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	<title>Editorial/Politik Archive - Mittelstand in Bayern</title>
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	<description>Magazin für Wirtschaft &#38; Politik in Bayern, Deutschland und der Welt seit 2012 - Google / Bing  NEWS &#38; KI Search gelistet</description>
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	<title>Editorial/Politik Archive - Mittelstand in Bayern</title>
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	<item>
		<title>Ende der telefonischen Krankschreibung ist wichtiges Signal für den Mittelstand</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 09:54:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die schwarz-rote Bundesregierung zieht endlich die Reißleine und beendet ein arbeitsmarktpolitisches Experiment, das dem Wirtschaftsstandort viel Schaden zugefügt hat. Das Aus für die telefonische Krankschreibung und die Einführung einer flächendeckenden Attestpflicht ab dem ersten Fehltag sind keine Schikanen gegen Arbeitnehmer. Sie sind vielmehr ein längst überfälliger Schritt hin zu mehr...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">
<p>Die schwarz-rote Bundesregierung zieht endlich die Reißleine und beendet ein arbeitsmarktpolitisches Experiment, das dem Wirtschaftsstandort viel Schaden zugefügt hat. Das Aus für die <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/krankschreiben-per-telefon-bleibt-weiter-moeglich/">telefonische Krankschreibung</a> und die Einführung einer flächendeckenden Attestpflicht ab dem ersten Fehltag sind keine Schikanen gegen Arbeitnehmer. Sie sind vielmehr ein längst überfälliger Schritt hin zu mehr wirtschaftspolitischer Vernunft.</p>
<p><!--TgQPHd||[]-->Seit der Einführung der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) im Zuge der Pandemie und der anschließenden Verstetigung haben sich die Fehlzeiten in deutschen Betrieben auf ein historisches Rekordniveau eingependelt. Daten der gesetzlichen Krankenkassen zeigen das ganze Ausmaß der Misere: Der bundesweite Krankenstand verharrt zäh bei <a href="https://bkvfirmenservice.de/statistiken/krankenstand-deutschland-europa-vergleich/" target="_blank" rel="noopener" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">über 5,4 bis 5,8 Prozent<!--TgQPHd||[]--></a>. Das bedeutet: Beschäftigte fehlen im Schnitt knapp 20 Kalendertage im Jahr wegen Krankheit. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit einen traurigen Spitzenplatz.</p>
</div>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""></div>
<h3 data-sfc-root="ep"><!--TgQPHd||[]--><span data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">Mittelstand trägt die Hauptlast der Ausfälle<!--TgQPHd||[]--></span><!--TgQPHd||[]--></h3>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">Während Großkonzerne solche Fehlzeiten oftmals durch Springer-Pools und personelle Redundanzen auffangen können, trifft es den Mittelstand ins Mark. Wenn in einem bayerischen Handwerksbetrieb mit fünf Angestellten oder einem IT-Dienstleister mit fünfzehn Mitarbeitern auch nur zwei Personen gleichzeitig ausfallen, droht der Stillstand. Aufträge bleiben liegen, Lieferfristen platzen, Kunden wandern ab.<!--TgQPHd||[]--></div>
<p data-sfc-root="ep">Den wirtschaftliche Schaden kann man auch beziffern: Untersuchungen des <a href="https://www.iwkoeln.de/studien/jochen-pimpertz-entgeltfortzahlung-bei-krankheit-kostet-82-milliarden-euro.html" target="_blank" rel="noopener" data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)<!--TgQPHd||[]--></a> ermitteln allein die Kosten für die gesetzliche Entgeltfortzahlung durch die Arbeitgeber auf rund <span data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">82 Milliarden Euro<!--TgQPHd||[]--></span> jährlich. Dies drückt das ohnehin schwache Produktionspotenzial unseres Landes weiter nach unten.<!--TgQPHd||[]--><span data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""><br />
</span></p>
<h3 data-sfc-root="ep"><span data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">Vertrauensverhältnis zügig wieder herstellen<!--TgQPHd||[]--></span><!--TgQPHd||[]--></h3>
<div data-sfc-cp="" data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">
<p>Es geht hierbei nicht darum, redliche, spürbar erkrankte Mitarbeiter zu diskreditieren. Wer krank ist, gehört ins Bett – daran rüttelt niemand. Aber die Wahrheit, die in vielen Betrieben hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wird, lautet: Die telefonische Krankschreibung hat die Hemmschwelle für das sogenannte „Blaumachen“ massiv gesenkt. Dies hat das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern untergraben und jene Kollegen demotiviert, die Tag für Tag die Mehrarbeit der Ausfallenden auffangen mussten.</p>
<p><!--TgQPHd||[]-->Die Rückkehr zur Attestpflicht ab Tag eins holt den Arzt wieder in seine Funktion als medizinische Kontrollinstanz zurück. Wer arbeitsunfähig ist, muss sich untersuchen lassen. Ob dies, wie in einigen europäischen Ländern, auch per Video-Konsultation möglich sein sollte, lässt sich diskutieren &#8211; der kurze Telefonanruf kann jedenfalls nicht genügen. Das sorgt für Transparenz und stellt sicher, dass Lohnfortzahlung nur dort fließt, wo sie berechtigt ist. <!--TgQPHd||[]-->Für den bayerischen Mittelstand ist dieser Beschluss der Bundesregierung ein wichtiges Signal. In Zeiten eines chronischen Fach- und Arbeitskräftemangels können wir es uns schlicht nicht mehr leisten, wertvolle Arbeitszeit ohne Not und ohne echte medizinische Indikation zu verlieren. Die Bundesregierung hat verstanden, dass soziale Sicherungssysteme und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zwei Seiten derselben Medaille sind. Jetzt gilt es, diese Maßnahmen ohne bürokratische Zusatzhürden zügig in die Praxis umzusetzen.<!--TgQPHd||[]--></p>
</div>
<div data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""><!--TgQPHd||[]--></div>
<div data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""><em data-sfc-root="ep" data-sfc-cb="">Ihr Achim von Michel, Herausgeber von mittelstandinbayern.de</em></div>
