Die Zuwanderung von Arbeitnehmer ist für Deutschland und seinen Mittelstand wichtig
Vor allem EU-Ausländer arbeiten in Deutschland (Bild: Pixabay)

Deutscher Mittelstand auf ausländische Mitarbeiter angewiesen

Veröffentlicht: 20.01.2017

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Mittelständische Unternehmen in Deutschland sind zunehmend auf Zuwanderer angewiesen. So beschäftigen fast drei Viertel der mittelständischen Arbeitgeber ausländische Arbeitnehmer. Dies ergab eine Studie der KfW-Bank.

Laut der am 16.01.2017 veröffentlichten Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit arbeiten hierzulande 3,1 Millionen Ausländer in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Viele arbeiten davon auch in mittelständischen Unternehmen, wie die repräsentative Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt.

Damit sind rund zehn Prozent der Beschäftigten in Deutschland Ausländer. Vor fünf Jahren waren es noch rund sieben Prozent mit 1,9 Millionen beschäftigten Ausländern. Vor allem EU-Bürger, die hierzulande arbeiten, sind in den letzten Jahren hinzugekommen, seit Anfang des Jahres 2013 sind sie gegenüber den Drittstaatlern (d. h. von außerhalb der EU) in der Mehrheit. Gründe hierfür sieht die Studie in der starken Arbeitsmigration aus den ost-/ südosteuropäischen Ländern, die in den Jahren 2004, 2007 und 2013 der EU beitraten und einige Jahre später unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten haben.

Mittelstand setzt auf Zuwanderung

Laut der Studie arbeiten in fast drei von vier kleinen und mittleren Betrieben ausländische Beschäftigte (73 %). Selbst Kleinstunternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern sind meist international besetzt (zu 63 %). Auch für die Zukunft setzen die Mittelständler auf Zuwanderung: Bis zum Jahr 2021 plant rund die Hälfte aller kleinen und mittleren Unternehmen, gezielt ausländische Mitarbeiter zu rekrutieren. Dabei liegt der Fokus von 21% der Unternehmen auch auf Zuwanderern aus Nicht-EU-Staaten.

„Deutschland profitiert seit Jahrzehnten von der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und ist auch in Zukunft darauf angewiesen, denn der demografische Ausblick ist ungünstig. Schon jetzt ist die Unsicherheit über das Fachkräfteangebot ein wesentliches Innovations- und Wachstumshemmnis. Ein offener europäischer Arbeitsmarkt ist daher eine Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in der Zukunft“, äußert sich dazu der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner.

Flüchtlinge noch selten Fachkräfte

Vor dem Hintergrund des immer knapper werdenden Arbeitskräfteangebotes in Deutschland kann aber auch Flüchtlingsmigration der Wirtschaft helfen. Das KfW-Mittelstandspanel zeigt in diesem Zusammenhang, dass die Anzahl von Beschäftigungsverhältnissen mit Flüchtlingen gegenwärtig noch überschaubar ist. In den vergangenen fünf Jahren haben mittelständische Arbeitgeber rund 200.000 Ausbildungs-, Aushilfs- oder Praktikumsverträge mit Flüchtlingen geschlossen. Höher qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse sind weitaus seltener, im fünfjährigen Zeitraum wurden ca. 49.000 Flüchtlinge von mittelständischen Arbeitgebern als Fachkraft eingestellt. Insgesamt haben aber schon etwa sechs Prozent der mittelständischen Betriebe Flüchtlinge eingestellt.

KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner merkt dazu an: „Der mehrstufige Weg von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt über die Aus- und Weiterbildung überrascht nicht. Schließlich suchen sie in Deutschland in erster Linie Schutz und haben sich auf den Wettbewerb am deutschen Arbeitsmarkt kaum vorbereitet. Für Deutschland ist die Integration von Geflüchteten in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre. Vor allem die Deutschkenntnisse fehlen zu Beginn. Hier in den nächsten Jahren verstärkt zu investieren ist der richtige Weg.“

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