IBIHK Index Konjunktur Bayern
Der IHK-Konjunkturindex für die Region München und Oberbayern ist seit dem Frühjahr gesunken. Ist die Euphorie in der Wirtschaft verflogen? (Foto: Andreas Hermsdorf, pixelio.de)

IHK: „Bremsspuren in der Gründungsdynamik“ wegen guter Konjunktur

Veröffentlicht: 15.06.2015

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Die gute Konjunktur macht Selbstständigkeit im Landkreis München weniger attraktiv. Die Gewerbeanmeldungen sanken im vergangenen Jahr deutlich um 8,0 Prozent auf 3.701. Das ist ein doppelt so starker Rückgang wie im Bayern-Schnitt: Im Freistaat gingen die Neuanmeldungen und Übernahmen von Unternehmen laut Statistischem Landesamt im Vergleich zu 2013 um 3,7 Prozent zurück auf 108.400. Die stärksten Rückgänge in Oberbayern verzeichnete die Stadt München auf rund 16.800 neugegründete oder übernommene Firmen (-10,3 Prozent zu 2013).

„Dass die Wirtschaft in Bayern brummt, ist erfreulich, hinterlässt aber zugleich erhebliche Bremsspuren bei der Gründungsdynamik“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. Denn bei guter Arbeitsmarktlage und Fachkräftemangel gäben viele einer sicheren Festanstellung den Vorzug gegenüber der Selbstständigkeit, die mit mehr Risiken verbunden sei, so Driessen weiter.

Im Landkreis München sanken sowohl die Neugründungen um 7,7 Prozent auf 3.490 als auch die Übernahmen um 13,9 Prozent auf 211 Unternehmen. Die meisten neuen Firmen gab es im Handel (551) und bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (547). Am häufigsten wurden Baugewerbe übernommen (83).

Die Statistik zur Existenzgründungsberatung der IHK für München und Oberbayern zeigt geringere Rückgänge: 2014 besuchten 17.800 potentielle Unternehmer bei der IHK Beratungen und Veranstaltungen, was nur 2,4 Prozent weniger waren als im Vorjahr. Individuelle Formate, wie IHK-Gründungsseminare legten hingegen leicht zu mit 4,9 Prozent. „Das ist ein Indikator für mehr Sensibilität der Gründungswilligen, die sich früher und umfassender informieren“, betont Driessen.

So könnten finanzielle Risiken und Enttäuschungen gemindert werden. „Außerdem stellen unsere Berater fest, dass sechs von zehn Gründern im Nebenerwerb starten, um bei einem Abflachen der Konjunktur ein zweites Standbein zum aktuellen Hauptjob zu haben.“ Jeder fünfte Gründer hat inzwischen einen Migrationshintergrund.
Den IHK-Gründerservice bewerteten die Nutzer in Oberbayern wie schon 2013 mit der Gesamtnote 1,3. Ebenfalls unverändert geben 97 Prozent der Beratenen an, dass sie den Service weiterempfehlen.

Mehr Informationen unter: http://www.muenchen.ihk.de/de/starthilfe/Unternehmensgruendung/

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