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Mittelstand in Bayern

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Mittelstand und Corona: Wo geht die Reise hin?

Zum Ende des Jahres wird die Wirtschaft erneut auf die Probe gestellt. Davon betroffen ist in besonderem Maße auch der Mittelstand, der bereits ein langes und kompliziertes Jahr hinter sich hat.

Absehbar, und doch unvermeidlich: Schwierige Bedingungen zum Jahresende

Am Sonntag, dem 13. Dezember 2020, war es beschlossene Sache: Ab dem folgenden Mittwoch (16. Dezember) geht Deutschland in einen verschärften Lockdown. Dieser bedeutet weitere Schließungen, um die Kontakte der Bevölkerung zu reduzieren und der weiteren Verbreitung des Virus kurz vor Weihnachten Einhalt zu gebieten. Aus epidemiologischer Sicht macht dies Sinn, bedeutet für viele Unternehmen jedoch einen weiteren Kraftakt – und das nach einem Jahr, das ohnehin schon massiv an den Reserven gezehrt hat.

Da die fortan geltenden Regelungen mindestens bis zum 10. Januar 2021 Bestand haben werden, muss die Planung entsprechend ausgerichtet werden. So bleiben im Einzelhandel lediglich die Geschäfte für den alltäglichen Bedarf geöffnet, allen voran Supermärkte, aber auch Gartenzentren und Drogerien. Branchen wie die Textilindustrie, die im Dezember normalerweise ihre umsatzstärkste Zeit hat, müssen dagegen schließen. Der Außer-Haus-Verkauf von Restaurants und Imbissbuden ist weiterhin erlaubt; wie die Umsatzzahlen aussehen werden, bleibt eine andere Frage.

Die Liste an Branchen, die sowohl in Bayern als auch weltweit von der Pandemie besonders schwer getroffen wurden und werden, lässt sich beinahe beliebig fortsetzen. Da wäre beispielsweise das Hotel- und Gastgewerbe, das in Deutschland rund eine Million sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zählt. Ob auf private Touristen ausgelegt oder auf gewerbliche Zwecke, wie es etwa die große Zahl von Tagungshotels in Nürnberg ist, musste die Branche 2020 in jedem einzelnen Monat ein klares Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen.

Der Brexit – ein Ausstieg zur Unzeit

Umso wichtiger wird auch zu Beginn des neuen Jahres die Unterstützung des Staates sein. Bislang wurden 70 Milliarden Euro an Hilfen auf den Weg gebracht; weit über die Hälfte davon jedoch in Form von KfW-Krediten, die früher oder später zurückgezahlt werden müssen. Sowohl im Mittelstand als auch in größeren Unternehmen könnte dies für neue Probleme sorgen, falls der Umsatz bis dahin nicht wieder ein massives Comeback feiern konnte.

Und als wäre die Coronakrise nicht genug, deutet sich zum Jahreswechsel ein weiteres Schreckgespenst an. So endet zum 31. Dezember die Übergangsperiode des Brexit und auch dies dürfte speziell im Mittelstand für Herausforderungen sorgen. Ein No-Deal-Austritt, nach dem es aktuell aussieht, würde die Bedingungen noch deutlich erschweren und zu einem weiter sinkenden Handelsvolumen führen.

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