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Mittelstand in Bayern

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Arbeitsmarkt in Bayern trotz Krisen stabil

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni um 103.000 angestiegen und liegt nun bei 2,363 Millionen. Dies entspricht einer Steigerung um 0,3 Prozentpunkte, sodass die Arbeitslosenquote in Deutschland nun 5,2 Prozent beträgt. Zurückzuführen sei dies in erster Linie darauf, dass ukrainische Geflüchtete zum 1. Juni 2022 in die Grundsicherung für Erwerbslose überführt wurden, wie die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt bekanntgab. Entsprechend werden Ukrainerinnen und Ukrainer für die Stellenvermittlung erstmals in den Statistiken erfasst.

Bayern weiterhin mit geringster Arbeitslosenquote

Auch in Bayern hat die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung zugenommen. Im Vergleich zum Mai gibt es 21.000 Erwerbslose mehr. Mit einem Plus von 13 Prozent weist Bayern in diesem Zeitraum sogar den größten saisonbereinigten Anstieg auf. Hierfür sind jedoch vor allem die regionalen Unterschiede in der Erfassung von ukrainischen Geflüchteten verantwortlich. Der Freistaat bleibt auch weiterhin das Bundesland mit der geringsten Arbeitslosenquote.

Entsprechend zufrieden äußert sich Bayern Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler): „Wir haben nach wie vor mit einer Quote von 3,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland und über 26.000 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr.“

Düstere Aussichten für den Arbeitsmarkt

Der Ausblick für die kommenden Monate ist jedoch weitaus weniger positiv, denn die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sind historisch schlecht. In vielen Branchen gibt es einen akuten Personalmangel – nicht nur bei den Fachkräften, sondern auch im Bereich der Niedrigqualifizierten. Laut Aiwanger bestehen derzeit „beste Chancen für Jobsuchende“. Dies sollte sich vorerst positiv auf die Entwicklung des Arbeitsmarkts auswirken.

Mit der Inflation, weiterhin gestörten Lieferketten und einer wieder aufflammenden Corona-Pandemie gibt es allerdings eine Reihe von Faktoren, die Unternehmen zum Abbau von Stellen nötigen könnten. Zudem hängt die drohende Notfallstufe Gas wie ein Damoklesschwert über der deutschen Wirtschaft. Nachdem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 23. Juni schon die Alarmstufe ausrufen musste, ist nicht auszuschließen, dass in Kürze auch der Gas-Notfall bekanntgegeben werden muss. Dann müsste die Bundesregierung über die Verteilung von Gas an die Wirtschaft entscheiden. In diesem Worst-Case-Szenario droht eine enorme Entlassungswelle, und die Zahl der Arbeitslosen in Bayern und in Deutschland würde sprunghaft ansteigen.

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