Hier sind regionale IT-Unternehmen gefordert. Lehrkräfte sind Pädagogen und keine IT-Experten.
  • Digitale Fort- und Weiterbildungsformate für Lehrkräfte sind zentraler Baustein der Digitalisierung und müssen deutlich ausgebaut werden, denn mit Technik allein ist eine Digitalisierung nicht zu bestreiten.
  • Die Expertise der Wirtschaft vor Ort ist bei der weiteren Digitalisierung notwendig.
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