Eine Gleichwertung der beruflichen und akademischen Bildung wird gefordert
Der BVMW kritisiert die Bildungspolitik der Regierung. (Foto: einstellungstest-polizei-zoll.de / pixelio.de)

Der Mittelstand fordert Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung

Veröffentlicht: 22.06.2016

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Schon seit Jahren ist er erkennbar: Der Trend zum Hochschulabschluss. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für ein Studium, und damit gegen eine Lehre in einem Unternehmen. Das ist auch eines der Ergebnisse des kürzlich vorgelegten Bildungsberichtes 2016 der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Danach liegt die Studienanfängerquote erneut bei 58 Prozent. Angesichts des aktuellen Fachkräftemangels spielt diese Entwicklung den mittelständischen Unternehmen nicht gerade in die Karten. Mittelstandspräsident Mario Ohoven erklärt dazu: „Der deutsche Mittelstand begrüßt jeden Fortschritt für eine bessere Bildung in Deutschland. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Wir müssen trotz erkennbarer Fortschritte feststellen, dass wir von der Bildungsrepublik Deutschland noch weit entfernt sind. Unser Aushängeschild und unsere Stärke ist die duale Ausbildung. Deswegen sehen wir eine Studienanfängerquote von 58 Prozent nicht als Zeichen von mehr Bildungsgerechtigkeit, sondern fordern von der Politik mehr Einsatz für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Nicht jeder, der erfolgreich am Berufsleben teilnimmt, muss eine Hochschule von innen gesehen haben.“

Politik muss sich mehr für Bildungsgerechtigkeit einsetzen

Auch der Bildungsbericht sieht diese Entwicklung durchaus kritisch. Darin heißt es, es müsse geklärt werden, welche Folgen sich dadurch für die beiden Bildungsbereiche und ihr Verhältnis zueinander ergebe – ob sich etwa kombinierte Strukturen herausbilden, wie eine Balance zwischen wissenschaftlichen und berufspraktischen Anforderungen gefunden werden kann und wie sich die jeweiligen Berufsperspektiven entwickeln. Ohoven geht das jedoch nicht weit genug. Für ihn ist klar, dass die Politik hier handeln muss: “Die berufliche Bildung darf nicht zum Stiefkind der Bildungspolitik werden. Denn sie ist gerade auch angesichts des Fachkräftemangels der Dreh- und Angelpunkt für die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Wir müssen junge Menschen viel mehr ermutigen, in eine Ausbildung zu gehen.“

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