Mittelstand in Bayern
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Klimaschutz noch kein zentrales Thema im Mittelstand

Eine Umfrage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat ergeben, dass rund ein Viertel der mittelständischen Unternehmen bereits in den Klimaschutz investiert oder es ab nächstem Jahr vorhat zu tun. Ein Grund, warum die restlichen 75 Prozent der Firmen kein Geld für den Klimaschutz ausgeben, könnte laut der KfW mit der Corona-Pandemie zusammenhängen. Durch Umsatzeinbußen wurde das Geld in den Betrieben an anderer Stelle dringender gebraucht.

Geringer Anteil an KMU investiert schon in Klimaschutz

12 Prozent der mittelständischen Firmen haben bereits Investitionen in den Klimaschutz getätigt, etwa durch die Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion und durch die Nutzung von erneuerbaren Energien oder klimafreundlicher Verkehrsmittel. Dafür nahmen die Unternehmen durchschnittlich rund 72.000 Euro in die Hand. Weitere 13 Prozent der Betriebe planen, 2022 mit Klimaschutzmaßnahmen zu beginnen. Somit steht „bei einem Viertel der Unternehmen […] der Klimaschutz auf der Agenda“, so Dr. Fritzi Köhler-Geib, die Chefvolkswirtin der KfW.

Mittelstand muss mehr Geld in den Klimaschutz stecken

Die Studie ergab außerdem, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen von ihrer Größe und Branche abhängt. 36 Prozent der Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten haben bereits Investitionen in den Klimaschutz getätigt. Bei Betrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern liegt der Anteil hingegen nur bei zehn Prozent. Im Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE) haben 18 Prozent der Firmen Geld für den Umweltschutz ausgegeben, im Baugewerbe lediglich zehn Prozent. Angesichts dieser Zahlen sagt Köhler-Geib: „Mit Blick auf den hohen Gesamtinvestitionsbedarf zur Erreichung des Klimaneutralitätsziels muss sich auch im Mittelstand die Investitionsdynamik noch deutlich beschleunigen.“

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel nötig

Unternehmen werden künftig nicht nur in den Umweltschutz, sondern auch in die Anpassung an die Folgen des Klimawandels investieren müssen. Firmen müssen vor allem die Krisenfestigkeit gegenüber Umweltphänomenen erhöhen. Dazu gehören beispielsweise ein besserer Hochwasserschutz und die Klimatisierung von Gebäuden. Knapp 30 Prozent der KMU planen, in den nächsten Jahren solche Anpassungen vorzunehmen. Auch hier sind die Zahlen von der Größe und der Branche der Unternehmen abhängig. Ein Viertel der Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern hat vor, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Bei Firmen mit über 50 Mitarbeitern ist es fast die Hälfte. Das FuE-Gewerbe liegt, wie beim Umweltschutz, ebenfalls bei der Anpassung an die Folgen vom Klimawandel vorne: Etwa 40 Prozent der Unternehmen planen Maßnahmen, um sich vor dem Klimawandel zu schützen. Das Baugewerbe belegt auch hier mit 20 Prozent den letzten Platz.

Corona-Pandemie als Grund für niedrige Investitionszahlen

Die KfW führt als möglichen Grund für die geringen Investitionsvorhaben der Unternehmen die Corona-Krise auf. Während der Pandemie sind finanzielle Mittel, die eigentlich für den Klimaschutz vorgesehen waren, in betriebserhaltende Maßnahmen geflossen, wie etwa die Anpassung des Geschäftsbetriebs und die Digitalisierung. Viele Unternehmen haben nach Einschätzung der KfW aber zusätzlich die Dringlichkeit des Handelns für den Umweltschutz noch nicht ausreichend erkannt. Die KfW plädiert daher dafür, dass Firmen vermehrt über die Auswirkungen von Klimaphänomen informiert werden, damit diese greifbarer werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Unternehmen genügend für den Umweltschutz tun und langfristig der Klimawandel bekämpft werden kann.

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