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30 Jahre Mauerfall: Mittelstand in Ostdeutschland stärker als vermutet

Mittelstand Ostdeutschland Foto Berliner Mauer

Der Mauerfall jährt sich dieses Jahr bereits zum 30. Mal (Bild: Pixabay)

30 Jahre grenzenlos: Auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall wird in Deutschland noch lang und breit über die Unterschiede zwischen  den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern diskutiert.

Letztere würden vor allem wirtschaftlich hinterherhinken, heißt es häufig. Tatsächlich fällt mit Blick auf die größten Unternehmen in Deutschland auf, dass keines der 30 DAX-Unternehmen seinen Hauptsitz in Ostdeutschland hat. Auch in anderen wirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf oder der Arbeitslosenquote weist der Osten im Schnitt schlechtere Werte als der Westen auf.

Differenzierte Betrachtung notwendig

Doch hier zeigt sich bereits, dass die Unterscheidung in „armer Osten“ und „reicher Westen“ nicht immer zutreffend ist: Westdeutsche Bundesländer wie das Saarland, Bremen und teilweise auch Nordrhein-Westfalen sind bei der Arbeitslosigkeit durch höhere Werte als die meisten Ostländer gekennzeichnet. Hinzu kommt, dass die Wachstumsraten der Ostländer seit der Wende deutlich höher liegen als die der meisten Westländer.

Mittelstand in Ostdeutschland wächst

Dadurch, dass die ganz großen Unternehmen in Ostdeutschland selten sind, fällt den kleinen und mittleren Unternehmen dort eine noch größere Bedeutung als im Rest der Bundesrepublik zu. Wie der Mittelstandsatlas 2018 von der KfW Bank zeigt, konnte der Mittelstand in Ostdeutschland in den letzten Jahren gute Umsatzzuwächse von zwischen zwei und vier Prozent pro Jahr verzeichnen. Beim Mitarbeiterzuwachs blieb er aber noch hinter den Wachstumsraten Westdeutschlands zurück.

Generell muss man bei der Betrachtung auch die regionalen Unterschiede innerhalb Ostdeutschlands berücksichtigen: Der Mittelstand in Thüringen ist beispielsweise rentabler als in allen anderen ostdeutschen Bundesländern, die hinter den westdeutschen zurückbleiben. Brandenburg ist hingegen am innovativsten und lässt alle anderen Bundesländer bei den Investitionen hinter sich: Das Investitionsvolumen je Vollzeitäquivalent-Beschäftigtem beläuft sich im Brandenburger Mittelstand auf fast 10.000 Euro.

Struktur des Mittelstands unterscheidet sich

Auch die Branchenstruktur der mittelständischen Unternehmen unterscheidet sich zwischen Ost- und Westdeutschland an einigen Punkten. In den ostdeutschen Flächenländern stechen vor allem überdurchschnittliche Anteile von Bauunternehmen hervor. Unternehmen der wissensintensiven Dienstleistungen sind damit verglichen unterrepräsentiert. Auch exportorientierte Unternehmen mit Auslandsgeschäft finden sich im Osten der Republik deutlich seltener.

Insgesamt zeigt der KfW Mittelstandsatlas jedoch, dass einige Ostländer, wie Brandenburg, Thüringen und teilweise auch Sachsen auf einem guten Weg mit einem starken Mittelstand sind, während Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wohl noch weiterhin einigen Aufholbedarf haben werden.

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