Frauen auf dem Vormarsch: Laut einer Studie der KfW-Bank stieg die Zahl der von Frauen geführten mittelständischen Unternehmen im vergangenen Jahr wieder an. Demnach wurden von den 3,87 Millionen Firmen hierzulande rund 16 Prozent oder 621.000 von einer Frau geführt. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei 14,3 Prozent, der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003. Der höchste Wert hingegen wurde 2022 mit 19,7 Prozent erreicht.
Entgegen diesem leichten Aufwärtstrend an der Spitze der Unternehmen steht jedoch die Entwicklung aller weiblichen Führungskräfte über sämtliche Hierarchieebenen hinweg. Hierzu zählen beispielsweise Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung, genauso wie Geschäftsführung, Vorstand oder auch die Inhaberschaft des Unternehmens. Wie eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanel ergab, betrug die Anzahl der Frauen in einer jener Managementpositionen 34,3 Prozent im Jahr 2025.
„Frauen sind deutlich unterrepräsentiert“
„Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert. Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler ist nicht zu unterschätzen, bewegt sich seit vielen Jahren allerdings seitwärts und nimmt in der Gesamtsicht nicht zu“, äußert sich Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW zu dieser Entwicklung. Ein wesentlicher Hebel, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, liege in der weiteren Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. Hier habe sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan, so Schumacher, weshalb er davon ausgeht, dass die Frauenquote in mittelständischen Führungspositionen sukzessive steigen wird.
Generell führen Frauen in Deutschland mehrheitlich Dienstleistungsunternehmen: 88 Prozent aller Unternehmen in Frauenhand kommen aus diesem Wirtschaftssegment. Vor allem im Gastgewerbe, Teilen des stationären Einzelhandels, im Tourismus und bei den körpernahen Dienstleistungen sind Chefinnen stark vertreten.
Kleinere Unternehmen oft in Frauenhand
Weiter zeigt die Studie, dass sehr kleine Unternehmen häufig von Frauen geführt werden: 514.000 (84 Prozent) aller Unternehmen mit weiblicher Führung haben weniger als fünf Mitarbeiter und werden als Kleinstunternehmen klassifiziert. Auf Unternehmen ab 50 Beschäftigten entfallen etwa 6000 Chefinnen, also lediglich ein Prozent.
Deutlich wird jedoch, dass Frauen andere Frauen fördern: Über drei Viertel (76 Prozent) aller Führungspositionen in einem von einer Frau gelenkten mittelständischen Unternehmen waren zuletzt weiblich besetzt. Anders in von Männern geführten Unternehmen: Dort lag der durchschnittliche Anteil weiblich besetzter Führungspositionen unter Berücksichtigung aller Hierarchieebenen bei gerade einmal 14 Prozent. Frauen unterstützen sich also gegenseitig in ihrer Karriere, wie die Studie belegt.



