Als dritter Gast der mit echten Erfolgsaussichten gesetzten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters war Dieter Reiter (SPD) Ende Januar beim Politik MonTALK des BVMW Bayern im Münchner Parkcafe. Es sollte ein launiges Gespräch bei einem frischen Weißbier werden, das Moderator Achim von Michel mit dem amtierenden OB führte. Sponsor der Veranstaltung war erneut der Münchener Telekommunikationsanbieter m-net, der auch bereits die vorhergehenden Politik MonTalk mit Dominik Krause (Bündnis 90/Die Grünen) und Clemens Baumgärtner (CSU) unterstützte.
Die über 30 Gäste lernten einen sehr „aufgeräumten“ OB kennen, der mit viel Fachwissen und Humor den Fragen zur Entwicklung der Landeshauptstadt begegnete. Mit inzwischen 12 Jahren Amtserfahrung blickt Reiter auf über ein Jahrzehnt an der Spitze der Stadt zurück, und er erinnert sich dabei besonders gern an die Zusammenarbeit seinem Herausforderer Josef Schmid (CSU), der dann die Stellvertretung übernahm.
Kein massiver Umbau der „Leo“
Natürlich war Verkehrspolitik ein Thema, und natürlich musste Reiter auf seinen Erfolg bei der Aufhebung des Tempolimits im Streckenabschnitt Landshuter Allee des Mittleren Rings hinweisen. Nicht wissen konnte er zu diesem Zeitpunkt, dass er nur kurze Zeit später in einem Eilverfahren unterliegen und gezwungen sein würde, die inzwischen eingemotteten „Tempo-30“-Schilder wieder aufzuhängen. Ansonsten betonte der Münchener OB mehrfach, dass längt nicht alle verkehrspolitischen Pläne der jetzigen Regierungskoalition in seinem Sinne seien. „Der geplante Umbau der Leopoldstraße kommt so nicht“, betonte Reiter beispielsweise.
Zum Thema „Wohnen“ gab es wenig Hoffnungsvolles zu berichten, denn gestiegene Baukosten, ein erheblicher Mangel an Baugrund und ein kontinuierliches Wachsen der Stadt machen es schwer, den deutlichen Mangel an Wohnraum wirkungsvoll zu bekämpfen. Immerhin 80.000 Wohnungen seien in seiner Amtszeit seit 2014 in der Landeshauptstadt entstanden, betonte Reiter, dem Zuzug in diesem Zeitabschnitt hält diese Zahl aber natürlich nicht Stand. Lobend erwähnte der OB das Projekt „TenTowers“, wo in einem ungenutzten Bürogebäude am Leuchtenbergring etwa 4.000 Wohnungen entstehen könnten. Problematisch bei der Umwidmung von Büroflächen zu Wohnraum sei vor allem das Sanitärkonzept, dessen Umsetzung in aller Regel extrem kostenintensiv sei.
Reiter wünscht sich „bezahlbare Stadt“
Die lokale Münchner Wirtschaft und insbesondere das Handwerk lobte der OB vor allem für die Geduld bei Baustellen und Anfahrtswegen im Berufsalltag. Als ehemaliger Wirtschaftsreferent kennt Reiter natürlich die Sorgen und Nöte sowohl des Mittelstands als auch der großen Player wie BMW sehr gut. Insbesondere für die Mitarbeitenden der Unternehmen wünscht er sich eine „bezahlbare Stadt“, nicht nur bei den Mieten. Die Bewerbung um die Austragung von Olympischen Spielen sieht er ebenfalls als hervorragende Chance, die städtische Wirtschaft zusätzlich zu beleben.
Im anschließenden Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern ließ Reiter klar erkennen: Er hat nochmal richtig Lust auf das Amt des Oberbürgermeisters, aber lieber nicht mit den Grünen als Partner.




