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Tourismus und Gastgewerbe: Wann geht es wieder aufwärts?

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Die Hotel- und Gastronomiebranche in Bayern steht durch die Coronakrise zurzeit still (Bild: pixabay)

Die Tourismus- und Gastronomiebranche steht in Bayern durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schließungen vor einer existenzbedrohenden Situation. Nachdem mittlerweile die ersten Lockerungen für den Handel und weiteren Bereiche des öffentlichen Lebens in Bayern beschlossen wurden, verbleibt das Gastgewerbe noch ohne konkrete Aussicht auf die Wiederaufnahme seines Geschäftsbetriebes. Nun wurde aktuell auch noch bekannt, dass das Münchner Oktoberfest dieses Jahr ausfallen muss, womit den bayerischen Betrieben weitere Umsätze in Milliardenhöhe entgehen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sorgt sich deshalb um die Existenz der Branche und tritt dafür ein, dass bundesweit eine konkrete Perspektive für die Betriebe des Tourismus- und Gastgewerbes wie Gaststätten, Restaurants und Hotels gegeben wird.

Wichtige Branche nahezu komplett stillgelegt

Das bayerische Tourismus- und Gastgewerbe ist mit bis zu 600.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt 34 Milliarden Euro eine bedeutende Wirtschaftsbranche im Freistaat. Von den Einschränkungen durch das Coronavirus ist sie besonders betroffen.

Der passende Zeitpunkt für Entscheidungen zu möglichen Lockerungen wäre laut Aiwanger das turnusmäßige Gespräch der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten um den 30. April. Der Wirtschaftsminister sieht dabei die Notwendigkeit, dass beim Verzehr von Speisen und bei Übernachtungen außerhalb der eigenen Wohnung besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind, hält diese Herausforderung aber für lösbar und damit verantwortbar. Aiwanger: „Genügend Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Gästen und Mund-Nasen-Masken für das Personal in Speiselokalen und beim Freiflächenverzehr, dazu strikte Hygienevorgaben und Zugangsbeschränkungen müssen ein Weg in die Normalität und zur Verhinderung von zahlreichen Betriebsinsolvenzen sein. Wenn sich die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf niedrigem Niveau stabilisiert, muss auch der ‘Patient Wirtschaft’ gerettet werden.“

Schrittweise Öffnungen in den nächsten Wochen

In Österreich diskutiert man bereits über vorsichtige Öffnungen des Gastgewerbes ab Mitte Mai. Das könne für Bayern, welches zuletzt leicht zeitversetzt hinter Österreich Öffnungen der Wirtschaft beschlossen habe, auch einen „Einstieg in den Ausstieg“ ab der zweiten Maihälfte vorzeichnen. Für die Hotellerie wünscht sich Aiwanger einen gezielten Ausweg aus der Totalschließung in absehbarer Zeit. Hierbei könnte der Übernachtungsbetrieb wieder aufgenommen werden, während die Restaurants in den Hotels vorübergehend geschlossen bleiben oder mit strengen Auflagen versehen werden.

„Viele Menschen gerade in beengten Stadtwohnungen sind während der Ausgangsbeschränkung großen psychischen Belastungen ausgesetzt und sehnen sich danach, raus zu dürfen. Genau das kann unser hervorragend qualifiziertes bayerisches Gastgewerbe leisten und eine Wohltat für Körper und Seele anbieten und dadurch die eigene Existenz absichern“, betont Aiwanger. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die Möglichkeit für Auslandsreisen im Sommer als eher unwahrscheinlich an. Nach einem Ende der Ausgangsbeschränkungen könnte die bayerische Tourismusbranche im Sommer daher von einem großen Nachfrageanstieg profitieren.

Sieben Prozent Mehrwertsteuer gefordert

Bis dahin dauert es jedoch noch einige Zeit: Aiwanger und Söder erneuerten daher ihre Forderung an den Bund, sieben Prozent Mehrwertsteuer für die Gastronomie umzusetzen. „Genauso wie ich dafür bin, die deutsche Autoindustrie durch ein steuerfinanziertes Marktanreizprogramm für neue, umweltfreundliche Fahrzeuge wieder auf die Beine zu bringen, müssen wir auch die Weiterexistenz unseres Gastgewerbes durch eine Mehrwertsteuerangleichung auf sieben Prozent erleichtern, so wie es dem ‘Drive in’ längst gewährt wird. Das ist nur gerecht und obendrein existenzwichtig“, fordert Aiwanger.

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