<div data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""><!--TgQPHd||[]--></div>
<div data-sfc-root="ep" data-sfc-cb=""><!--TgQPHd||[]--></div>
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		<title>Das Rentenpaket bremst den Mittelstand aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 09:19:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rentenkommission hat ihr mit Spannung erwartetes 33-Punkte-Konzept zur Reform der Alterssicherung vorgelegt, und die Berliner Regierungskoalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) kündigt bereits an, das Paket ohne Abstriche umzusetzen. Was in den Regierungsbüros als ausgewogenes „Gesamtkunstwerk“ gefeiert wird, sorgt bei den Unternehmern im bayerischen...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rentenkommission" target="_blank" rel="noopener">Rentenkommission</a> hat ihr mit Spannung erwartetes 33-Punkte-Konzept zur Reform der Alterssicherung vorgelegt, und die Berliner Regierungskoalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) kündigt bereits an, das Paket ohne Abstriche umzusetzen. Was in den Regierungsbüros als ausgewogenes „Gesamtkunstwerk“ gefeiert wird, sorgt bei den Unternehmern im bayerischen Mittelstand für massive Bauchschmerzen. Während das Ende der abschlagsfreien Frührente („Rente mit 63“) ein längst überfälliger Schritt gegen den akuten Fachkräftemangel ist, gleicht das geplante Aus für das bewährte Minijob-Modell einer wirtschaftspolitischen Geisterfahrt.</p>
<h3>
Minijob-Aus: Ein bürokratischer Kahlschlag für Betriebe</h3>
<p>Der Sonderstatus für geringfügige Beschäftigungen soll – bis auf Ausnahmen für Schüler – komplett gestrichen werden. Die Begründung der Kommission, damit „Schutzlücken in der Altersvorsorge“ zu schließen, geht völlig an der Lebenswirklichkeit der Menschen und Betriebe vorbei. Allein in <a href="https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/rentenreform-warum-minijobs-fuer-die-rente-ein-problem-sind,VI5y1Jd" target="_blank" rel="noopener">Bayern arbeiten etwa 1,5 Millionen Menschen</a> in Minijobs – rund die Hälfte davon als dringend benötigte Zuverdienst-Kräfte neben einer regulären Hauptbeschäftigung.</p>
<p>Für Branchen wie die bayerische Gastronomie, den Einzelhandel, das Handwerk und soziale Dienste sind diese flexiblen Helfer das personelle Rückgrat. Wenn diese Arbeitsverhältnisse nun voll sozialversicherungspflichtig werden, droht ein bürokratisches und finanzielles Desaster. Geringverdiener verlieren durch die Abgabenlast den Reiz am schnellen Hinzuverdienst. Arbeitgeber stehen vor explodierenden Lohnnebenkosten und müssen neue bürokratischen Hürden überwinden. Die logische Konsequenz? Arbeitsplätze werden wegrationalisiert, der Service schrumpft, und die Schwarzarbeit wird unkontrollierbar florieren. Das ist kein sozialer Schutz, das ist ein Beschäftigungsverbot durch die Hintertür.</p>
<h3>Ende der „Rente mit 63“: Ein überfälliges Signal der Vernunft</h3>
<p>Ein echtes Lob verdient die Kommission hingegen für den Mut, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren endlich zu beerdigen. Seit ihrer Einführung hat diese rein planwirtschaftliche Wohltat dem Arbeitsmarkt Hunderttausende hochqualifizierte Facharbeiter, Meister und erfahrene Fachkräfte entzogen, die der Mittelstand schmerzhaft vermisst. In Zeiten, in denen bayerische Betriebe händeringend nach Personal suchen, können wir es uns schlicht nicht mehr leisten, vitale und gut verdienende Leistungsträger vorzeitig mit staatlichem Segen in den Ruhestand zu verabschieden.</p>
<p>Die geplante Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ab dem Jahr 2031 ist die einzig logische mathematische Konsequenz einer alternden Gesellschaft. Wer älter wird, muss auch länger arbeiten. Die vorgesehenen Härtefallregelungen für Menschen, die nachweislich körperlich oder gesundheitlich nicht mehr können, bieten dabei fairen, individuellen Schutz.</p>
<h3>Keine Reform auf Kosten der Flexibilität</h3>
<p>Die Einbeziehung von Selbstständigen in die Rentenpflicht wird für nicht nur für <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/gruender-mehr-mut-im-nebenerwerb-aber-grosses-risiko-gescheut/">Neugründer</a> zu einer herben finanziellen Einstiegshürde werden. Auch die paritätisch finanzierte, kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild belastet die Betriebe über zusätzliche Beitragspunkte sofort, während die Entlastung erst in Jahrzehnten greift.</p>
<p>Die Politik darf dieses Paket deshalb nicht einfach blind durchwinken. Der Mittelstand braucht erfahrene Kräfte im Betrieb statt in der Frührente – das ist richtig. Er braucht aber zwingend auch die unbürokratische Flexibilität der Minijobs, um Auftragsspitzen abzufedern und flexibel am Markt zu agieren. Wenn Kanzler Merz die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern will, muss er beim Minijob-Aus dringend nachbessern. Ansonsten würgt diese Reform genau den Motor ab, der das System finanzieren soll: unseren Mittelstand.</p>
<p>Ihr Achim von Michel (Herausgeber, mittelstandinbayern.de)</p>
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		<title>1000-Euro-Prämie: Politisch gefährlicher Rohrkrepierer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 12:50:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Es sollte der ganz große Wurf werden, um die massiven Belastungen der energieintensiven Iran-Krise abzufedern. Übrig geblieben ist ein Trümmerfeld aus enttäuschten Erwartungen und politischem Vertrauensverlust. Dass der Bundesrat die vom Bundestag beschlossene, steuerfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie vor wenigen Tagen endgültig zu Grabe getragen hat, ist für den bayerischen Mittelstand kein Grund...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Es sollte der ganz große Wurf werden, um die massiven Belastungen der <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/neue-baukrise-im-schatten-des-iran-kriegs/">energieintensiven Iran-Krise</a> abzufedern. Übrig geblieben ist ein Trümmerfeld aus enttäuschten Erwartungen und politischem Vertrauensverlust. Dass der Bundesrat die vom Bundestag beschlossene, steuerfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie vor wenigen Tagen endgültig zu Grabe getragen hat, ist für den bayerischen Mittelstand kein Grund zur Trauer – im Gegenteil. Es legt jedoch die tiefe Kluft zwischen politischem Wunschdenken in Berlin und der wirtschaftlichen Realität in unserem Land offen.</p>
