Hans Friedl will etwas verändern. Der Kommunalpolitiker der Freien Wähler hat ein besonderes Anliegen, nämlich den bayerischen Mittelstand zu unterstützen und langfristig zu stärken. Neben seiner erfolgreichen und abwechslungsreichen Laufbahn als Landwirt, Kaufmann und als Unternehmer, engagiert sich der 68-Jährige seit 36 Jahren in der Kommunalpolitik. Von 2018 bis 2023 war er zudem für die Freien Wähler als Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Friedl gilt als Sprecher für Wohnen und Bauen und setzt sich für eine nachhaltige Wohnpolitik ein. Ein besonderes Herzensanliegen ist ihm neben seiner Heimat Fürstenfeldbruck und Bayern auch der Mittelstand.
Wir haben den Politiker in einer sehr aufregenden Zeit, so kurz vor der Kommunalwahl am kommenden Sonntag, zum Gespräch eingeladen.
Was ist das größte Problem, mit dem der bayerische Mittelstand aktuell zu kämpfen hat?
Es gibt nicht nur ein Problem, sondern mehrere große Probleme, mit denen der Mittelstand aktuell kämpft. Zum einen das Zinsgefüge und vor allem auch die ganze Auftragslage, die momentan sehr schwierig ist. Ein Bekannter von der Handwerkskammer hat mir neulich erzählt, dass die Wirtschaft, insbesondere die Handelsbetriebe, sehr viel Hoffnung in die neue Bundesregierung gesetzt haben, dass sich das alles bessert, weil doch viele Versprechungen gemacht wurden. Aber mittlerweile hat sich diese Zuversicht gelegt. Unter der Bevölkerung müsste einfach mehr Aufbruchstimmung sein, damit die Verbraucher wieder mehr konsumieren. Aber aktuell trauen sich die Menschen nicht, Geld in die Hand zu nehmen, weil die Zeiten einfach unsicher sind. Insbesondere hinsichtlich der Kriege, wie dem Ukraine-Krieg und jetzt seit neuestem auch dem Iran-Krieg.
Ganz generell gesprochen: Was könnte ein Lösungsansatz sein? Haben Sie konkrete Vorschläge, was du auf kommunaler Ebene umsetzen möchtest?
In erster Linie wäre es wichtig, dass man die Arbeitsplätze vor Ort behält, im jeweiligen Landkreis. Im Landkreis Fürstenfeldbruck zum Beispiel pendeln täglich 60.000 Menschen aus, nur um zu arbeiten. Dazu müssten die Rahmenbedingungen in den Gemeinden verbessert werden und die interkommunale Zusammenarbeit steigen. Die Gewerbebetriebe müssten einfach mehr gefördert werden und nicht nur ständig gefordert. Auf langer Sicht, geben sonst viele Mittelständler ihr Geschäft auf oder gehen ins Ausland.
Was würdest du selbst gerne an der Stellung des Mittelstands in unserer Gesellschaft ändern?
Beim Mittelstand sehe ich das ähnlich wie in der Landwirtschaft. Man muss mehr nach außen kommunizieren, was man macht, wie man es macht und wie relevant das für unsere Gesellschaft ist.
Welche Herausforderungen siehst du in Zukunft auf den Mittelstand zukommen?
Ganz aktuell ist die größte Herausforderung die Energie, das Öl. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als 1972/73 die Ölkrise war. Das war eine ähnliche Lage, wie die in der wir uns jetzt befinden, weil global die ganze Wirtschaft darunter leidet.
Wie kann man den bayerischen Mittelstand langfristig unterstützen und stärken?
Ganz einfach: indem von Seiten der Politik mehr Unterstützung kommt. Ohne den Rückhalt der Regierung geht es langfristig nicht.
Wie kamst du dazu, dich derart für den Mittelstand einzusetzen? Was ist dein Wunsch für den Bayerischen Mittelstand?
Ich engagiere mich, weil ich schon seit meiner Jugend die ganzen Probleme aus nächster Nähe mitbekommen habe. Jetzt als Politiker bemühe ich mich auch immer informiert darüber zu sein was den Mittelstand bewegt, was die Probleme sind und versuche das politisch umzusetzen.
Das Interview führte Christina Strobl



