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Bitcoin übertraf in der ersten Hälfte von 2020 die Edelmetalle

2020 ist ein sehr ungewöhnliches Jahr – der Ausbruch des Coronavirus hat unübliche wirtschaftliche Turbulenzen verursacht, sogar bei Kryptowährungen. Normalerweise gehört der Kryptohandel zu den volatilsten Anlagemöglichkeiten. Das hat sich zunächst wieder bestätigt, als der Kurs zusammen mit der Börse im Frühjahr einbrach. Was allerdings fast niemand erwartet hat, war der Fakt, dass Bitcoin Gold und andere Edelmetalle übertraf. Es lohnt sich, diesen Verlauf zu analysieren und zu überlegen, was das für die Zukunft beider Investmentstrategien zu bedeuten hat.

Was geschah in der letzten Krise?

In der letzten Finanzkrise von 2008 stiegen Edelmetalle rapide im Wert an. Das liegt daran, dass in Zeiten von unsicheren Aktien- und Devisenkursen die Anleger lieber auf die Unvergänglichkeit dieser Metalle setzen. Dabei werden nicht unbedingt tatsächliche Metallstücke über einen Verkaufstresen geschoben, sondern die Transaktionen können auch ganz einfach auf Papier (oder online) ablaufen und das Metall wird in einem zentralen Banktresor gelagert. Der Wert der Edelmetalle wird nicht nur deshalb gesteigert, weil Privatanleger Sicherheit suchen, sondern auch weil manche Länder mit volatilen Währungen einen Teil ihres Kapitals in Edelmetall verwandeln, um eventuelle Inflationen zu überleben, ohne bankrott zu gehen.
Speziell der Goldpreis ist immer ein guter Indikator für die Edelmetalle. In der letzten Krise stieg er bis zum Jahr 2011 auf einen Kurs von US$1920,65, eher er wieder sank.
Der größte Unterschied zur aktuellen Krise? Es gab noch keine Kryptowährungen! Bitcoin war die erste auf dem Markt und entstand erst im Jahr 2009, ein Jahr nach Beginn der Finanzkrise. Obwohl die digitale Währung rasch an Wert gewann, steckte sie noch in den Kinderschuhen, während Edelmetalle seit Jahrtausenden gehandelt werden.

Goldkurs und Bitcoinkurs von 2020 im Vergleich

2020 ist Bitcoin bereits 11 Jahre alt und nur eine von etwa 5.000 Kryptowährungen – mit anderen Worten, er ist eine bewährte und etablierte Geldanlage.
Zwischen Januar und Juni 2020 legte der Goldkurs um 16% zu, also ein deutliches Plus, das für Krisensituationen typisch ist. In derselben Zeit legte allerdings der Bitcoinkurs um satte 27% zu. Was dabei besonders unüblich war, ist der gemeinsame Einbruch aller Kurse. Kryptowährungen können gemeinsam mit dem Aktienmarkt abstürzen, nur auf eine volatilere Weise. Dies war auch im Frühjahr wieder der Fall. Dass der Goldkurs allerdings dieselbe Talfahrt erlebt, war mehr als unüblich.
Ebenso erholten sich alle Kurse gemeinsam wieder von dieser Krise und legten an Schwung zu, nur dass Bitcoin eben beliebter als Edelmetall war.

Wer sind die jeweiligen Anleger?

Ein weiterer Grund, wieso Bitcoin erfolgreicher ist, liegt in der Demographie der jeweiligen Anleger. Wer beispielsweise über bitcoin era handelt und sein Geld in Bitcoin anlegt, ist meistens zwischen 18 und 44 Jahre alt. Diese Nutzergruppe war in der letzten Krise von 2008 also erst 6 bis 32 Jahre alt und damit weniger vermögend oder noch gar nicht in der Geldanlage tätig. Diese Personen lernten quasi gleichzeitig über Geldanlage im Allgemeinen und Kryptowährungen im Speziellen und einige von ihnen wählten noch nie eine andere Anlagemöglichkeit. Der typische Goldanleger ist über 55 Jahre alt und war höchstwahrscheinlich bereits in der letzten Krise als Goldanleger tätig. Die Demographie weist also darauf hin, dass Kryptowährungen auch zukünftig die Edelmetalle überragen können.

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