Auszubildende in Oberbayern bleiben rar (Quelle: Pixabay)
Viele Ausbildungsplätze in Bayern bleiben frei (Quelle: Pixabay)

Ausbildungsstart zeigt: Tausende Lehrstellen unbesetzt

Veröffentlicht: 06.09.2016

Mit dem Ausbildungsstart in Bayern in diesem Jahr wird offenbar, dass viele tausend Ausbildungsplätze unbelegt sind. Die IHK München und Oberbayern spricht von über 10.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen in Oberbayern kurz vor dem Start des Ausbildungsjahres am 1. September. Damit ist ein neues Rekordniveau erreicht.

Jede Dritte Lehrstelle noch frei

Bei insgesamt 29.872 zu vergebenden Lehrstellen in Oberbayern heißt das, dass jede dritte Lehrstelle keinen Auszubildenden gefunden hat. Das Angebot an Lehrstellen in der Region stieg hingegen um fünf Prozent. „Angesichts der guten Konjunktur setzen die Betriebe auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, finden aber zu oft keine passenden Bewerber“, ‎sagt Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern. Sasse betont, dass der Bewerbermangel quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche und Hotelfachleute gesucht, aber auch Bürokaufleute, Versicherungskaufleute und Lagerlogistiker fehlen.“
Trotzdem zeigen sich dabei immer noch Unterschiede zwischen den Branchen. Besonders das Baugewerbe tut sich schwer damit, neue Auszubildende anzuwerben. Die Attraktivität der Ausbildungsstellen schwankt, für Männer sind vor allem Berufe wie der des Kfz-Mechatronikers attraktiv, für Frauen der der Kauffrau für Büromanagement. Andere Berufe fallen in der Gunst der Bewerber hingegen zurück.

Akademisierung der Jungend als Grund für Bewerbermangel

Weitere Gründe für den Bewerbermangel sind klar: Die stagnierende Anzahl von Schulabgängern und die sogenannte „Akademisierung“ der Jugend. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent. Der von den Eltern oft beförderte Trend der Jugendlichen zu Abitur und Studium trifft den Handel und das Handwerk somit besonders.
Um dieser Entwicklung gegenzusteuern rät der IHK Präsident, das Image der Ausbildungsplätze wieder attraktiver zu machen. „Schülern und auch ihren Eltern muss die Realität vermittelt werden. Dazu gehört, dass eine abgeschlossene Lehre mehr Karrierepotenzial hat als ein abgebrochenes Studium. Dazu gehört auch, dass Schüler und Eltern stolz sein können, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden“, so Sasse.

Eine aktuelle Statistik zum gesamten Auszubildendenmarkt in Bayern finden Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.