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Riesiges Freiluft-Café: Vilnius führt Gastronomie aus der Corona-Krise

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Ein wiedereröffnetes Café in Vilnius - Foto: Saulius Ziura

Haben Sie schon einmal ein Straßencafé gesehen, das sich über eine ganze Stadt erstreckt? Vielleicht sehen Sie dieser Tage eines in Vilnius, Denn dort gehen die Verantwortlichen einen deutlichen Schritt weiter, um die Gastronomie zu unterstützen, die diese Woche im Rahmen des schrittweisen Ausstiegs Litauens aus dem Lockdown während der Corona Krise wiedereröffnet wurde.

Vilnius hat in den letzten Jahren einen gastronomischen Boom erlebt und ist gleichzeitig ein faszinierendes Reiseziel für Feinschmecker, die nach etwas Neuem suchen. Kulinarische Erlebnisse wie Speisesäle und Märkte, Straßenverkaufsstände und Imbisswagen, Craft Beer Bars und High-End-Restaurants sind für Einheimische und Besucher gleichermaßen ein fester Teil der Identität der Stadt geworden. Daher gehört die Unterstützung dieser Branche auch in den schwierigen Corona-Zeiten zu den Prioritäten der Stadt.

Öffentliche Plätze werden zu gastronomischen Begegnungsstätten

Nach Angaben des litauischen Gesundheitsministeriums müssen Cafés und Restaurants, die sich nach Ende des Corona-Shutdowns für die Wiederaufnahme des Betriebs entscheiden, strenge Regeln für die physische Distanzierung der Gäste und eine Reihe weiterer Sicherheitsmaßnahmen einhalten. So sind zunächst Sitzplätze nur im Freien gestattet, und Gäste, die an verschiedenen Tischen sitzen, müssen mindestens zwei Meter voneinander entfernt sein. Doch strenge Sicherheitsanforderungen in Verbindung mit den engen Gassen der UNESCO-geschützten Altstadt von Vilnius, in der oft nur ein paar Tische in jedem Betrieb untergebracht werden können, hatten Restaurant-, Café- und Barbesitzer hinsichtlich der Aussichten auf eine Wiedereröffnung zuerst pessimistisch gemacht.

Der Bürgermeister von Vilnius, Remigijus Šimašius, reagierte auf diese Zweifel mit einem direkten Unterstützungsangebot seiner Stadt. „Restaurants und Cafés können in dieser Saison in ihrer direkten Umgebung kostenlos Tische auf öffentlichen Plätzen und Bürgersteigen im Freien aufstellen und so ihre Gäste bedienen.  Öffnen Sie einfach, arbeiten Sie, behalten Sie Arbeitsplätze und halten Sie Vilnius damit am Leben“, sagte Bürgermeister Šimašius am 24. April, einen Tag nachdem die Regierung die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen angekündigt hatte. “Natürlich bleibt die Sicherheit für alle oberste Priorität”, fügte er hinzu.

Wirte und Gäste in Vilnius sind gleichermaßen begeistert

Die öffentlichen Bereiche von Vilnius, die bisher nur selten zum Essen im Freien genutzt wurden, wie zum Beispiel der berühmte Domplatz der Stadt, können inzwischen auf diese Weise genutzt werden, um die Restaurants der Stadt in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Derzeit werden zunächst 18 öffentliche Bereiche für die Gastronomie ausgewiesen, aber es sollen weitere hinzukommen. .

Die Ankündigung wurde sowohl von Café- und Restaurantbesitzern als auch von den Bürgern von Vilnius mit Begeisterung aufgenommen, die sich nach wochenlanger Ausgangsperre danach sehnen, in ihre Lieblingscafés zurückzukehren.

„Das Angebot der Stadt Vilnius, unseren Cafés und Restaurants auf diese Weise zu helfen, kam gerade rechtzeitig“, sagt Evada Šiškauskienė, Leiterin des litauischen Hotel- und Restaurantverbands. “Diese zusätzlichen Flächen werden den Betreibern helfen,  mehr Besucher zu bedienen und außerdem die Straßen der Stadt wieder zum Leben zu erwecken, ohne dabei die Sicherheitsauflagen zu verletzen.”

Restaurant-Gutscheine für Ärzte und Pflegepersonal

Inzwischen haben sich mehr als 160 Cafés, Bars und Restaurants beworben, um die öffentlichen Bereiche der Stadt mit Sitzgelegenheiten im Freien für gastronomische Angebote zu nutzen. Die Stadt Vilnius hat dazu noch eine weitere Initiative ins Leben gerufen, die der lokalen Gastronomie in der Corona Krise zugute kommen soll. Zur Feier des litauischen Nationalfeiertags am 27. April bedankte sich die Stadt bei ihrem medizinischen Personal, indem sie Restaurant-Gutscheine im Wert von insgesamt rund 400.000 Euro ausgab. Diese können in Restaurants in der ganzen Stadt eingelöst werden.

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