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Neben energiesparendem Verhalten im Unternehmen kann auch ein Wechsel des Stromanbieters helfen, die Stromkosten zu senken (Bild: Pixabay)

Anbieterwechsel bietet enormes Sparpotenzial

Veröffentlicht: 12.06.2018

Unternehmen des deutschen Mittelstandes könnten ihre teilweise sehr hohen Energiekosten enorm senken. Das ergibt eine Studie der Energie-Einkaufsgemeinschaft e.optimum, die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Splendid Research durchgeführt wurde. In einer Feldstudie wurde das Einsparpotenzial von 1.392 Unternehmen mit einem Verbrauch zwischen 10.000 kWh und 6 Mio. kWh Strom in den beiden Jahren 2016 und 2017 untersucht. Außerdem wurden zudem 262 Energieentscheider aus kleinen und mittelständischen Unternehmen zu ihrem Einsparverhalten befragt. Das Ergebnis: Das durchschnittliche Einsparpotential pro Unternehmen liegt so bei 1.730 Euro pro Jahr.

Unternehmen könnten tausende Euro im Jahr sparen

Die Werte liegen jedoch deutlich auseinander: Die Einsparpotenziale der Unternehmen lagen zwischen wenigen 100 bis 80.000 Euro pro Jahr – abhängig von Branche und Verbrauchszeiten.  Zwar sind sich 75 Prozent der befragten Unternehmen ihrer Einsparpotentiale bewusst, nutzen aber nicht alle Möglichkeiten, sie umzusetzen. Knapp ein Viertel der Unternehmen geht sogar davon aus, mindestens 5.000 Euro pro Jahr an Energiekosten sparen zu können. Doch die Unternehmen üben häufig nicht genug Wechseldruck auf die Stromversorger aus und sind oft auch nicht optimal über die Einsparmöglichkeiten informiert. Lediglich 17 Prozent der Befragten sehen auf der anderen Seite kein Einsparpotenzial.

Energie als großer Kostenfaktor im Mittelstand

Die Stromkosten sind dabei gerade für mittelständische Unternehmen ein wichtiger Kostenfaktor: In regelmäßigen Abständen beklagen daher Branchenverbände und Medien steigende Energiekosten für Unternehmen. Der Strompreis könnte sich bis 2025 für viele Unternehmen um bis zu 50 Prozent erhöhen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) werden Energiepreise damit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für den deutschen Mittelstand. Eine BDI-Umfrage attestierte sogar eine regelrechte Angst des Mittelstands vor steigenden Energiekosten.

Einsparverhalten der Unternehmen noch ausbaufähig

Daher ist es umso überraschender, dass sich beim Ausschöpfen des Einsparpotentials noch Lücken zeigen. Um Energiekosten zu sparen, versuchen KMU in Deutschland vor allem, ihren Verbrauch zu senken: So gaben 6 von 10 der befragten Energieentscheider an, ihr Verbrauchsverhalten laufend zu optimieren. Auf die Frage, wo genau das möglich wäre, antworteten 70 Prozent „bei der Beleuchtung“, über 60 Prozent allgemein „bei Geräten“ und über die Hälfte nannte ein „besseres Energiebewusstsein bei der Belegschaft“.

Anbieterwechsel selten genutzt

Die zweithäufigste Maßnahme ist der Anbieterwechsel – doch schon dabei lassen Unternehmen viel Potential ungenutzt: lediglich 32 Prozent haben in den letzten zehn Jahren mehr als einmal den Anbieter gewechselt; 38 Prozent nur einmal und 28 Prozent nie. Der Wechseldruck auf die Stromversorger ist so momentan offensichtlich nicht ausreichend: Der Erzeugungspreis für die Stromversorger sinkt seit Jahren, doch nur die wenigsten haben diese Preissenkungen an ihre Kunden weitergegeben. Mehr Wechselaktivität könnte hier die Energieversorger zu günstigeren Konditionen drängen. Abgefragt wurde auch das Know-how über Stromsteuern und Umlagen, was deutliche Defizite zutage brachte. So gaben beispielsweise 11,5 Prozent an, eine reduzierte EEG-Abgabe zu zahlen, obwohl sie mit ihrem zu niedrigen Verbrauch dafür gar nicht infrage kommen.

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