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Kleinstunternehmen ächzen unter großer Steuerlast

Kleinstunternehmen leiden in Deutschland unter der verhältnismäßig höchsten Steuerlast. Dies hat eine aktuelle Umfrage von Sage und Plum Consulting ergeben. Die Ergebnisse der Studie „Der Einfluss von Steuern auf kleine Unternehmen“ („A Taxing Problem: the impact of tax on small businesses”) belegen, dass es einen klaren negativen Zusammenhang zwischen der Größe eines Betriebs und dem prozentualen Anteil der Steuern am Profit gibt. Das heißt: Kleinstunternehmen zahlen im Verhältnis zu ihrem Gewinn die höchsten Steuern.

Steuerbürokratie trifft Kleinstunternehmen

Auch die Steuerbürokratie trifft kleinere Unternehmen verhältnismäßig stark: So wenden Firmen mit ein bis vier Mitarbeitern rund doppelt so viel Zeit für die Verwaltung ihrer Steuern auf wie Gesellschaften mittlerer Größe mit 100 bis 499 Mitarbeitern. Zudem benötigen Kleinstunternehmen im Vergleich zu größeren Betrieben prozentual die meiste Zeit ihrer Arbeitszeit für die Steuerverwaltung pro Jahr. Diese Belastungen behindern häufig das Wachstum und beeinträchtigen die produktive Leistung kleiner Unternehmen.

Dabei kommt genau diesen Unternehmen in Deutschland die Schlüsselrolle zu: Etwa die Hälfte der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland wird von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erwirtschaftet. Doch KMUs stehen aufgrund ihrer Größe vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Sie haben häufig kaum finanzielle Reserven und geraten bei hohen Zahlungen, wie etwa bei der Jahresabschlusssteuer, leicht in Liquiditätsengpässe. Kurzfristig kann dies zu Störungen der operativen Abläufe führen und langfristig sogar die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes beeinträchtigen.

Hohe Steuerlast schreckt Gründer ab

Hinzu kommt, dass die hohe Steuerlast, mit der junge Firmen hierzulande belegt werden, Unternehmer eher davon abhält, einen neuen Betrieb zu gründen. Dies könnte sich langfristig auf die Zahl der Neugründungen von KMUs und damit auf die Zukunft eines ganzen Wirtschaftszweiges auswirken.

Wie die Studie aufzeigt, entstehen vor allem für KMUs weitere, indirekte Kosten der Besteuerung – zum Beispiel für professionelle Buchführung zur Abgabe korrekter Steuererklärungen. Für viele kleine und mittlere Betriebe zählen diese Vorgänge nicht zum Kerngeschäft und lenken damit vom eigentlichen, gewinnbringenden Geschäft ab. Kleinstunternehmen wenden insgesamt mehr als vier Prozent der gesamten Arbeitstage im Jahr dafür auf. Die Umfrage ergab, dass sich für kleine Unternehmen die indirekten Kosten für Steuerbuchhaltung auf mehr als 25 Prozent der Höhe der Gesamtsteuerlast summieren können.

Das heißt: Die effektive Steuerlast (einschließlich der indirekten Kosten) beträgt für einige KMUs weit mehr als die eigentlich zu entrichtenden Abgaben. Folglich werden KMUs in Deutschland durch die derzeitig gültige Steuergesetzgebung gleich mehrfach benachteiligt, da sie im Verhältnis zu ihrem Gewinn mehr Steuern als größere Unternehmen zahlen und noch dazu mehr Zeit für Steuerbuchhaltung aufbringen müssen.

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