</div>
<div></div>
<div>
<p>Die Idee, welche die <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/entlastungspraemie-2422438">Bundesregierung</a> im April präsentierte, klang gewohnt großspurig: Der Staat entlastet die Bürger. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der Vorstoß jedoch rasch als handfester Affront gegen das Rückgrat unserer Wirtschaft. Nicht der Staat hätte diese Entlastung bezahlt, sondern die Betriebe. In Zeiten von Rekord-Insolvenzen, Auftragsmangel und einem erlahmenden Kreditmarkt sollten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Milliarden Euro an zusätzlichem Liquiditätsverlust schultern.</p>
</div>
<div></div>
<div>
<p>Für den inhabergeführten Mittelstand war diese vermeintlich freiwillige Prämie von Anfang an eine Mogelpackung. Sie erzeugte enormen moralischen Druck in den Belegschaften, den viele Handwerksbetriebe, Gastronomen und Dienstleister schlicht nicht hätten bedienen können. Wer die Prämie nicht gezahlt hätte, der hätte im Zweifelsfall im ohnehin grassierenden Fachkräftemangel wertvolle Mitarbeiter an Großkonzerne verloren. Das Scheitern im Bundesrat, nicht zuletzt auch maßgeblich <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/entlastungspraemie-scheitert-im-bundesrat-auch-an-bayern,VJ1iDWR" target="_blank" rel="noopener">forciert durch den Freistaat Bayern</a> aufgrund drohender Steuerausfälle, wendet diesen unfairen Wettbewerbsnachteil im letzten Moment ab.</p>
</div>
<h3>Ein weiterer Kommunikations-SuperGAU</h3>
<div></div>
<div>
<p>Die Auswirkungen dieses Debakels auf die deutsche Politik sind jedoch verheerend. Wir erleben erneut ein  Kommunikationsdesaster, das die ohnehin tief sitzende Politikverdrossenheit weiter anheizt. Erst werden bei Millionen Beschäftigten Begehrlichkeiten geweckt, um das Projekt anschließend krachend an der mangelnden Absprache mit den Ländern scheitern zu lassen. Für die Berliner Koalition aus Union und SPD bedeutet das kollektive Nein der Länder einen massiven Autoritätsverlust. Die schwarz-rote Bundesregierung steht innenpolitisch blockiert da. Da CSU-Chef Markus Söder und führende SPD-Ministerpräsidenten einen Reparaturversuch im Vermittlungsausschuss bereits kategorisch ausschließen, ist die Prämie wohl endgültig Geschichte.</p>
</div>
<div></div>
<div>
<p>Die nun hektisch debattierten Alternativen – von einer Erhöhung der Pendlerpauschale über Stromsteuersenkungen bis hin zu Klingbeils Steuerreformplänen – zeigen, dass die Regierung massiv getrieben ist. Für die deutsche Politik bedeutet dieses Scheitern einen Wendepunkt: Reine Ankündigungspolitik verfängt nicht mehr. Wenn Berlin die Wirtschaft stabilisieren will, darf es Entlastungen nicht länger auf die Betriebe auslagern. Der Mittelstand fordert echte Reformen: strukturellen Bürokratieabbau, verlässliche Energiepreise und echte steuerliche Entlastungen der Leistungsträger, anstatt untauglicher Krisenboni.</p>
</div>
<div></div>
<div>
<p>Ihr</p>
</div>
<div></div>
<div>Achim von Michel</div>
<div>Herausgeber, mittelstandinbayern.de</div>
<div></div>
<div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Rückgrat ächzt – und der Kanzler schaut zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Zeit für Klartext. Während in Berlin die politischen Debatten derzeit oft in einer Blase aus bürokratischer Beschwichtigung stattfinden, kämpft das, was wir so stolz das „Rückgrat unserer Wirtschaft“ nennen, inzwischen einmal mehr ums nackte Überleben: aktuell mit der Energiekrise im Mittelstand. Der Iran-Krieg hat die globalen Energiemärkte in...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Zeit für Klartext. Während in Berlin die politischen Debatten derzeit oft in einer Blase aus bürokratischer Beschwichtigung stattfinden, kämpft das, was wir so stolz das „Rückgrat unserer Wirtschaft“ nennen, inzwischen einmal mehr ums nackte Überleben: aktuell mit der Energiekrise im Mittelstand. Der Iran-Krieg hat die globalen Energiemärkte in ein Chaos gestürzt, das für unseren industriellen Mittelstand – und besonders für unsere „Hidden Champions“ – zur existenziellen Bedrohung geworden ist. <strong>Als jemand, der den Mittelstand seit Jahrzehnten begleitet, sage ich Ihnen: Die Lage ist nicht nur ernst, sie ist dramatisch.</strong></p>
<p>Unsere mittelständischen Weltmarktführer können und wollen ihre Produktion nicht einfach per Mausklick ins Ausland verlagern. Wenn die Energiekosten durch die Decke schießen, bluten diese Familienunternehmen aber einfach aus. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz steht nun vor der Mammutaufgabe, den Industriestandort Deutschland vor dem endgültigen Kollaps zu bewahren.</p>
<h3>Geschäftsklima auf Tiefstand</h3>
<p><a href="https://www.mittelstandinbayern.de/bihk-konjunkturumfrage-zeigt-dauerstagnation-der-bayerischen-wirtschaft/">Die nackten Zahlen </a>unterstreichen den Ernst der Lage: Das ifo-Institut meldete, dass das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe auf einen Tiefstand gefallen ist, wobei rund 26 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage rechnen. Das ZEW warnt vor einer „anhaltenden Schockstarre“ der Investitionen. Besonders alarmierend sind die aktuellen Ergebnisse der Blitzumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW): Über 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen planen für 2026 geringere Investitionen, während die Stimmung auf einem besorgniserregend niedrigen Niveau angekommen ist. Wenn unsere Vorzeigebetriebe den Glauben an die Zukunft verlieren, ist das der Alarm vor dem Systemausfall.</p>
