Sie kennen das: Eine Aktion ist kurzfristig geändert, ein Hinweis muss raus, ein Produkt ist nicht lieferbar – und irgendwo hängt noch das alte Plakat. Genau an dieser Stelle wird Digital Signage zum echten Hebel: Inhalte zentral steuern, in Minuten aktualisieren und dort sichtbar machen, wo Entscheidungen fallen – am Eingang, im Showroom, am Empfang oder auf der Messe.
Damit daraus nicht nur ein „schicker Bildschirm“ wird, sondern ein sauber förderlogisches Digitalisierungsvorhaben, lohnt sich ein klarer Blick auf den Digitalbonus Bayern – und auf die Fragen, die Entscheider wirklich bewegen: Was ist Digital Signage genau? Welche Systeme passen zu welchem Einsatz? Und wie löse ich den analogen Medienbruch so auf, dass der Antrag im Sinne der Investitionssicherheit nachvollziehbar und überzeugend wird?
Digitalbonus Bayern: kurz, verständlich, entscheidungsrelevant
Der Digitalbonus Bayern richtet sich an kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern (u. a. < 50 Mitarbeitende sowie Jahresumsatz oder Bilanzsumme ≤ 10 Mio. €).
Wichtig für die Praxis:
- Digitalbonus Standard: Zuschuss bis 7.500 €, bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben.
- Digitalbonus Plus: Zuschuss bis 30.000 € bei Projekten mit besonderem Innovationsgehalt.
- Antragstellung: Erfolgt online via ELSTER-Unternehmenskonto (seit Mai 2025 Pflicht).
- Projektbeginn: Der Antrag muss zwingend vor der ersten Bestellung gestellt werden. Start erst nach Erhalt der Eingangsbestätigung.
- Kontingente: Monatlich begrenzt – schnelles Handeln bei Offenheit des Portals ist ratsam.
Zentral für die Förderfähigkeit: Der Digitalbonus fördert vor allem externe Leistungen inklusive IKT-Software sowie die Einführung und Anpassung. Da reine IKT-Hardware ausgeschlossen ist, wird ein Projekt erst dann plausibel, wenn es als durchgängiger digitaler Prozess beschrieben wird (CMS-Anbindung, Betriebskonzept, Schulung) – und nicht als bloße Geräteanschaffung.
Was ist ein Digital Signage Werbesystem?
Digital Signage steht für netzwerkgebundene, zentral gesteuerte Displays, die Informationen oder interaktive Inhalte dynamisch ausspielen. Organisiert wird dies über ein Content-Management-System (CMS), das Playlists und Echtzeit-Updates ermöglicht.
In der Praxis: Statt manuell Printmedien zu tauschen, steuern Sie Kampagnen und Besucherinfos remote und zeitgesteuert. Der softwaregestützte Systemcharakter sorgt dafür, dass Ihre Kommunikation konsistent und fehlerfrei bleibt.
Warum in Digital Signage und digitale Displays investieren?
- Messbar mehr Aufmerksamkeit: Intel berichtet in einem Feldvergleich eine Steigerung der Viewership um über 400 % im Vergleich zu statischer Beschilderung. (Intel)
- Wirkung am POS: Eine Feldstudie der Vrije Universiteit Amsterdam zeigt: Digital Signage erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit beworbener Produkte um 8,1 %, besonders bei emotionaler Ansprache nah am Produkt.
- ROI durch Prozessoptimierung: Der größte Hebel ist die Senkung der Betriebskosten. Inhalte werden ohne Druckkosten und Logistikaufwand zentral aktualisiert – ein Ende des „Aushang-Chaos“.
- Lead-Generierung: Ob Messe oder Empfang: Digitale Stelen liefern Gesprächsanlässe und wandeln durch QR-Codes oder interaktive Terminhinweise Laufkundschaft direkt in messbare Anfragen um.
Digital Signage Produkte im Überblick
- Digitale Stelen / Werbesäulen: „Botschaft auf Augenhöhe“. Ideal für Foyer und Showroom zur Imagebildung und Orientierung.
- Digitale Messetheken: Empfang und Content in einem. Perfekt für Events, um Inhalte sekundenschnell an Zielgruppen anzupassen.
- Digitale Kundenstopper: Die mobile Plug-and-Play-Lösung für Laufwege, die kurzfristige Aktionen sofort sichtbar macht.
- Rahmendisplays / Wanddisplays: Platzsparende „digitale Plakate“ für Menüs, Programme oder Wartebereiche mit hoher Reichweite.
So wird Ihr Projekt „förderlogisch“: Der Perspektivwechsel
Der häufigste Fehler lautet: „Wir kaufen Displays.“ Förderlogisch deutlich stärker ist: „Wir digitalisieren einen Informationsprozess.“ Ein schlüssiges Konzept umfasst:
- Ist-Zustand: Manuelle, dezentrale Abläufe und hohe Fehleranfälligkeit.
- Zielbild: Automatisierte, zeitgesteuerte Ausspielung via Cloud-CMS.
- Digitaler Kern: Software, Rollenrechte und die Integration in bestehende Datenquellen.
- Einführung: Installation, technische Dokumentation und Schulung.
Auch wenn Hardware nicht direkt bezuschusst wird, senkt die Förderung der Implementierung und Systemanbindung die Gesamthürde massiv und sichert die Zukunftssicherheit Ihrer Infrastruktur.
Antrag in 5 Schritten
- Prozess definieren: Welchen manuellen Ablauf ersetzt das System?
- Nutzen beziffern: Zeitersparnis und Aktualitätsgewinn dokumentieren.
- System beschreiben: CMS, Anpassung und Rollout als funktionale Einheit darstellen.
- Formalien wahren: ELSTER-Konto bereithalten und Antrag vor Projektstart stellen.
- Rollout planen: Verantwortlichkeiten für die Content-Pflege festlegen.
Mini-FAQ
- Jederzeit aktualisierbar? Ja, das CMS ermöglicht Updates in Echtzeit ohne direkte Folgekosten für die neuen Inhalte.
- Dauerbetrieb möglich? Ja, professionelle Systeme sind für den 16/7- oder 24/7-Einsatz konzipiert.
- Was bringt es wirklich? Neben der Modernisierung belegen Studien massive Zuwächse bei Sichtbarkeit (>400 %) und Kaufwahrscheinlichkeit (+8,1 %).
Fazit: Digitalisierung mit echtem Mehrwert
Wenn bayerische Unternehmen Digital Signage einführen, gewinnen sie Steuerbarkeit und Effizienz. Nicht das Gerät steht im Mittelpunkt, sondern der digitalisierte Kommunikationsprozess. Wer dies im Förderantrag sauber als Systemlösung aufsetzt, profitiert doppelt: von einer modernen Außendarstellung und stärkt die Argumentationsgrundlage für sein Vorhaben, das den Standort Bayern langfristig stärkt.



