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Spacenet AG: Internet-Pionier der ersten Stunde

Veröffentlicht: 11.09.2014

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Pionier der ersten Stunde

Sebastian v. Bomhard gehört mit seiner Firma, der SpaceNet AG, zu den Wegbereitern des Internet in Deutschland

von Achim von Michel

Sebastian v. Bomhard, Gründer und Vorstand des Münchener Internet-Providers SpaceNet AG, war 1993 einer der allerersten Anbieter von Internet in Deutschland und damit ganz vorne dabei bei der Entwicklung der digitalen Kommunikation in Deutschland. „Ich wollte eigentlich nur selbst ins Internet, und das war damals nur schwer möglich“, erinnert sich der 53-Jährige an die bewegten Zeiten in den 90er Jahren. „Zunächst ging es darum, Privatleuten den damals unerschwinglichen Zugang ins Internet möglich zu machen. Außer Studenten hatte kaum jemand eine Chance auf einen eigenen Internetzugang. Wir gründeten den Verein Muc.de e.V. und durften uns mit dem Leibniz-Rechenzentrum verbinden, natürlich auf eigene Kosten. Binnen kürzester Zeit hatten wir 500 Nutzer.“ Die Internetnutzung über den Verein war ausschließlich Privatleuten gestattet, und so kam es bald zur Gründung der SpaceNet. Nach ersten Versuchen, ein eigenes Netz mit satellitengestützten Standleitungen aufzubauen, etablierte sich die Firma dann im Jahr 1993 als einer der ersten Internet-Provider in Deutschland. Viel Aufbauarbeit wartete in den kommenden Jahren auf die Anbieter. Netzübergabepunkte mussten gebaut werden, das Vergabesystem für Domainnamen musste auf sichere Füße gestellt werden und besonders in den ersten Jahren musste man das Internet regelmäßig gegen Angriffe verteidigen – es hatte einen denkbar schlechten Ruf, was man sich heute kaum noch vorstellen kann.

Spacenet-Azubis
Spacenet-Azubis
Heute ist das Unternehmen spezialisiert auf das Hosting und Betrieb von Anwendungen für Online-Geschäftsmodelle wie etwa E-Commerce-Lösungen, die hochverfügbare IT-Umgebungen voraussetzen. Als versierter Outsourcing-Partner betreibt SpaceNet für seine Kunden sowohl einzelne Anwendungen und Services in seinen Rechenzentren, übernimmt aber auch den kompletten Betrieb der Unternehmens-IT. Derzeit zählen etwa 1.200 mittelständische Unternehmen wie Antenne Bayern oder der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zu den Kunden des Münchener Providers.
Noch immer engagiert sich v. Bomhard in den wichtigen Gremien der Internetbranche: Das Unternehmen gehört beispielsweise der deutschen IPv6-Taskforce an. Das Internet-Protokoll IPv6 soll in den nächsten Jahren die gegenwärtig noch überwiegend genutzte Version 4 ablösen, da es eine deutlich größere Zahl möglicher Adressen bietet.

IT ist immer auch Chefsache

Als viel zu gering bezeichnet Sebastian v. Bomhard den Stellenwert der IT in vielen deutschen Unternehmen: „So wie ein Autofahrer die Straßenverkehrsordnung kennen muss, so sollte ein Unternehmenschef auch Basiswissen im EDV-Bereich haben. Die Ausarbeitung von Datenkonzepten ist ein Kern-Business, das man nicht an die IT-Abteilung delegieren kann“, sagt der IT-Experte und ergänzt: „Als Geschäftsführer muss ich heute genau wissen, wo meine Kunden sind. Und dort sollte mein Unternehmen auch sein. Wir wissen beispielsweise, dass viele Menschen unter 25 die etablierte E-Mail als antiquierte Form der Kommunikation ansehen. Manche von ihnen bewegen sich überhaupt nicht mehr aus Facebook heraus. Wenn ich diese Zielgruppe erreichen will, muss ich also mit entsprechenden IT-Konzepten reagieren.“
Das Thema Datensicherheit spielt ebenfalls eine große Rolle bei SpaceNet. Der deutsche Internet-Provider unterliegt zwar nicht den problematischen US-Regelungen zur Offenlegung von Daten. Aber natürlich nutzt SpaceNet bei der Übertragung von Daten auch Leitungen, die nicht immer vor Abhörversuchen Dritter sicher sind. Eine Reihe von Eigenentwicklungen (siehe Infokasten) sollen deshalb zusätzliche Sicherheit für Kunden bieten.

Stromkosten treiben Internet-Provider ins Ausland

Auch politisch ist der Internet-Pionier und bayerische BVMW-Landeswirtschaftssenator stark engagiert. So empörte er sich erst kürzlich öffentlich über die geplante Neuregelung des EEG: „Wir verfolgen sorgfältig die Ankündigungen der Politik, angesichts der Besorgnis der Bürger zum Datenschutz die heimische IT-Branche zu fördern. Auf diese Lippenbekenntnisse folgt nun die EEG-Novelle. Obwohl das Betreiben mehrerer deutscher Rechenzentren für einen Provider wie SpaceNet äußerst strom- und kostenintensiv ist, fallen wir mit unter rund 12 Prozent Strom der Bruttowertschöpfung wie viele andere durchs Raster der Ausnahmeregelung und zahlen die volle EEG-Umlage. Bei Strompreisunterschieden von 1.000 Prozent und mehr werden vermutlich viele Rechenzentren künftig ins Ausland abwandern.“

Verleihung "Säule des Internets", v.l.n.r Arnold Nipper, Sebastian v. Bomhard, Harald A. Summa
Verleihung „Säule des Internets“, v.l.n.r Arnold Nipper, Sebastian v. Bomhard, Harald A. Summa
Auszeichnung als „Säule des Internets“

Für sein vielfältiges Engagement wurde Sebastian v. Bomhard zuletzt im Mai gebührend geehrt. Im Verlauf der 20-Jahrfeier von SpaceNet mit über 300 Gästen in München überraschten Harald A. Summa, Geschäftsführer eco, Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. und Arnold Nipper, Chief Technical Officer DE-CIX, den Vorstand mit einer ganz besonderen Auszeichnung: der „Säule des Internets“. Dieser Preis soll fortan an Persönlichkeiten vergeben werden, die in den letzten 25 Jahren das Internet mitgestaltet haben.

Mit innovativen Produkten und Konzepten erhöht SpaceNet die Datensicherheit für mittelständische Unternehmen und senkt Kosten beim Betrieb von IT-Infrastrukturen:

Dateien sicher teilen
Sync’N’Share ist eine Cloud-Lösung mit sicherem Verschlüsselungskonzept und Hosting in Deutschland. Alle Daten liegen sicher und verschlüsselt im ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum in München.

Exchange für alle
Virtual Exchange unterstützt Unternehmen in der täglichen Kommunikation und ist ein Werkzeug für Projektteams. Es bietet die Funktionen eines Microsoft Exchange Mailservers – ohne selbst eine teure und komplizierte technische Infrastruktur betreiben zu müssen.

Virtuelle Standleitung
Hierbei werden mehrere Anbieter zu einer Hochleistungs-Standleitung (VPN) gebündelt, was ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit garantiert.

Weitere Informationen: www.space.net

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