<p>Wirtschaftsministerin Katherina Reiche musste in ihrer Frühjahrsprojektion die Wachstumserwartung für 2026 bereits auf magere 0,5 Prozent herunterschrauben. In einer aktuellen <a href="https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/J-L/20260313-kurzgutachten-energiekrise.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahme</a> betont Reiche: „Wir setzen alles daran, die industrielle Substanz zu erhalten und die Transformation trotz widriger Umstände voranzutreiben.“ Doch für viele Betriebe klingt das immer mehr wie Hohn oder eine konsequente Negierung der Realität. Laut der DIHK spüren 83 Prozent der Unternehmen die massiven negativen Folgen des Iran-Kriegs; jedes vierte Unternehmen im industriellen Mittelstand denkt bereits laut über Standortverlagerungen nach.</p>
<h3>Die Regierung ist uneins</h3>
<p>Innerhalb der Regierung gibt es dabei zunehmend Risse. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil mahnt soziale Abfederungen und staatliche Eingriffe an, was zu offenem Streit mit Ministerin Reiche führt, die marktwirtschaftliche Prinzipien verteidigt. Während die Koalitionspartner miteinander ringen und ein frühzeitiges Ende der Regierungs-Koalition immer deutlicher diskutiert wird, schaut die Opposition genervt und machtlos zu. Die Grünen fordern einmal mehr eine drastische Beschleunigung der Energiewende, um sich von fossilen Importen unabhängig zu machen, während die Linke und die AfD – aus jeweils anderen Richtungen – das Agieren der Regierung als „Zerstörung des Industriestandorts“ brandmarken.</p>
<p>Was ich in meinen Gesprächen höre, ist eine gefährliche Mischung aus Wut und Resignation. Ein Mittelständler sagte mir neulich am Telefon: „Wir haben bisher jede Krise gemeistert, aber dieser Energiepreis-Wahnsinn nimmt uns jetzt endgültig den Atem.“ Das ist die emotionale Realität jenseits der Ministerien.</p>
<p>Wir brauchen jetzt sicher keine neuen Arbeitskreise oder wohlklingende und beschwichtigende PR-Botschaften, sondern ziemlich sofort eine Energiepolitik, die den Namen auch verdient: dazu gehört eine sofortige und radikale Senkung aller staatlich induzierten Kosten. Der Staat darf nicht der Profiteur der Krise sein, während die Hidden Champions jeden Tag etwas mehr im Regen stehen. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird aus dem „Rückgrat der Nation“ bald ein Mahnmal für verpasste Gelegenheiten und für den Niedergang des Wirtschaftsstandorts. Auch wenn Frau Reiche in diesem April noch eine gesicherte Energieversorgung beschwört &#8211; spätestens im Juni oder Juli wird sie andere Botschaften verkünden müssen. Diese Krise hat gerade erst begonnen, und ihre Verwerfungen werden uns allen Prognosen zufolge im zweiten Halbjahr 2026 mit voller Wucht treffen.</p>
<p><strong>Deshalb: es ist Zeit zu handeln &#8211; bevor die Lichter im industriellen Kernland endgültig vielerorts einfach ausgehen.</strong></p>
<p>Ihr Achim von Michel</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Rückgrat unter Druck: Bilanz des Mittelstands seit 2012</title>
		<link>https://www.mittelstandinbayern.de/das-rueckgrat-unter-druck-bilanz-des-mittelstands-seit-2012/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2026 11:36:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[cover]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Im 15. Jahr berichtet unser Online-Magazin mittelstandinbayern.de über Themen aus dem bayerischen, deutschen und internationalen Mittelstand. Mehr als 2.200 Artikel sind bisher entstanden und online verfügbar. Von den goldenen Exportjahren in die Polykrise: Der deutsche Mittelstand hat in diesem Zeitraum eine turbulente Dekade hinter sich. Während er sich lange als...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im 15. Jahr berichtet unser Online-Magazin mittelstandinbayern.de über Themen aus dem bayerischen, deutschen und internationalen Mittelstand. Mehr als 2.200 Artikel sind bisher entstanden und online verfügbar. Von den goldenen Exportjahren in die Polykrise: Der deutsche Mittelstand hat in diesem Zeitraum eine turbulente Dekade hinter sich. Während er sich lange als unerschütterlicher Wachstumsmotor erwies, steht das „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ heute vor seiner größten strukturellen Bewährungsprobe.</strong></p>
<p>Wer im Jahr 2012 auf den deutschen Mittelstand blickte, sah eine Erfolgsgeschichte. Während weite Teile Europas noch an den Nachwehen der<a href="https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Mittelstandspanel/Mittelstandspanel-2012.pdf" target="_blank" rel="noopener"> Finanz- und Eurokrise</a> litten, eilten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland von Rekord zu Rekord. Es war die Ära der „Hidden Champions“: Familiengeführte Weltmarktführer, die von günstigen Energiepreisen, niedrigen Zinsen und einem unersättlichen chinesischen Markt profitierten. Die Arbeitslosigkeit sank, die Auftragsbücher waren voll, und „Made in Germany“ war der Goldstandard.</p>
<p>Doch der scheinbar endlose Aufschwung überdeckte schleichende Probleme. Bereits gegen Ende der 2010er-Jahre mahnten Ökonomen, dass die Digitalisierung verschlafen wurde und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu groß sei.</p>
<p><strong>Die Zäsur der 2020er</strong></p>
<p>Mit der Corona-Pandemie 2020 endete die Party abrupt. Zwar bewies der Mittelstand zunächst seine legendäre Resilienz – gestützt durch Kurzarbeit und staatliche Hilfen –, doch die Pandemie legte die Verwundbarkeit der Just-in-Time-Produktion offen. Kaum hatte sich die Wirtschaft berappelt, folgte 2022 mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine der nächste Schock. Die Energiekrise traf das produzierende Gewerbe ins Mark. Das Geschäftsmodell vieler Firmen, das auf billigem Gas basierte, kollabierte über Nacht. Massive Preissprünge zwangen rund ein Viertel der Mittelständler zu Umstrukturierungen. Jedes fünfte Unternehmen reichte die Kosten vollständig an Kunden weiter. Auch wenn sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannt hat, bleiben die strukturellen Verwerfungen, geringere Investitionen in den Standort Deutschland und deutliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu anderen Ländern weiterhin bestehen und bremsen das Wachstum der deutschen Wirtschaft aus.</p>
