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Geplante Finanztransaktionssteuer trifft Mittelstand & Kleinanleger

Die von EU-Staaten geplante Finanztransaktionssteuer belastet Unternehmen

Die geplante Steuer zielt auf alle Aktientransaktionen ab (Bild: Pixabay)

Die vom Bundesfinanzministerium in Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten geplante Finanztransaktionssteuer auf Aktiengeschäfte zieht Kritik seitens der Wirtschaft auf sich: In einer Stellungnahme der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) heißt es, die geplante Steuer verzerre die Unternehmensfinanzierung und sei kontraproduktiv für die Finanzmarktstabilität sowie die private Altersvorsorge. Der Verband appelliert daher an die Politik, von der vorgesehenen „Aktiensteuer“ abzusehen.

Steuer auf Aktien – aber nicht auf spekulative Produkte

Denn vor allem auf Aktientransaktionen zielt die neue Steuer ab: Den Kauf und Verkauf von Einzelaktien sowie von Aktienfonds, ETFs und Sparplänen.  Andere Transaktionen blieben von der Steuer verschont oder professionelle Anleger können sie hier leicht umgehen. Dazu zählen der Hochfrequenzhandel sowie der Handel mit Derivaten und Optionen, die als weitaus spekulativer als traditionelle Aktiengeschäfte eingeschätzt werden. Laut dem Finanzministerium soll die neue Steuer bereits 2021 eingeführt werden.

Wirtschaft ist besorgt

Unternehmen könnten von der Steuer empfindlich getroffen werden. Der Branchenverband DVFA kritisiert, dass die Steuer börsennotierten Unternehmen den Zugang zum Eigenkapitalmarkt erschwert und so Wachstum, Innovation und Beschäftigung riskiere. Da die Abgabe auf den Kauf und Verkauf von Aktien erst ab einer Marktkapitalisierung von einer Milliarde Euro greifen soll, wären in Deutschland etwa 140 Großunternehmen direkt betroffen.

Doch auch Mittelständler könnten mittelbar betroffen sein: Ihnen fehlt häufig der Zugang zum internationalen Kapitalmarkt. In der Folgewirkung könnten sie bei der Finanzierung über Anleihen oder bei ihrer eigenen Kapitalanlage durch die Steuer getroffen werden. Händler und Börsenintermediäre werden die Steuer höchstwahrscheinlich auf die Endkäufer und Anleger umlegen. Die geplante Besteuerung von Aktienkäufen ist damit ein indirekter Eingriff in die Unternehmensfinanzierung und führt in der Tendenz dazu, dass Fremdkapital weiter an Attraktivität gegenüber Eigenkapital gewinnt. Im Ergebnis wird entsprechend die Unternehmensverschuldung tendenziell steigen und die Finanzmarktstabilität geschwächt anstatt gestärkt.

Kleinanleger zahlen drauf

Eine Finanztransaktionssteuer könnte zudem dazu führen, dass sich Kleinanleger gegen Aktien entscheiden. „Ein breit gestreutes Aktiendepot oder ein Aktiensparplan ist im Rahmen der Altersvorsorge eine sehr gute Ergänzung und hilft so, den Lebensstandard der Menschen im Alter zu sichern“, so der Berufsverband. Das gelte insbesondere in Zeiten, in denen es keine Zinsen auf Erspartes gibt. Die Politik sollte daher langfristige Vorsorgeanlagen fördern, anstatt sie zu besteuern.

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