Mittelstand in Bayern
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Mittelstand am Limit: Wenn die Kasse nicht mehr stimmt

Aktuelle Ergebnisse des DATEV Mittelstandsindex (Stand Februar 2026) zeichnen ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Nach drei Jahren mit Umsatzverlusten gerät der Mittelstand zunehmend unter Liquiditäts- und Kostendruck.

Nach drei „verlorenen Umsatzjahren“ in Folge ist die Belastungsgrenze für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erreicht. Während die Erlöse real sinken, treiben steigende Personalkosten und Energielasten die Betriebe in eine gefährliche Liquiditätsfalle.
Die Kernergebnisse der DATEV-Studie vom Februar:
  • Verlust an Wirtschaftsgewicht: Der Umsatzanteil des Mittelstands an der Gesamtwirtschaft ist auf 26 % gesunken, während der Beschäftigungsanteil auf 53 % zurückging.
  • Umsatzentwicklung: KMU verzeichneten drei aufeinanderfolgende Jahre mit realen Umsatzrückgängen.
  • Beschäftigungsabbau: Während mittlere Unternehmen teils stabil bleiben, bauen Kleinst- und kleine Unternehmen massiv Stellen ab.
  • Insolvenzrisiko: Das „DATEV Spotlight Insolvenzen“ warnt vor einer Verschärfung der Lage durch steigende Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Einnahmen.
  • Lohn-Preis-Schere: Während der Umsatzindex zuletzt sank (z. B. -0,9 % im September 2025), stieg der Index für Löhne und Gehälter im selben Zeitraum um 3,7

Besonders dramatisch spitzt sich die Lage in einem Sektor zu, der wie kaum ein anderer für Lebensqualität und sozialen Austausch steht: der Gastronomie.

Gastgewerbe im Zangengriff der Kosten

Die Gastronomie gehört laut DATEV-Daten neben dem Baugewerbe zu den Branchen mit den höchsten Insolvenzzahlen. Zwar stiegen die nominalen Umsätze zuletzt leicht an (z. B. +2,3 % im November 2025 im Vergleich zum Vorjahr), doch inflationsbereinigt blieb ein realer Rückgang von 1,0 %. Dieser Fehlbetrag wiegt schwer, da gleichzeitig die Kostenseite explodiert.
Der DATEV-Mittelstandsindex verdeutlicht die fatale Schere: Während die Umsätze stagnieren, stiegen die Indizes für Löhne und Gehälter im Mittelstand zuletzt um rund 3,7 %. In der personalintensiven Gastronomie schlägt dies doppelt zu Buche. Viele Betriebe können die gestiegenen Lohnkosten nicht mehr über höhere Preise an die Gäste weitergeben, ohne weitere Kunden zu verlieren. Die Folge ist eine schleichende Auszehrung der Eigenkapitalreserven.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont?

Inmitten dieser Krise gibt es eine steuerliche Atempause: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der reduzierte Umsatzsteuersatz von 7 %. Diese Entlastung, die von der Bundesregierung zur Stärkung der Branche eingeführt wurde, soll den Betrieben helfen, die gestiegenen Kosten abzufedern.
Dennoch bleibt die Lage fragil. Experten warnen, dass die Steuersenkung allein den Trend zu Betriebsaufgaben nicht stoppen kann, wenn die Konsumlaune der Bürger aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage gedrückt bleibt. Für viele Gastronomen bleibt das Jahr 2026 somit ein Schicksalsjahr zwischen staatlicher Flankierung und dem harten Kampf um jeden Gast.

Über den DATEV Mittelstandsindex

Der DATEV Mittelstandsindex ist ein datenbasierter Konjunkturindikator, der monatlich anonymisierte Echtdaten von über einer Million Unternehmen und rund acht Millionen Beschäftigten auswertet. Er gilt als einer der präzisesten Frühindikatoren für die reale wirtschaftliche Situation im deutschen Mittelstand.

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