<p><strong>Der Status Quo: Substanzkampf statt Wachstum</strong></p>
<p>Heute, im Jahr 2026, zeigt sich ein <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/zukunftsausblick-2026-it-mittelstand-zwischen-unsicherheit-und-wachstum/">gespaltenes Bild</a>. Die akute Inflationsphase hat sich beruhigt, doch die strukturellen Sorgen wiegen schwerer denn je. Der Mittelstand kämpft an drei Fronten gleichzeitig: Demografie, Bürokratie und Standortkosten.</p>
<p>Der Fachkräftemangel ist von einer theoretischen Gefahr zur bitteren Realität geworden; in vielen Betrieben bleiben Maschinen stehen, nicht weil Aufträge fehlen, sondern weil niemand da ist, um sie zu bedienen. Hinzu kommt eine überbordende Bürokratie – von Lieferkettengesetzen bis zu Nachhaltigkeitsberichten –, die gerade kleinere Firmen überproportional belastet.</p>
<p>Die Stimmung hat sich gedreht. Investitionen fließen vermehrt ins Ausland, nicht mehr nur zur Markterschließung, sondern aus Kostengründen. Die Ära des automatischen Wachstums ist vorbei. Der deutsche Mittelstand verfügt noch immer über enorme Substanz und Innovationskraft, doch er befindet sich in einer schmerzhaften Transformationsphase. Die Frage der kommenden Jahre wird sein, ob der „German Mittelstand“ seine Flexibilität nutzen kann, um sich neu zu erfinden, oder ob das Rückgrat der Wirtschaft unter der Last der Standortfaktoren dauerhaft Schaden nimmt.</p>
<p><strong>Dringende Forderungen an die Politik</strong></p>
<p>Deutsche Mittelstandsverbände fordern deshalb schon länger einen radikalen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Dazu gehört ein massiver Bürokratieabbau genauso wie eine deutliche Deregulierung. Allein  im Jahr 2026 werden eine Flut neuer EU-Vorgaben wirksam, darunter die NIS2-Richtlinie für Cybersicherheit (Kosten pro Betrieb bis zu 350.000 €), die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und die EU-Entwaldungsverordnung.</p>
<p>Eine weitere zentrale Forderung: Senkung der Lohnnebenkosten und  Energiekosten. Angesichts steigender Sozialabgaben und eines weiter kletternden CO₂-Preises fordert der Mittelstand finanzielle Entlastung. Ein spezifischer Kritikpunkt ist auch der Mindestlohn, der 2026 um acht Prozent auf 13,90 € gestiegen ist. Auch eine Investitionsoffensive und mehr Digitalisierung gehören zu den dringend erwarteten Impulsen für den deutschen Mittelstand. Zur Fachkräftesicherung fordert das  Handwerk (ZDH) dringende Reformen zur Bewältigung des akuten Personalmangels, mehr Budget für die Fortbildung von Mitarbeitern sowie eine Stärkung der beruflichen Bildung.</p>
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<p>Insgesamt geht es den Unternehmen in Deutschland vor allem um deutlich mehr Planungssicherheit. Verlässliche Rahmenbedingungen, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig gesichert werden kann, sind angesichts weitweiter geopolitischer und innenpolitischer Machtverschiebungen wichtiger denn je.Wir werden im Team bei mittelstandinbayern.de weiterhin über die Situation in der mittelständischen Wirtschaft berichten – wenn uns die Zeiten gewogen sind, auch gerne noch einmal 12 Jahre lang!</p>
<p>Danke, dass Sie uns begleiten!</p>
<p>Ihr</p>
<p>Achim von Michel</p>
<p>Herausgeber mittelstandinbayern.de</p>
</div>
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		<title>Europawahl 2024: Was das Ergebnis für die Klimapolitik bedeuten könnte</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jun 2024 19:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Tag der Europawahl 2024, in der die noch vor fünf Jahren spektakulär gefeierten „grünen“ Politikideen zunächst erst einmal krachend abgewählt worden sind, wage ich mich seit sehr langer Zeit wieder mit einem Editorial an den Start. Zunächst: Niemand bestreitet, dass die Dekarbonisierung der Wirtschaft, des Verkehrs, ja der ganzen Welt...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Tag der <a href="https://elections.europa.eu/de/" target="_blank" rel="noopener">Europawahl</a> 2024, in der die noch vor fünf Jahren spektakulär gefeierten „grünen“ Politikideen zunächst erst einmal krachend abgewählt worden sind, wage ich mich seit sehr langer Zeit wieder mit einem Editorial an den Start. Zunächst: Niemand bestreitet, dass die Dekarbonisierung der Wirtschaft, des Verkehrs, ja der ganzen Welt als Zielpunkt der begonnenen Transformation stehen muss und wird.  Das ist &#8211; unabhängig von den Bedrohungen des Klimawandels &#8211; schon deshalb nötig, weil fossile Energieträger nun einmal begrenzte Ressourcen sind, egal wer in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten vielleicht noch welches Erdöl- oder Gasvorkommen auftut. Über den im Vergleich zur Verbrennung deutlich besseren Wirkungsgrad muss man an dieser Stelle nicht sprechen – das war auch vor 100 Jahren grundsätzlich bekannt, führte aber trotzdem zu einem ganz anderen Weg.</p>
<p>Mit dem Wissen der <a href="https://www.munich-climate-school.lmu.de/" target="_blank" rel="noopener">Munich Climate School</a> der LMU, die ich im vergangenen Jahr erstmals an fünf Seminartagen live verfolgen dürfte, bin ich auch als Klimawandel-Skeptiker oder gar -Leugner vollkommen ungeeignet. Natürlich sind in unserer Natur gigantische Veränderungsprozesse im Gange, und natürlich sind diese auch massiv durch menschliche Eingriffe verursacht worden. Die Errungenschaften der modernen Welt verteufeln kann ich aber am Schluss nicht, denn sie haben natürlich auch viel Wohlstand gebracht und menschliche Mühen und Leid konkret und nachhaltig verringert. Den idealen Punkt zum Umzusteuern in ein neues Energie-Zeitalter haben wir wahrscheinlich verpasst, aber auch so sind Menschen: Was scheinbar gut funktioniert und sich bewährt hat, wird ungerne wieder angefasst.</p>
<p><strong>Soll sich Europa von China treiben lassen?</strong></p>
