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Oktoberfest-Absage steht fest: Schwerer Schlag für die Wirtschaft  

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Dieses Jahr wird es kein Oktoberfest in München geben (Bild: pixabay)

Nun ist es offiziell: Das diesjährige Oktoberfest entfällt. Das größte Volksfest der Welt mit jährlich etwa sechs Millionen Besuchern wird aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus 2020 nicht stattfinden können. Dies gaben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag bekannt.

„Es tut uns weh und es ist unglaublich schade“, so der Ministerpräsident über die Entscheidung. „Wir sind übereingekommen, dass das Risiko schlicht und ergreifend zu hoch ist.“ Die Ausbreitung des Coronavirus lasse jedoch keine andere Entscheidung zu. „Wir wollen Bayern weiter beschützen,“ so Söder.

Am 15. April hatten Bund und Länder entschieden, Großveranstaltungen zunächst bis zum 31. August zu verbieten. Zwar hätte die Wiesn 2020 erst vom 19.9. bis 4.10. stattgefunden, doch bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung und Gästen aus aller Welt seien weder Maskenpflicht noch Abstandsregelungen einzuhalten, so Söder.

Milliardenumsätze gehen verloren

Die Oktoberfest-Absage ist für die Wirtschaft ein schwerer Schlag. Das Volksfest ist ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt, rund eine Million Gäste übernachten zu dieser Zeit jährlich in München und geben rund 505 Millionen Euro für Übernachtungen aus. Zwar kommen rund 70 Prozent der Besucherinnen und Besucher des Oktoberfests aus Bayern, doch dazu kommen noch zahlreiche ausländische Gäste und Besucher aus anderen Teilen Deutschlands. Die Einnahmen der Festzelte und Fahrgeschäfte des Oktoberfests lagen im vergangenen Jahr bei 442 Millionen Euro.

Klein- und Familienunternehmen besonders betroffen

Nicht nur die Hotels und die Schausteller, Wirte und Budenbesitzer auf dem Volksfest selbst, sondern auch Gaststätten, Taxifahrer und Einzelhändler sind von der Oktoberfest-Absage betroffen. Dazu zählen viele Klein- und Familienbetriebe. Die Wiesn 2019 hatte nach Angaben der Stadt einen insgesamten Wirtschaftswert von rund 1,23 Milliarden Euro. Laut dem Wirtschaftsreferat der bayerischen Landeshauptstadt gibt es rund 13.000 Arbeitsplätze auf dem Oktoberfest. Oberbürgermeister Reiter betonte deshalb, dass die Stadt weiterhin alles tue, um die Münchner Wirtschaft zu unterstützen und bei einer Stabilisierung nach der Krise wieder florieren zu lassen.

Verständnis für die Entscheidung

Für die Wiesnwirte ist die Entscheidung ebenfalls eine Katastrophe. Sie reagierten dennoch mit großem Verständnis auf die heutige Nachricht: „Angesichts der Tatsache, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, einen Impfstoff und wirksame Medikamente gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu entwickeln, war dieser Schritt logisch und notwendig“, erklärte der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. „Die Gesundheit unserer Gäste liegt uns besonders am Herzen und hat oberste Priorität.“

Anfang Juli hätte auf der Theresienwiese der Aufbau begonnen. Durch die nun getroffene Entscheidung herrscht zumindest Klarheit für die Unternehmen.

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