Digitale Prozesse sind in vielen mittelständischen Unternehmen noch keine Selbstverständlichkeit. (Quelle: Pixabay)

Zähe Fortschritte bei Digitalisierung des Mittelstands

Veröffentlicht: 06.03.2017

Durch digitalen Wandel zum „Unternehmen 4.0“! Mit diesem Appell sehen sich Firmen seit Jahren konfrontiert, doch gerade im Mittelstand ist die „digitale Transformation“ noch nicht angekommen. Einer aktuellen Studie der Innovation Alliance zum Thema „Psychologie der Digitalisierung“ zufolge, sieht sich ein Großteil der mittelständischen Unternehmen erst am Anfang der Transformation. Der Grund für die zögerliche Umsetzung scheint nach wie vor ein unverhältnismäßig großer Respekt vor digitalen Prozessen zu sein, der Unwohlsein und sogar Angst bei Unternehmern auslöst.

Digitalisierung als Pflicht

Die Innovation Alliance – ein Verbund des Technologie-Anbieters Cisco und elf mittelständischen IT-Unternehmen – hat dem digitalen Rückstand im deutschen Mittelstand den Kampf angesagt. Um zu verstehen, wo es bei der Digitalisierung hakt, befragte der Verbund insgesamt 500 Entscheider aus mittelständischen Unternehmen. Unter den Befragten waren nur 12 Prozent der Meinung, sie hätten bereits die Hälfte des Weges zur Digitalisierung geschafft, wohingegen sich 55 Prozent erst am Anfang des Prozesses sahen. Der Großteil der Entscheider (75 Prozent) scheint die Digitalisierung zudem als rationale Pflicht zu verstehen. Weit verbreitet sind dementsprechend auch negative Gefühle gegenüber der Digitalisierung. So gab rund ein Drittel der Entscheider an, vor digitalen Herausforderungen Angst zu haben und sich dabei allein zu fühlen. Die größten Sorgen äußerten dabei Führungskräfte aus der Produktion (43 Prozent) und des Vertriebs (40 Prozent), wohingegen sich Chefs aus Forschung und Entwicklung, Fertigung und HR gelassener zeigten (je 25 Prozent). Interessant ist, dass weibliche Führungskräfte weit weniger Angst vor der Digitalisierung zeigten (28 Prozent) als ihre männlichen Kollegen (35 Prozent).

Optimistischer Blick in die Zukunft

Als großes Hindernis für digitale Prozesse identifizierten die befragten Führungskräfte auch interne Widerstände in der Belegschaft. Gewohnte Arbeitsweisen in Frage zu stellen und neue Praktiken zu übernehmen scheint vielen Arbeitnehmern schwer zu fallen. Den Ergebnissen zufolge sind diese Hürden in den Abteilungen Sales/ Marketing (49 Prozent) sowie Finance/ Controlling und Produktion (je 43 Prozent) besonders groß. Trotzdem zeigten sich die Befragten relativ zuversichtlich, die mit der Digitalisierung verbundenen Plichten in Zukunft erfüllen zu können. Chefs aus der Produktion zeigten sich hierbei am zuversichtlichsten (86 Prozent) und auch in der IT (69 Prozent) sowie im Marketing (67 Prozent) scheint der Optimismus groß. Hoffnung gibt nicht zuletzt die Tatsache, dass viele Führungskräfte auch Freude am Neuen äußerten. Hier waren es bei IT, HR und Marketing jeweils mehr als 75 Prozent, im Management 68 Prozent und im Controlling 65 Prozent.

Roadshow soll für Digitalisierung werben
Um Vorbehalte zu überwinden und die Chancen der Digitalisierung aufzuzeigen, startet die Innovation Alliance nun eine Roadshow quer durch Deutschland. Unter dem Motto „Wege statt Visionen“ sollen die Vorteile der Digitalisierung anhand konkreter Beispiele erlebbar gemacht werden. Carsten Heidbrink, Managing Director Mittelstandsvertrieb bei Cisco Deutschland erklärt, man wolle sich „nicht in technischen Details verlieren, sondern zeigen, wie erfolgreiche Unternehmen mit modernen Lösungen echte Erfolge erzielen“. Deshalb soll auf den Veranstaltungen insbesondere auf individuelle Fragen der Teilnehmer eingegangen werden, sodass jeder mit konkreten Praxistipps frisch ans Werk gehen kann.

Nähere Informationen zu Zeit und Ort der Roadshow-Termine gibt es hier. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos, es wird jedoch um Anmeldung gebeten.


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