<p>Nun sind es nicht nur die realen Umweltereignisse und die politischen Strömungen, die uns in der momentanen Zeit massiv Druck auf den „Klima-Kessel“ geben: Mit China schwingt sich der bisher größte Verursacher menschengemachter Umweltverschmutzung zunehmend auf, jetzt auch gleich die passende Lösung dafür bereitzustellen. In der Tat &#8211; China ist unbestritten der weltweit größte „Enabler“ von erneuerbaren Energien, alleine in 2023 waren das über 200 Gigawatt neu installierter Leistung, und für das laufende Jahr ist eine weitere deutliche Intensivierung geplant. Schon spricht man vollmundig von einem Wendepunkt, mit  dem der „Peak“ der beispiellosen Umweltverschmutzung durch die chinesische Industrie deutlich früher – vielleicht gar noch in diesem Jahr &#8211;  erreicht werden soll. China präsentiert darüber hinaus mit einer Vielzahl von elektrisch betriebenen Fahrzeug-Modellen auch im Mobilitäts-Sektor einen greifbaren Wendepunkt, wie er bisher aus der europäischen Automobilindustrie und speziell der viel traditionsreicheren deutschen Industrie noch nicht auszumachen ist.</p>
<p><strong>Vier konkrete Gefahren</strong></p>
<p>Dennoch warne ich vor einigen Dynamiken, die sich verselbständigen könnten und in der Folge Europa und damit natürlich auch Deutschland meiner Ansicht nach immens schaden können.</p>
<ol>
<li>Europa ist derzeit der sich <a href="https://www.deutschlandfunk.de/europa-ist-der-kontinent-der-sich-am-schnellsten-erwaermt-100.html#:~:text=Seit%20den%201980er%20Jahren%20erw%C3%A4rmt,die%20Wissenschaftlerinnen%20und%20Wissenschaftler%20erkl%C3%A4rten." target="_blank" rel="noopener">am schnellsten erwärmende Kontinent</a> im Klimawandel. Bei allem Engagement rund um das Ziel der Klimaneutralität – das aber selbstverständlich immer weltweit betrachtet werden muss – stehen wir vor konkreten Herausforderungen bei der Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten. Der Klimawandel ist nichts, das mit Erreichen von bestimmten Zielen am Tag X schlagartig zu Ende sein wird. Wir sprechen vielmehr über sehr graduelle und auch sehr langfristige Prozesse – ich gehe sogar so weit zu sagen: Niemand der heute auf der Welt lebenden Menschen wird wieder einen Zustand „vor“ dem Klimawandel erleben. Was wir tun können und müssen, ist die graduellen Prozesse zu verlangsamen und vielleicht auch stoppen. Aber um dazu überhaupt in der Lage zu sein, müssen wir unsere <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/smart-cities-innovations-wettbewerb-der-landeshauptstadt-muenchen/">Städte schützen</a>, die Bewegung unserer Flüsse beeinflussen, die Temperatur in unseren Städten absenken, Menschen vor zu viel Hitze schützen, die Küstenregionen sichern, unsere Rettungs-Infrastruktur ertüchtigen und so weiter und so fort. All das kostet viel Zeit und sehr viel Geld, muss aber ehrlicherweise ebenfalls das Anliegen ernsthafter Politik für Bürgerinnen und Bürger sein. So lange Zeit und Geld nun einmal begrenzte Ressourcen sind, wird also eine Abwägung zwischen Maßnahmen des Klimaschutzes und Maßnahmen des „Schutzes vor Klimaauswirkungen“ unabdingbar sein.</li>
<li>Wir tun gut daran immer im Auge zu behalten, dass China grundsätzlich nicht aus Altruismus agiert. Der ursprüngliche Impuls in Richtung Klimaschutz ist Zuständen geschuldet, in denen in den chinesischen Mega-Citys die Luft so schlecht wurde, dass die Bedrohung für die Bevölkerung konkret und unmittelbar wurde. Es lag also im ureigensten Interesse Chinas, zunächst in eine Verbesserung der heimischen Situation zu investieren. Diese inzwischen &#8222;exportfähigen&#8220; Initiativen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass China immer auch interessengeleitete Politik betreibt, sowohl nach innen als auch nach außen. Mit dem dramatischen Wegbrechen des Immobiliensektors als Wachstumstreiber ist China gerade dabei, mit riesigen Solarparks neue Investitionsmöglichkeiten zu schaffen und so ein Stück weit seine massiv schwächelnde Wirtschaft zu stabilisieren. Klar ist aber auch, dass die massive Überproduktion von Solarpanels eine Kampfansage an den Rest der Welt ist, in deren Verlauf unliebsame Konkurrenten auf der ganzen Welt durch Dumping-Preise aus dem Rennen geworfen und eine zunehmende Abhängigkeit gegenüber China induziert werden soll. Gleiches ist natürlich im Automobilsektor zu beobachten &#8211; die auf Basis von massiven Subventionen und direkter Verfügbarkeit benötigter Rohstoffe realisierten „Markt“-Preise sind eine weitere Kampfansage an die Märkte in Europa und den USA. Die massive Überproduktion an Fahrzeugen ist derzeit in europäischen Häfen zu besichtigen, an denen China sogar noch beteiligt ist. Das ist für mich kein Grund für hämisches Feixen und Anklagen von zu viel „Bräsigkeit“ hiesiger Anbieter, sondern eine sehr ernsthafte Aufgabe für die Europäische Union der nächsten fünf Jahre: Wieviel „Wettbewerb“ wollen wir erlauben, und an welchem Punkt setzen wir dem wirtschaftlichen Treiben eines politischen „Systemkonkurrenten“ mit klar antidemokratischer Ausrichtung auch klare Zoll-Grenzen, bestehende Joint Ventures und Bedrohung durch Klimawandel hin oder her? <em>(Update 10.6.): Mit der Enscheidung Emmanuel Macrons, Neuwahlen auszurufen, fehlt hier zunächst ein wichtiger Befürworter von Handelsschranken gegenüber China.</em></li>
<li>Zu glauben, mit dem massenweisen Verschiffen chinesischer Elektrofahrzeuge nach Europa sei das Weltklima im Grundsatz gerettet, ist auch zu kurz gedacht. China ist bisher in der Lage, zum Beispiel mit modernen Lichtbogen-Öfen (EAF) und ähnlichen Technologien etwa fünf bis maximal zehn Prozent grünen Stahls in derzeit zwei riesigen Werken zu produzieren &#8211; den sie entsprechend der neuen EU-Vorgaben zum CO2-Grenzausgleichsystem (CBAM)  wahrscheinlich früher oder später auch nach Europa exportieren können. Der Rest wird noch immer extrem dreckig mit Kohle vor allem für den heimischen Markt erzeugt &#8211; und wir reden hier vom größten Stahlproduzenten der Welt sehr weit vor Indien.  Auch Chinas Stromversorgung wird Stand heute zu über 60 Prozent aus Kohle gespeist, und die Genehmigungen für neue Kohlekraftwerke erfolgen derzeit noch im Wochenrhythmus. Die chinesische Regierung begründet dies nach außen hin mit dem Argument der „Versorgungssicherheit“. Tatsächlich mag schon bald ein Punkt kommen, an dem erneuerbare Energie in China deutlich günstiger herzustellen und damit wirtschaftlich schlicht überlegen ist – so wie wir das ja in europäischen Strommärkten auch zunehmend sehen. Aber auch in einem Land wie China toben widerstreitende Interessen, über 2,4 Millionen Kohlearbeiter in gerade erst neu erschlossenen Minen werden nicht von heute auf morgen entlassen werden, und zur „richtigen“ Energiepolitik nach Auslegung der Kommunistischen Partei gibt es auch in China mit Sicherheit mehr als eine Meinung.</li>
