Währungsabsicherung als Folge des Brexits (Foto: pixabay.com)
Durch Währungsabsicherung können Verluste für Unternehmen verhindert werden. (Foto: pixabay.com)

Währungsabsicherung für Mittelständler in Zeiten des Brexits

Veröffentlicht: 14.07.2016

Die Auswirkungen des Brexits auf die bayerische Wirtschaft sind nicht mehr von der Hand zu weisen, wie wir bereits berichtet haben. Vor allem die enorm schwankenden Wechselkurse sind für Mittelständler Gift. Entsprechend stellt sich die Frage, wie mögliche Verluste ausgeglichen oder gar verhindert werden können.

Seit dem Brexit zählt wieder der Aspekt der Sicherheit

Mehr als 68.500 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Bayern agieren weltweit und sind tagtäglich von schwankenden Wechselkursen betroffen. Zahlreiche Unternehmen haben bereits unter den Schwankungen gelitten – andere hingegen haben enorm davon profitiert. Nach dem Brexit-Referendum ist die Angst vor Verlusten enorm. Wer sich jedoch im Vorfeld informiert und mit dem Gedanken der Währungsabsicherung spielt, kann gröbere Verluste verhindern und am Ende sogar als Gewinner vom Platz gehen. Mittelständler, die bislang nicht auf Währungsabsicherungen gesetzt haben, sollten daher heutzutage Informationen einholen, um am Ende nicht Verluste hinnehmen zu müssen.

Dennoch ist das ganze Ausmaß der Folgen des Brexits auf die Währungen und Wechselkurse nicht vorhersehbar – auch wenn Analysten wie beispielsweise IG dem Thema ganze Themenseiten widmen. Für Mittelständler bedeutet das: Nur wer sich heute auf die sichere Seite begibt und die Instrumente der Währungsabsicherung nutzt, kann weiterhin bedenkenlos seinen Geschäften nachgehen.

Kursschwankungen sorgen für herbe Verluste

Auch wenn Geschäfte über Länder- und Währungsgrenzen hinweg davon zeugen, dass das Unternehmen gut am Markt vertreten ist, muss es dennoch mit den Schwankungen der Wechselkurse leben. Bezieht ein deutsches Unternehmen eine Maschine von einem Hersteller aus Großbritannien und der Marktpreis liegt bei 50.000 Euro, so kann das Produkt, wenn die Lieferung zwei Monate später kommt, plötzlich 55.000 Euro kosten. Natürlich gibt es auch den Fall, dass der Wechselkurs in eine günstige Richtung fällt und das Produkt dann nur noch 48.000 Euro kostet.

Wer jedoch sein Glück nicht herausfordern möchte, sollte verschiedene Instrumente zur Währungsabsicherung nutzen. Vor allem in Zeiten des Brexits, in denen Kursentwicklungen nicht vorhergesagt werden können, sind bayerische Mittelständler gut beraten, wenn sie sich Optionen freihalten, um am Ende keinen Verlust zu erleben. Schon während der Wirtschaftskrise 2008 waren viele Kunden auf Sicherheit aus. Aber viele Unternehmen haben die Auswirkungen unterschätzt und mussten herbe Verluste einfahren. Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, sollten Mittelständler auf Währungsabsicherung setzen.

Die Instrumente der Währungsabsicherung

Eine beliebte Möglichkeit zur Währungsabsicherung sind Termingeschäfte. Liegt der Vertragsabschluss vor der endgültigen Abwicklung des Geschäfts bzw. vor der Lieferung, vereinbaren beide Partner einen festen Warenpreis. Zu solchen Termingeschäften zählen etwa Options- oder auch Devisengeschäfte. Bedingte Termingeschäfte werden auch Optionsgeschäfte genannt. Das bedeutet, dass der Käufer das Recht, jedoch aber nicht die Pflicht hat, die Waren zu einem im Vorfeld festgelegten Preis zu kaufen. Er hat eine Option, aber keinen Kaufzwang. Entwickelt sich der Wechselkurs zu seinen Gunsten, zieht er finanzielle Vorteile und muss auch keine Nachteile erleben, wenn der Kurs eine ungünstige Schwankung erlebt. Entscheidet sich der Käufer, wenn der Wechselkurs ungünstig ist, gegen das Produkt, muss er dem Optionsgeber jedoch die Optionsprämie bezahlen. Derartige Bedingungen gibt es bei sogenannten Devisengeschäften nicht. Der Kunde verpflichtet sich dabei, die Waren zu einem im Vorfeld bestimmten Termin zu kaufen und den vereinbarten Kurs zu bezahlen. Zwar machen Devisengeschäfte noch einen Großteil aller Geschäfte aus – aber aufgrund der unsicheren Entwicklung rund um Großbritannien, dürften Optionsgeschäfte in Zukunft wohl zunehmen.

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