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Mittelstand in Bayern

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Deutsche Wirtschaft in Corona-Zeiten: Geht der Mittelstand langsam zugrunde?

Die Corona Pandemie beherrscht aktuell weite Teile der Welt. So ist von dieser Pandemie auch Deutschland sowohl unter gesundheitspolitischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten schwer betroffen.

Der Lockdown und seine Folgen

Es ist nicht zu übersehen, dass der Lockdown in Deutschlands Wirtschaft schwerwiegende Einschnitte zeigt. So ist die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seit Beginn der Pandemie Anfang des Jahres 2020 nachhaltig negativ beeinflusst worden. Ein Umstand, der sich nach wie vor fortsetzt, nicht zuletzt wegen des neuerlichen Lockdowns mit der Schließung sämtlicher Einzelhandelsgeschäfte einschließlich der Gastronomie. Aber auch die kulturellen Bereiche in Deutschland, die besonders in Bayern einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Faktor darstellen, sind im Prinzip auf null zurückgefahren worden. Kinos, Theater, Museen und ähnliche Einrichtungen sind geschlossen und leiden folglich unter massivsten Umsatzeinbußen.

Viele wirtschaftliche Tätigkeiten können bzw. dürfen nur noch online abgewickelt werden. Dies gilt auch für die Casinobetriebe, die einen wichtigen Wirtschaftszweig in der Spieleindustrie darstellen. Immerhin können hier noch Umsätze erzielt werden. Im Vorteil sind hier natürlich Anbieter mit besonders schneller Auszahlung. Allerdings können über den Online-Betrieb nicht alle Wirtschaftszweige ihre gravierenden Verluste kompensieren: Ähnlich wie beim Außer-Haus-Verkauf für die gastronomischen Betriebe stellt der Online-Handel für viele Einzelhandelsgeschäfte lediglich einen Tropfen auf den heißen Stein dar. Ein Grund, warum sich viele mittelständische Unternehmen bereits im Mai für eine Beendigung des Lockdowns aussprachen.

Folgen für den Mittelstand

Dies alles bedingt heftige Folgen für den Mittelstand in Deutschland. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob der Mittelstand langsam zu Grunde geht. Zwar hat nach dem ersten Lockdown im Jahre 2020 eine wirtschaftliche Erholung eingesetzt. Diese ist mittlerweile durch das neuerliche Pandemiegeschehen und den damit einhergehenden Betriebsschließungen wieder abrupt gestoppt worden. Zudem leidet der komplette Mittelstand nicht nur unter den Betriebsschließungen, sondern gleichzeitig unter vielen coronabedingten Quarantänemaßnahmen.

So sind durch die Corona Pandemie auch Betriebe betroffen, die letztendlich nicht geschlossen werden mussten. Dies gilt für die sogenannten systemrelevanten Betriebe als auch beispielsweise für das produzierende Gewerbe. Hier ist es nicht zu verkennen, dass auch diese Betriebe durch die Quarantänemaßnahmen nachhaltig beeinträchtigt worden sind. Als Beispiel sind hier die fleischverarbeitenden Betriebe zu nennen, in denen in jüngster Zeit teilweise ein erhöhtes Infektionsgeschehen zu beobachten gewesen war. Wenn Hunderte von Mitarbeitern in Quarantäne müssen, dann wirkt sich dies gleichzeitig – bei welchem Betrieb auch immer – auf die Wirtschaftstätigkeit des Unternehmens aus.

Konsum- und Investitionsneigung

Negative Auswirkungen sind auch im Hinblick auf die Konsum- und Investitionsneigung zu verzeichnen. Die Arbeitslosenzahlen in Deutschland steigen und immer mehr Menschen befinden sich in Kurzarbeit. All dies sind Umstände, die zur Reduzierung der Kaufkraft führen. Dies wirkt sich natürlich negativ auf das Konsumverhalten der Bürger aus. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Gesichtspunkt, sind die Handelsbeziehungen. Da natürlich auch die Nachbarländer Deutschlands wirtschaftlich von Corona massiv betroffen sind, leidet selbstverständlich auch die gesamte deutsche Exportwirtschaft. Die Folgen sind unübersehbar.

Die Prognosen

Auf den ersten Blick sehen die Prognosen für das Jahr 2021 für die deutsche Wirtschaft somit recht düster aus. Allerdings gibt es einen Lichtblick: Eine gewisse Normalisierung der Situation ist im Frühjahr dieses Jahres zu erwarten – nämlich dann, wenn erfahrungsgemäß das Infektionsgeschehen insgesamt rückläufig sein wird. In diesem Zusammenhang spielen die wärmere Jahreszeit und laut Regierung die produzierten Impfstoffe eine Rolle. Damit werden dann, so die begründete Hoffnung, die coronabedingten Einschränkungen überflüssig.

Der Fokus der Wirtschaftsexperten liegt dann auf der zu erwartenden wirtschaftlichen Erholung mit den damit einhergehenden stärkeren Wachstumsraten und einer gewissen Erholung des Arbeitsmarktes. Allerdings wird die deutsche Wirtschaft eine komplette Konjunktur im Jahre 2021 wohl nicht erwarten dürfen. Wenn überhaupt, dann wird es erst voraussichtlich im Jahr 2022 zu einer Rückkehr zur Normalität kommen. Erst dann werden sich wahrscheinlich nachhaltige Erholungsprozesse beim Einzelhandel sowie der Gastronomie einstellen.

Fazit

Die Frage, ob der Mittelstand langsam aber sicher zugrunde geht, lässt sich abschließend wohl verneinen – zumindest kurzfristig. Der Mittelstand wird sich im Laufe der Zeit erholen, allerdings werden viele mittelständische Unternehmen sehr lange Zeit brauchen, um die Folgen der Corona Pandemie zu kompensieren. Zu berücksichtigen ist zudem, dass wohl nicht alle Betriebe das Geschehen verkraften, so dass prognostisch gesehen mit einer höheren Insolvenzrate zu rechnen ist. Ob beispielsweise im Laufe dieses Jahres eine Rezession droht, hängt von der weiteren konkreten Entwicklung ab. Verlässlich Angaben sind hierzu derzeit nicht möglich.

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