<li>Schließlich sollte auch die Diskussion um mögliche Alternativen und Ergänzungen zur langfristig unvermeidlichen Elektrifizierung grundsätzlich anders geführt werden. Natürlich ist es richtig, dass es de facto kein „Verbrenner-Verbot&#8220; auf EU-Ebene gibt, und auch die europäische Kernfusionsforschung nicht eingestellt worden ist. Ein grundsätzlich innovations-offeneres Klima würde speziell unserem Land aber ganz sicher an diesem Punkt der Geschichte überhaupt nicht schaden. E-Fuels von Anfang an als politische Nebelkerze zu labeln und die Zukunftstechnologie Kernfusion mit dem Hinweis auf die noch immer 50-jährige Entwicklungszeit lächerlich zu machen, wird weder junge Ingenieure motivieren, mit Hochdruck an möglichen Zukunftstechnologien zu arbeiten, noch unseren Wohlstand in ein oder zwei Generationen sichern. Auch auf die Erfindung Otto Diesels hat niemand wirklich gewartet, und dennoch wurde sie über Generationen ein Erfolgsmodell für dieses Land und die ganze Welt. Wenn Kernfusion oder vergleichbare Technologien eines Tages an einem Punkt sind, kommerzialisiert zu werden &#8211; und solche Durchbrüche geschehen ohnehin nicht mehr national, sondern in bestens vernetzten internationalen Forschungs-Communities &#8211; dann möchte ich, dass unsere Wirtschaft bitte vorne mit dabei ist, um diese Früchte auch zu ernten. Alles andere wäre ein Rückzug in ein neues Biedermeier, den wir uns einfach nicht leisten können.</li>
</ol>
<p>In Summe glaube ich, Deutschland und Europa tun gut daran, bei allen berechtigten Forderungen der Klimaszene  darauf zu achten, Schlüsselindustrien nicht aufzugeben.</p>
<p>Ihr</p>
<p>Achim von Michel</p>
<p>Herausgeber &#8222;Mittelstand in Bayern&#8220;</p>
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		<title>Interview: Wo steht der Mittelstand in der Krise?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2022 12:14:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[cover]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Energiekrise, Inflation, Lieferschwierigkeiten, die Coronapandemie, der Fachkräftemangel. Der Mittelstand befindet sich zurzeit in einer multiplen Krise. Welchen Herausforderungen muss er sich aktuell stellen und wie geht er damit um? Achim von Michel, Herausgeber von mittelstandinbayern.de erklärt im Interview, wie es aktuell um den Mittelstand steht. &#160; Wie trifft Energiekrise...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Energiekrise, Inflation, Lieferschwierigkeiten, die Coronapandemie, der Fachkräftemangel. Der Mittelstand befindet sich zurzeit in einer multiplen Krise. Welchen Herausforderungen muss er sich aktuell stellen und wie geht er damit um? Achim von Michel, Herausgeber von mittelstandinbayern.de erklärt im Interview, wie es aktuell um den Mittelstand steht.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Wie trifft Energiekrise die Unternehmen?</strong></h4>
<p><strong>Achim von Michel</strong><strong>:</strong> Die hohen Energiepreise belasten die mittelständischen Unternehmen besonders. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) sehen sich über die Hälfte der kleinen und mittelständischen Unternehmen durch die <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/alarmstufe-gas-harte-zeiten-fuer-den-mittelstand/" target="_blank" rel="noopener">Preisexplosionen</a> sogar in ihrer Existenz bedroht. Für fast die Hälfte der Unternehmen haben sich die Preise inzwischen verdoppelt, für ein knappes Drittel sogar verdreifacht. Langfristig halten das im Zweifel nicht alle kleinen und mittelständischen Unternehmen aus.</p>
<h4><strong>Wie reagieren die betroffenen Unternehmen auf die Situation?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Um die Krise zu bewältigen, denken viele Unternehmen an Personalkürzungen, geplante Investitionen müssen gestoppt oder verschoben werden und einige Unternehmen werden auch ins Ausland gehen, um in der Krise nicht unterzugehen. Für einige wird sich die Produktion auch gar nicht mehr lohnen, was sich aktuell beispielsweise bei den zunehmenden Schließungen von Bäckereien zeigt.</p>
<h4><strong>Welche Maßnahmen könnten helfen?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Entlastungen sind in der aktuellen Situation dringend notwendig, um eine Insolvenzwelle und großflächige Entlassungen zu verhindern. Jeweils deutlich über die Hälfte der Unternehmen geben in der Umfrage des BVMW an, dass eine Senkung der Stromsteuer, ein gedeckelter Unternehmensstrompreis oder die grundsätzliche Ausweitung der vorhandenen Erzeugungskapazitäten für Energie sie entlasten würden. In Bayern spielt außerdem die Atomenergie eine größere Rolle, immerhin macht sie hier noch etwa 15 Prozent der Stromerzeugung aus. Bis ein guter Energiemix gewährleistet werden kann und die Energieversorgung sichergestellt ist, sollten die Atomkraftwerke am Netz bleiben, im Zweifel auch über April 2023 hinaus, da eine ausreichende und bezahlbare Stromversorgung für den Mittelstand eine existenzielle Grundlage darstellt.</p>
<h4><strong>Kann die geplante Gaspreisbremse den Mittelstand retten? </strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Die geplante Gaspreisbremse ist zwar eine richtige und notwendige Maßnahme, ist aber im März 2023 für viele der mittelständischen Unternehmen zu spät angesetzt. Außerdem gibt es weiterhin große Unsicherheiten, ob die Entlastungen beispielsweise rückwirkend für Februar gelten. Bei der Planung wird die Großindustrie offensichtlich bevorzugt, für sie soll es bereits ab Januar einen Gaspreisdeckel bei 7 Cent pro Kilowattstunde geben. Eine solche Ungleichbehandlung schadet letztendlich den mittelständischen Unternehmen.</p>
