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Münchner Wirtschaft 2020: So groß sind die Einbußen durch Corona

Diese Woche erschien der Jahreswirtschaftsbericht der Landeshauptstadt München, der alle wichtigen aktuellen Zahlen zum Wirtschaftsstandort München liefert. Bei der letzten Veröffentlichung 2019 war die Münchner Wirtschaft noch sehr gut aufgestellt: Ein dynamischer Arbeitsmarkt mit historisch niedriger Arbeitslosenquote, hohe Einnahmen durch die Gewerbesteuer und eine hohe Kaufkraft kennzeichneten die Qualität des Standorts. Nun zeigen die Zahlen für das erste Halbjahr 2020 die schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns und der Corona-Pandemie. Der Bericht listet dabei die bereits sichtbaren Einbußen aus dem ersten Quartal 2020 nach Branchen auf.

Auswirkungen der Corona-Krise stark branchenabhängig

Auffällig ist dabei, dass sich die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise stark von Branche zu Branche unterscheiden. In München sind vor allem das Gastgewerbe, das verarbeitende Gewerbe, der Handel und die Kultur- und Kreativwirtschaft besonders stark betroffen, während andere Wirtschaftssektoren nur geringe oder sogar positive Effekte verzeichnen.

Verarbeitendes Gewerbe: fast 37 Prozent minus

Knapp 24 Prozent der wirtschaftlichen Wertschöpfung Münchens wird im produzierenden Sektor erarbeitet. Viele Industriebereiche haben internationale Zuliefererbeziehungen, weshalb aufgrund unterbrochener Lieferketten bereits früh negative Effekte festzustellen waren. Aufgrund der Corona-induzierten Abstandsgebote wurden zudem die Produktionsprozesse zum Teil heruntergefahren. Zugleich kam es zeitweise zu kompletten Nachfrageausfällen. Die aktuellen Umsatzzahlen vom April zeigen für das Verarbeitende Gewerbe in München daher einen Umsatzrückgang von 36,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Auslandsumsatz sank um 34,9 Prozent.

Tourismus: minus 76 Prozent

Der vollständige Wegfall des Tourismus, der in München jährlich einen Wirtschaftswert von 8,3 Mrd. Euro generiert, ließ die gesamte touristische Wertschöpfung für die Monate März bis Mai ersatzlos ausfallen. Außerdem liegt der gesamte Bereich des Messe- und Kongresstourismus aufgrund der nicht stattfindenden Veranstaltungen zumindest bis zur Wiedereröffnung der Messe München im September brach. So gut wie alle Großveranstaltungen mussten für 2020 abgesagt werden, darunter das Oktoberfest mit einem Umsatzausfall von 1,23 Mrd. Euro.

Für das Gastgewerbe lässt sich der Umsatzausfall nicht eingegrenzt für München benennen. Die bayerischen Zahlen, die auf München mindestens so zutreffen, nennen jedoch für den April einen Umsatzrückgang von 76,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und einen Beschäftigungsrückgang von 28,4 Prozent.

Einzelhandel: bis zu minus 80 Prozent

Im Einzelhandel konnten Geschäfte des täglichen Bedarfs während der Ausgangsbeschränkungen geöffnet haben und Umsatzzuwächse verzeichnen, der sonstige lokale Einzelhandel erlitt andererseits massive Umsatzausfälle. Hier kommt ebenfalls die fehlende Nachfrage der ausbleibenden Touristen zum Tragen. Die gegensätzlichen Effekte sind auch in den aktuellen April-Zahlen für Bayern sichtbar: der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet ein Umsatzplus von 13,4 Prozent, während der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen einen Umsatzeinbruch von 80,2 Prozent beklagt. Über die gesamte Branche betrachtet, liegt der Rückgang bei 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Schlechte Aussichten für Kultur- und Kreativwirtschaft

