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Mittelstand in Bayern

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Wie der Mittelstand Data Science und Künstliche Intelligenz nutzen kann

Die Digitalisierung schreitet immer mehr voran. Daten werden immer mehr zum Treibstoff für Geschäftsmodelle und damit zum Treibstoff für Unternehmen. Neben digitalen Geschäftsprozessen, digitaler Markterschließung (E-Commerce) oder ERP-Einführungen stellen Data Science (DS) und Künstliche Intelligenz (KI) Schlüsseltechnologien für den Weg in das digitale Zeitalter dar. Die Nutzung von DS/KI für ein Unternehmen wird immer entscheidender, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch die intelligente Verknüpfung von Daten gewinnen KI-Systeme neue Erkenntnisse, wodurch Prozesse schneller, aber auch energieeffizienter und damit ökologischer werden. Auf Basis dieser Daten können auch neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Gut für die Innovatoren, schlecht für die Wettbewerber. Daher werden langfristig vor allem jene Unternehmen erfolgreich sein, die Daten strukturiert aufnehmen, verarbeiten, speichern, analysieren und daraus Mehrwerte generieren können, sogenannte Data Driven Companies.

Wo stehen wir derzeit bei der Nutzung von Data Science und Künstlicher Intelligenz?

Leider hinkt die Nutzung von Data Science (DS) und Künstlicher Intelligenz (KI) im deutschsprachigen Raum noch sehr hinterher. Nach einer derzeit noch laufenden Studie zum Thema “DS/KI für Unternehmen nutzbar” machen, geben 20% der Studienteilnehmer an, dass ihr Unternehmen DS/KI bereits nutzt. Dies bestätigt das Wachstum der letzten Jahre. Noch mehr Unternehmen befinden sich derzeit in der Pilotierung von DS/KI Projekten und beinahe die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie derzeit die Nutzung von DS/KI planen. Interessant hier ist, dass von den großen Unternehmen nur etwa 10% DS/KI schon regelmäßig nutzen und etwa 70% noch immer in der Pilotierungsphase sind. Der Rest zögert noch, denkt aber bereits darüber nach. Bei den KMU hingegen geht die Schere deutlich auseinander. Hier nutzen ca. 20% DS/KI bereits regelmäßig und weitere 30% sind in Pilotierung. Beinahe die Hälfte der KMU haben bisher jedoch noch keine DS/KI Aktivitäten gestartet. Es ist also höchste Zeit, hier aufzuholen.

Technisch gibt es bereits erprobte Systeme, Methoden und Lösungsansätze für DS/KI Anwendungsfälle. Bei DS/KI Projekten ist jedoch gerade die interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr wichtig. Kleine und mittelständische Unternehmen haben hier Vorteile gegenüber den Großen.

Was hindert KMU daran, Data Science und Künstliche Intelligenz für sich nutzbar zu machen?

Mit Abstand der größte Hinderungsgrund (> 80%) scheint derzeit das Fehlen der notwendigen Kompetenzen zu sein, gefolgt von einer fehlenden Nutzenbewertung (ca. 70%). Leider verstärken sich diese beiden Hemmnisse. Durch fehlendes DS/KI-Knowhow kann oft auch der Nutzen nicht bewertet werden. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen ist derzeit in der Planung für die Nutzung von DS/KI. Die heute schon sehr hohe Nachfrage an Kompetenzen wird also in absehbarer Zeit noch massiv steigen. Umso wichtiger wird es sein, konkrete Lösungsansätze und Vorgehensweisen für KMU bereitzustellen, damit DS/KI auch mit wenig verfügbaren Ressourcen eingeführt und genutzt werden kann.

Aus diesem Grund gibt es Förderprojekte des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) wie AKKORD (www.akkord-projekt.de) oder die Plattform Lernende Systeme (www.plattform-lernende-systeme.de), um Unternehmen den Zugang zu Data Science und KI zu erleichtern.

Im Rahmen von AKKORD wird derzeit die Studie „Data Science und Künstliche Intelligenz für Unternehmen nutzbar machen“ durchgeführt. Hier geht es genau darum, die bestehenden Hemmnisse zu verstehen und die notwendigen Voraussetzungen und Herangehensweisen zu ermitteln. Aus den Studienergebnissen werden dann konkrete Lösungsansätze und Vorgehensweisen für Unternehmen abgeleitet und bereitgestellt. Die Online-Befragung (https://www.surveymonkey.de/r/DS-KI-AKKORD-STUDIE ) hierzu läuft noch bis zum 15.08.2022. Machen Sie mit und Unterstützen Sie damit den Mittelstand DS/KI für sich nutzbar zu machen.

AKKORD Förderhinweis: Das Vorhaben (Förderkennzeichen: 02P17D210) wird im Rahmen des Förderprogramms „Industrie 4.0 – Kollaborationen in dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken (InKoWe)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Kofinanziert im Programm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“

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