Nach der Landtagswahl: Bayern bleibt stabil

Die Landtagswahl in Bayern hat für einigen Wirbel in der politischen Landschaft gesorgt. Dennoch können viele Wähler mit den Ergebnissen zufrieden sein. Tiefgreifende Veränderungen auf politischer Ebene sind indessen nicht zu erwarten: Bayern dürfte die nächsten Jahre von einer bürgerlichen Koalition aus Freien Wählern und CSU weiter stabil regiert werden.

CSU-Wähler können aufatmen

Die CSU-Anhänger müssen zwar den Verlust der absoluten Mehrheit und hohe Verluste beim Stimmanteil verkraften. Dennoch bleiben die Christsozialen mit großem Abstand stärkste Kraft im Landtag und können in Bayern ziemlich sicher weiter regieren. Im Vorfeld der Wahl wurde ja bereits über eine Regenbogenkoalition ohne die CSU gemutmaßt. Die erreichten 37,2 Prozent sind sogar etwas höher als die letzten Umfragen erwarten ließen. Die ganz große Katastrophe für die CSU wurde somit vermieden.

Die Grünen kompensieren SPD-Verluste

Die SPD musste ebenfalls erhebliche Stimmverluste hinnehmen und halbierte ihr Ergebnis von 2013 ungefähr. Die Sozialdemokraten haben es in Bayern aber traditionell schwer und können immerhin den ihnen nahestehenden Grünen gratulieren. Denn die schweren Verluste der SPD konnten die Grünen fast komplett wieder wettmachen, sie verzeichneten hohe Gewinne. Das Lager links der Mitte hat so trotz der Schwäche der SPD insgesamt keine herben Verluste erlitten: Auch Die Linke konnte leicht zulegen, wenngleich sie den Einzug in den Landtag dann doch deutlich verpasst hat.

Die FDP kann sich hingegen über den knapp geglückten Wiedereinzug ins Maximilianeum freuen. Auch die Freien Wähler dürften erfreut über ihre Stimmgewinne von 2,6 Prozent sein und stehen womöglich erstmals vor einer Regierungsbeteiligung. AfD-Anhänger können ebenfalls den Einzug ihrer Partei ins Parlament feiern, die immerhin die SPD überflügeln konnte. Wähler in der Mitte und links davon können sicher damit leben, dass die AfD leicht hinter ihren Umfrageergebnissen zurückblieb.

Koalitionsverhandlungen müssen Kompromisse bringen

Insgesamt werden sich die meisten Wähler also mit dem Ergebnis der Wahl abfinden können. Viele wünschten sich im Vorfeld zwar eine Koalition aus Grünen und CSU, als deutlich wahrscheinlicher gilt aber aufgrund geringerer inhaltlicher Differenzen eine Zusammenarbeit der CSU mit den Freien Wählern. Für die von vielen Unternehmern favorisierte schwarz-gelbe Koalition reicht es hingegen nicht.

Die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen versprechen trotzdem spannend zu werden, da Konflikte zwischen den Freien Wählern und der CSU, wie z.B. der Bau einer dritten Startbahn des Münchner Flughafens, noch ausgeräumt werden müssen.

Ihr

Achim von Michel

Herausgeber, mittelstandinbayern.de

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