Die  Kultur- und Kreativwirtschaft ist maßgeblich von den Auswirkungen der durch die Corona-Krise notwendigen Schutzmaßnahmen und Beschränkungen betroffen. Die Umsatzeinbußen sind kaum durch nachholendes Geschäft zu kompensieren und für einen Großteil der Kultur- und Kreativschaffenden zumeist schon jetzt existenzbedrohend. Überdies werden hier weiter anhaltende Beschränkungen, die Absage von Großevents und die Kürzung von Marketing- und Kulturbudgets für weit über die nächsten Monate hinaus eine prekäre Situation zur Folge haben.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Für den Arbeitsmarkt haben die Probleme der unterschiedlichen Branchen schlechte Auswirkungen: Statt der sonst üblichen Frühjahrsbelebung stieg die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent im April und im Mai ein weiteres Mal auf jetzt 4,8 Prozent.  Insgesamt stieg die Zahl an Arbeitslosen im Agenturbezirk München in diesen beiden Monaten um 14.500. Im Agenturbezirk München gingen zudem in drei Monaten 22.344 Anzeigen zur Kurzarbeit ein.

Comments (1)

  1. wir alle sind schon mehr wert, indem die Preise für Besitztümer steigen.
    Indem in München durchaus schon 25 Euro kalt für Mieten gezahlt werden, ist München reich.
    Nur durch hohe Kosten wird eine Stadt reich. Ein Niveau sozusagen.
    Aber ob bezahlt wird und ob das durchzuhalten sein wird, steht auf einem anderen Papier.
    Es ist so, wie wenn man einen Kredit bezahlt. Man hat das Geld und ist reich.
    Und erst interessiert es nicht was danach kommt.
    Kurzum kann eine Gemeinde reich sein, wo noch nichts bezahlt ist.
    Kurzum ist der Kreditnehmer verantwortlich dafür, dass es dann auch weitergeht und nicht der Besitzer.
    Reich ist eine Stadt dann, wenn es Leute gibt, die dafür arbeiten.
    Und nicht, wenn viele Reiche in dieser Stadt wohnen.
    Und ob man , als Stadt jegliche Konzerne anzieht und Steuergeschenke macht um sie zu gewinnen und gleichzeitig nicht fähig ist für Wohnraum zu sorgen, ist fragwürdig.
    Am Schluss bleibt so ein Gefühl für Firmen, die sagen, ich bin in München, wow!?
    Und für Arbeiter. Ich wohne in München. Mist!?
    Ich habe München mal geliebt. Diese Stadt war mal eine Gesellschaft.
    Aber München ist heute anders. Da laufen die 22jährigen-Machos rum, mit der 15000 Euro Rolex und daneben sucht die Oma den nächsten Mülleimer.
    Aber da bringt auch das zehnjährige Mädel die Pfandflaschen zum Supermarkt und in China ist ein Radel umgefallen. Es wurde kühl in München und das war vor 20 Jahren noch nicht so.
    München ist aber verhältnismässig sauber. Das heisst niemand will was vom anderen.
    In Berlin ist es schmutzig. Aber es wundert mich, wie sich die Leute dort kennen.
    Am Ende wäre wohl das Beste aus beiden Städten wohl das Beste?
    Berlin wirbt mit seinen abbruchreifen Häusern, die man besichtigen muss, München für sein Oktoberfest.
    Berlin wird immer Ruinen haben, aber das Oktoberfest ist jetzt schon fraglich.
    In beiden Städten wohnt die Schickeria und zu oft.
    Und aus beiden Städten zieht die Familie weg und der Müllmann und der Polizist geht auch.
    War wohl nichts damit ein Zuhause zu finden.
    verschoben und auf dem Land ist es auch schön und auch immer teurer.
    also zurück in die Berliner Ruine bis der Oktoberfestbesucher reinpinkelt und reinkakt.
    Oder so ähnlich.
    In München riecht es nicht mehr nach Pisse.
    Und die Polizei hatte fast schon Langeweile und die Sanitäter auch. Kein Gekotze und keine Alkoholvergiftungen.
    Aber auch weniger U-Bahnfahrer und weniger Taxi-und-Hotelgäste.
    Wie sehr soll es wieder schmutzig werden. Denn das schafft Arbeitsplätze.
    Zum Wohl.

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