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Das Finanzierungsklima für Startups wird weltweit schlechter. (Foto: www.einstellungstest-polizei-zoll.de/pixelio.de)

Startup-Branche blickt kritischer als erwartet in die Zukunft

Veröffentlicht: 10.12.2015

Wie ist es aktuell um die Startup-Branche bestellt? Und was erwartet sie für die Zukunft? Die kürzlich veröffentlichte First Round Capital 2015 Studie gibt Aufschluss über diese und weitere Fragen. Hierzu wurden mehr als 500 Gründer und Mitarbeiter der Startup-Szene in den USA zu ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt. Das Ergebnis belegt: Die Branche ist kritischer gegenüber sich selbst und ihren Erwartungen geworden. Mehr als 90 Prozent der Befragten Startups äußerten demnach die Befürchtung, dass es in den kommenden zwölf Monaten immer schwieriger werden wird, neue Investoren zu finden. Im Startup-Business könnte sich damit in nächster Zeit so einiges ändern: Denn während in den letzten Jahren in Amerika noch immense Summen an Risikokapital zur Verfügung standen und in Startups geflossen sind, scheinen nun auch dort die Alarmglocken zu läuten. Sollte diese Investitionsblase dann tatsächlich platzen, werden viele Startups langfristig nicht mehr profitabel und das rasante Wachstum der Branche droht einzubrechen. Auch ein Imageschaden wäre unumgänglich.

Enterprise-Startups sind am zuversichtlichsten

Ein Problem dabei ist oftmals der Hype, der um neue technologische Entwicklungen gemacht wird. Ein Beispiel hierfür ist die Vielzahl an Smartwatches und Fitness-Armbändern, die bereits auf dem Markt sind. Hier stellt sich die Frage, wie groß der Bedarf bei den Konsumenten wirklich ist. Auch in der Branche scheint man dieses Problem erkannt zu haben und so sehen 73 Prozent der Befragten die Gefahr einer Hype-Blase. Allerdings gilt es, zwischen den einzelnen Startup-Sektoren zu unterscheiden: Denn junge Unternehmer, die Enterprise-Lösungen, wie zum Beispiel digitale Services für bereits bestehende Industrien anbieten, müssen zwar längerfristiger planen und brauchen länger bis sie profitabel sind, dennoch sind zuversichtlicher und seltener der Meinung, dass es zu einer Investitionsblase kommen wird. Startups für Consumer-Produkte, E-Commerce, Hardware oder Web-Werbelösungen sind zwar schneller profitabel, fürchten aber eine Hype-Blase in ihrer Branche.

Startups kritisieren zunehmenden Einfluss der Investoren

Aber auch wenn Investoren gefunden wurden, besteht ein Problem darin, dass der Einfluss und die Kontrolle über das Unternehmen zunehmend aus den Händen der Gründer genommen und in die Hände der Investoren gelegt wird. Für die nächsten Jahre sagen nur noch 46 Prozent der Befragten, dass die Gründer das Sagen über ihr Unternehmen behalten werden. Die Ergebnisse der Studien lassen also durchaus gedämpfte Zukunftsaussichten der Startup-Branche schlussfolgern. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass die Startup-Szene aufgrund ihrer hohen Flexibilität immer wieder für Überraschungen gut ist. Zwar ist der Markt umkämpft, aber aussichtsreiche Ideen sind keineswegs aussichtslos.

Die Studie finden sie HIER.

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