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Mittelstand in Bayern

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Digitalisierung der mittelständischen Unternehmen: Wo steht Bayern?

Wer wirtschaftlichen Erfolg anstrebt, kommt um die Digitalisierung nicht herum. Kleine und mittelgroße Firmen müssen sich seit geraumer Zeit umorientieren. Was damals funktionierte, gilt heute oft als überholt. Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie flexibel und technikaffin Unternehmen heutzutage sein müssen. Viele Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen. Zudem wird es immer schwieriger, Rückstände aufzuholen, denn unsere technische Welt befindet sich im steten Wandel. Wie steht es in Bezug auf die Digitalisierung wirklich um die mittelständischen Unternehmen in Bayern und wo gibt es Verbesserungsbedarf?

Digitale Kompetenzen müssen gestärkt werden

Während es mittlerweile zuhauf Unternehmen gibt, die sich die Digitalisierung in Zeiten der Pandemie gar zunutze machen konnten, beklagen immer noch zu viele kleinere Unternehmen ein zu geringes Knowhow. Man schaue sich nur neuste Online Casinos an, die auf vielen Plattformen angepriesen und besprochen werden: Online-Casino-Betreiber setzen auf flexible Arbeitszeiten und haben Mitarbeiter aus aller Welt. Remote-Work ist bei Glücksspielunternehmen schon längst nichts Neues mehr. Gleichzeitig basiert der Erfolg auf der einfachen Möglichkeit, Glücksspiele im Internet anzubieten und damit überall zugänglich zu machen.

Diese Ausgangssituation hat natürlich nicht jedes mittelständische Unternehmen. Dass die Strukturen eingefahren sind und es an Innovationen mangelt, ist aber kein Geheimnis. Oft fehlt es schon an Kenntnissen zur richtigen Internetrecherche. Aber auch was den Umgang mit sozialen Medien und Onlinemarketing betrifft, gibt es vielerorts Nachholbedarf. Dass die Mitarbeiter nicht ausreichend unterrichtet werden, sorgt dafür, dass viele Unternehmen noch immer zurückliegen. Das ist nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Bundesländern zu beobachten.

Digitaler Wandel erfolgt schnell und ist unaufhaltsam

Ein Programmierer oder eine Programmiererin muss man nicht sein, um mit einem Laptop oder Handy umgehen zu können. Tatsächlich handelt es sich dabei ganz einfach um Grundkenntnisse, die viele Arbeitnehmer mittlerweile mitbringen müssen. Klassische Office-Programme gehören ebenso dazu wie moderne Kommunikationsmittel. Im letzten Jahr hat sich aber gezeigt, dass es hier an einigen Stellen hapert: Nicht jeder Arbeitnehmer und nicht jede Arbeitnehmerin konnte direkt in einen Zoom-Call einsteigen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und Arbeitnehmer schreitet also voran. Plötzlich gab es außerdem Diskussionen um den Datenschutz, weil von zu Hause aus gearbeitet werden musste. Technische Probleme waren an der Tagesordnung – und sind nur ein kleiner Teil der vielen Hürden, die der Digitalisierung im Weg stehen.

Ebenso wichtig ist es, Tools zur Datenanalyse kompetent nutzen zu können. Aus Studien geht hervor, dass nur rund 55 Prozent der Unternehmen mit ihrer Datenanalyse zufrieden seien. Die richtige Analyse ist aber unabdingbar, um Unternehmensprozesse zu optimieren und das Geschäft voranzutreiben.

So hat wohl jedes Unternehmen ganz eigene Baustellen, oft auch gleich mehrere. In vielen Firmen setzt man nun vermehrt auf Weiterbildungen, welche den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Hilfestellung sein sollen. Kosten- und Zeitgründe können die Digitalisierung hemmen, Fortbildungen sind aber unerlässlich, um gerade die älteren Kollegen und Kolleginnen mit moderner Technologie vertraut zu machen. Doch hier kommen viele strukturelle Probleme zum Tragen: Was, wenn keine Vertretung zu finden ist? Wenn es aus zeitlichen Gründen einfach nicht möglich ist, längere Einarbeitungsphasen zu organisieren oder vermehrt an Fortbildungen teilzunehmen? Gleichzeitig ist es aber wichtig, dauerhafte Weiterbildungen zu ermöglichen. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung große Sprünge gemacht, in kurzer Zeit passiert sehr viel. Wer nicht zeitgemäß arbeitet, wird abgehängt. Die Rückstände werden irgendwann so groß, dass sie kaum mehr aufzuholen sind.

Bayern möchte Digitalisierung vorantreiben

Wirtschaft funktioniert nicht mehr ohne Digitalisierung, das weiß man auch in Bayern. Das Zentrum Digitalisierung.Bayern hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuführen und wichtige Impulse zur notwendigen Digitalisierung zu geben. So soll die digitale Transformation gefördert werden. Im ganzen Bundesland gibt es Zusammenarbeiten mit Hochschulen und Unternehmen. Das ZD.B fungiert dabei gleichermaßen als Ansprechpartner wie auch Organisator.

Nur mittels digitaler Technologien, so das Zentrum Digitalisierung.Bayern, ist es möglich, gesellschaftliche Veränderungen in die richtige Richtung zu lenken und am Ball zu bleiben. Die Projektleiter möchten Unternehmen dabei unterstützen, Daten besser auswerten zu lernen und diese an umfangreiche Analysen heranführen, was bessere Geschäftsmodelle ermöglicht. Man tritt als Anlaufstelle für Unternehmen jeder Art auf, egal ob groß oder klein. Das ZD.B möchte als wichtige Schnittstelle fungieren und zeigen, dass Digitalisierung uns alle betrifft und verbindet.

Auch die Hightech Agenda Plus ist ein Schritt in die richtige Richtung: Damit stellt die Regierung Bayerns für dieses Jahr und auch das Jahr 2022 große Fördersummen zur Verfügung, um die Digitalisierung voranzubringen und strategischer zu gestalten. So können Wohlstand und Arbeitsplätze in Bayern gesichert werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen wird dadurch ebenso gestärkt. Das umfasst Förderbereiche wie Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz, Luft- und Raumfahrt oder LifeScience. Auch wird der Fokus gezielt auf den Mittelstand gelegt, in dem die Digitalisierung intensiviert werden soll.

Digitalisierung in jedem Unternehmensbereich

Einerseits ist es an den Führungskräften, moderne Technologien einzusetzen, um das Geschäft zu optimieren. Auf der anderen Seite kann erfolgreiche Digitalisierung aber nur funktionieren, wenn alle Arbeitnehmenden in den Prozess eingebunden werden. Deshalb gilt es gleichermaßen, auf Onlineseminare oder andere Fortbildungsmöglichkeiten wie auch auf komplexere Umstrukturierungsprozesse zu setzen. Kleine und mittlere Unternehmen, die die Digitalisierung in den letzten Jahren versäumten oder dieser nicht genug Beachtung schenkten, haben einiges aufzuholen. Der technologische Wandel wartet nicht, sondern passiert im Gegenteil in einem rasanten Tempo. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen das nötige Budget wie auch die Zeit schaffen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und Trends zu erkennen. Wer diese wichtigen Schritte geht und auf die richtigen Weiterbildungen und Optimierungsmöglichkeiten setzt, hat gute Chancen, konkurrenzfähig zu bleiben. Aktiv werden sollten kleine wie mittelständische Unternehmen also lieber heute als morgen.

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