Achim von Michel über den Corona-Lockdown

Mittelstand in Bayern

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2020 vor dem Ende – wird 2021 alles besser?

Liebe Leserinnen und Leser,

das leidige Corona-Jahr 2020 geht seinem Ende entgegen. Alle internationalen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die noch zu Beginn des Jahres erwartet wurden, wurden durch die global grassierende Corona-Pandemie in den Schatten gestellt. Trotz den gegenwärtigen Einschränkungen und den aktuell schwierigen Zeiten für den Mittelstand gibt es zum Jahresende aber auch gute Nachrichten: Die Impfstoff-Zulassungen in vielen Ländern und der Regierungswechsel in den USA machen Hoffnung für das kommende Jahr. Doch wird 2021 wirklich besser?

Corona-Ende noch nicht absehbar

Zunächst bleibt abzuwarten, ab wann die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie wieder gelockert werden können – und zwar nicht nur in Deutschland. Der Virologe Christian Drosten sagte unlängst, dass die Akzeptanz für die Maßnahmen spätestens nach einer Durchimpfung der Risikogruppen bis zum Sommer zurückgehen werde – doch damit sei Corona noch nicht vorbei. Nur bei einer hohen Impfbeteiligung und Immunisierung der gesamten Bevölkerung lasse sich das Virus wirklich dauerhaft zurückdrängen. Ob dafür genug Bürger mitmachen, ob der Impfstoff in ausreichender Zahl zur Verfügung steht und ob das Virus die Wirksamkeit der Impfung nicht durch Mutationen zunichtemacht, steht in den Sternen. Viele Maßnahmen werden so oder so weit bis über den 10. Januar hinaus aufrechterhalten werden müssen. Daher erscheint hier höchstens ein vorsichtiger Optimismus angemessen.

Wirtschaftskrise & Steuererhöhungen?

Hinzu kommen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, die ab 2021 wohl erst richtig zum Tragen kommen werden. Die umfangreichen Finanzhilfen für deutsche Unternehmen konnten dieses Jahr den größten Schaden für den Mittelstand abwenden. Massenhafte Kurzarbeit konnte zudem die steigende Arbeitslosigkeit abfedern. Trotzdem wird am Ende eine hohe Neuverschuldung finanziert werden müssen. Aktuelle Gedankenexperimente von führenden Politikern über Erhöhungen der Einkommensteuer oder gar eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer sorgen für Beunruhigung im Mittelstand. Eigentlich wäre es wichtiger, kleine und mittlere Unternehmen von Steuer- und Bürokratielasten zu befreien, um steigende Insolvenzen und Arbeitslosigkeit im neuen Jahr zu mindern. Doch stattdessen setzt die Politik aktuell wieder auf eine (Um-)Verteilungsdebatte.

Bundestagswahl 2021 – Steht ein Richtungswechsel bevor?

Apropos Politik: Im kommenden Jahr steht die Bundestagswahl bevor, bei der es um zentrale Richtungsentscheidungen geht. Wie gehen wir mit den Herausforderungen des Klimawandels, des Technologiewandels in der Autoindustrie sowie der globalen Digitalisierung um? Noch sind die Parteien nicht wirklich im Wahlkampfmodus, der Union fehlt auch immer noch ein Spitzenkandidat. Hier bleibt es spannend, wer sich nach dem Parteitag der CDU als Parteivorsitzender durchsetzen kann. Doch egal wer am Ende die Nase vorne hat: Nach einem Abflauen der Pandemie kann damit gerechnet werden, dass der Wahlkampf an Fahrt aufnimmt – für politische Spannung ist 2021 also gesorgt.

Redaktionsferien bis Januar: Frohe Weihnachten

Wir freuen uns daher, auch im neuen Jahr wieder aktuell und regelmäßig über den Mittelstand in Bayern und der Welt zu berichten. Abschließend möchte ich mich noch bei unseren Lesern und Abonnenten für Ihre Treue in diesem turbulenten Jahr bedanken. Bis zum 07. Januar sind wir im Weihnachtsurlaub.

Ihnen wünschen wir bis dahin allen Einschränkungen zum Trotz schöne Feiertage und vor allem etwas Erholung!

Ihr

Achim von Michel

Herausgeber mittelstandinbayern.de

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