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Mittelstand in Bayern

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Notlage in der Veranstaltungsbranche: Weitere Hilfen gefordert

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Die Unternehmer und der BVMW beim bayerischen Wirtschaftsminister (Bild: WORDUP PR)

Kaum eine andere Branche leidet so sehr unter den Folgen der Coronakrise wie die Veranstaltungswirtschaft. Als sechsgrößte Branche in Deutschland trägt sie die Verantwortung für über eine Million Arbeitsplätze und erwirtschaftet einen bundesweiten Umsatz von über 130 Milliarden Euro. Nach den ersten Lockerungen stellt sich nun die Frage, wie es innerhalb der Branche weitergeht.

Besuch von Branchenvertretern beim bayerischen Wirtschaftsminister

Denn viele Unternehmen und Selbständige im Veranstaltungsbereich stehen aufgrund massiver Umsatzausfälle vor akuten Liquiditätsproblemen. Um auf die dramatische Situation der Branche aufmerksam zu machen, trafen Beauftragte des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Bayern mit sechs Unternehmern aus der Veranstaltungsbranche diese Woche den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Diskutiert wurden dabei vor allem weitere finanzielle Hilfen für die Branche und Erleichterungen bei der Durchführung von Veranstaltungen.

Viele Unternehmen von komplettem Umsatzausfall betroffen

Die Unternehmer konnten dem Wirtschaftsminister Ihre Notlage persönlich schildern und konkrete Hilfen diskutieren. Viele berichteten von einem nahezu kompletten Umsatzausfall sowie Belegschaften, die sich zu 100 Prozent in Kurzarbeit befinden und sich Sorgen um die Zukunft machen. Denn auch nach ersten Lockerungen zeigt sich gerade in der Veranstaltungsbranche eine große Zurückhaltung bei den Kunden, was die Auftragslage noch auf absehbare Zeit belasten wird.

Verlängerung der Überbrückungshilfen wird angestrebt

Aiwanger bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderungen an die Bundesregierung, dass die Überbrückungshilfen verlängert werden müssen, sinnvollerweise bis Jahresende. Hierfür stünden dem Bund auch noch genügend Mittel zur Verfügung.

Die Unternehmer brachten außerdem eine dringend notwendige Ausweitung der Teilnehmerbegrenzung für Veranstaltungen ins Gespräch. Die derzeitige Begrenzung von einem Teilnehmer pro 10 Quadratmetern Fläche bei Indoor-Veranstaltungen wurde ebenfalls diskutiert.

Keine Zugeständnisse beim Thema Unternehmerlohn und Kosten für Hygienekonzepte

Bei der Frage nach der Unterstützung von Unternehmern hinsichtlich ihrer entgangenen Entlohnung sowie finanziellen Hilfen bei der Umsetzung von Hygienekonzepten auf Events konnte der Wirtschaftsminister keine Zugeständnisse machen, auch aufgrund der haushaltsrechtlichen Bestimmungen. Der Wirtschaftsminister nahm sich aber viel Zeit für die Sorgen der Unternehmer und versprach, sich für viele der besprochenen Punkte sowie eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung sowie die weitere Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht einzusetzen.

„Messen und Veranstaltungen können coronakonform organisiert und so durchgeführt werden, dass für die Besucher die Ansteckungsgefahr nicht größer ist als bei einem Besuch im Supermarkt. Diese Botschaft ist essentiell für die Branche. Wir müssen wieder einen Grundoptimismus schaffen und Dinge mit Vernunft anpacken. Vorsicht ja, aber keine Angst“, betonte Aiwanger zum Abschluss des Termins.

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