<h4><strong>Was sollte zusätzlich passieren?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Der Mittelstand fordert lediglich eine Gleichbehandlung von Großindustrie und mittelständischen Unternehmen. Langfristig sollten kleine und mittelständische Unternehmen, beispielsweise in den Bereichen Handwerk, Handel, Gewerbe und kleinere Industriebetriebe in den Fokus rücken, statt die Aufmerksamkeit immer nur auf die Großindustrie zu richten. Immerhin sind über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland kleine und mittlere Unternehmen und über 70 Prozent der Lehrlinge werden vom Mittelstand ausgebildet. Außerdem sollte nun auf ein breiteres Energieangebot gesetzt werden. Erneuerbare Energien sind dabei ein wichtiger Punkt, da sie langfristig und zukunftsfähig sind. Mittelständische Unternehmen benötigen dringend wieder mehr Investitions- und Planungssicherheit.</p>
<h4><strong>Welche Auswirkungen hat die aktuelle Inflation auf mittelständische Unternehmen und was kann dagegen getan werden?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Bei einer so historisch hohen Inflation in Kombination mit einer bevorstehenden Rezession besteht dringender Handlungsbedarf. Dabei wird an die EZB appelliert, denn die weitere Anhebung des Leitzinses könnte einen Beitrag zur Stabilisierung der europäischen Volkswirtschaften und zum Vertrauen in den Euro leisten. Exportstarke Unternehmen profitieren normalerweise durch einen schwachen Euro, da sie günstig exportieren und die Absätze auf dem Weltmarkt erhöhen können. In dieser Krise gehen die Gewinne allerdings wieder unter, da auch alle zusätzlichen Kosten steigen, wie die Einfuhr von Rohstoffen und die Energiepreise. Unter dem Strich gehören der exportstarke deutsche Mittelstand und damit weite Teile der heimischen Wirtschaft zu den großen Verlierern der mangelnden Preisstabilität und der über lange Zeit verfehlten Geldpolitik der EZB.</p>
<h4><strong>Welche Rolle spielen die Lieferengpässe momentan?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Laut einer Umfrage des ifo-Instituts im September dieses Jahres sind durchschnittlich fast zwei Drittel der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe von einer Knappheit von Vorprodukten betroffen. Am stärksten sind die Sektoren des Maschinenbaus, der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und der Automobilindustrie betroffen. Die Lieferschwierigkeiten und -verzögerungen sind für fast drei Viertel der Unternehmen eine große Herausforderung. Die Materialknappheit führt, auch im Zusammenhang mit den Energiepreisen, zu steigenden Erzeugerpreisen, bei denen es innerhalb des letzten Jahres zum höchsten Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen kam.</p>
<h4><strong>Wie belastend ist der Fachkräftemangel?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Vor allem der demographische führt zu einem steigenden Fachkräftemangel. Besonders die sozialen Branchen sind betroffen, wie beispielsweise die Sozialarbeit oder die Kinderbetreuung. Dort fehlen über zwanzig tausend Fachkräfte. Aber auch die Bauelektronik, die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die Informatik und die Kraftfahrzeugtechnik leiden stark unter fehlenden Fachkräften. Ebenso sind Stellen für LKW-Fahrer schwer zu besetzen. Aktuell sind den bayerischen Arbeitsagenturen über 150.000 freie Stellen gemeldet. Das stellt auch mit Blick auf die Energiewende ein großes Problem dar, denn der Ausbau erneuerbarer Energien und deren Nutzung kann nur mit ausreichenden Fachkräften, so zum Beispiel in der Bautechnik, sichergestellt werden.</p>
<h4><strong>Was muss getan werden, um diesem Mangel entgegenzuwirken?</strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Wichtig ist es vor allem, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu fördern, um ein hohes Bildungsniveau zu erhalten und möglichst vielen Menschen die Chance zu bieten, das nötige Fachwissen zu erlangen. Dabei spielt natürlich auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Aus- und Weiterbildung bringt Wohl­stand und Zukunftsfähigkeit für Arbeitnehmer, für Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort Bayern insgesamt. Um Lücken kurzfristig zu schließen, können auch qualifizierte ausländische Fachkräfte eine Lösung sein, für die langfristige Entwicklung muss aber auch die Digitalisierung und der technische Fortschritt vorangebracht werden, wodurch mehr Prozesse maschinell durchgeführt werden können.</p>
<h4><strong>Wie belastend sind hohe Coronazahlen und Krankenstände? </strong></h4>
<p><strong>von Michel:</strong> Aufgrund des sowieso hohen Fachkräftemangels stellen zusätzlich hohe Krankenstände vor allem für kleine Unternehmen ein großes Problem dar. Das fehlende Personal ist Einer Zeit von Krisen von allen Seiten eine zusätzliche Belastung. Im Zweifel müssen auch dadurch Produktion oder Angebote zurückgefahren werden.</p>
<p>Wichtig ist, Corona weiterhin ernst zu nehmen und die Schutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten. Die rückkehrende Normalität führt dazu das einige Menschen auch krank und ungetestet zur Arbeit gehen. Selbst positiv auf Corona Getestete mit mildem Verlauf gehen teilweise in die Arbeit. Doch auch, wenn viele der Erkrankungen mild verlaufen, ist das Virus nicht zu unterschätzen, vor allem da uns bisher die Daten zu Long Covid fehlen. Davor warnen die Krankenkassen, da der durchschnittliche Krankenstand hier bei etwa 105 Tagen liegt und somit noch längere Krankheitsausfälle verursacht. Besonders bei kleinen Unternehmen könnte das, angesichts des bestehenden Personalmangels, gefährlich werden. Unbedingt muss daher der Grundsatz gelten: „Wer krank ist, bleibt zu Hause“ &#8211; insbesondere mit Blick auf die Bundesländer, die ihre Quarantäneregelungen nun aufheben wollen.</p>
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		<title>Alarmstufe Gas – Harte Zeiten für den Mittelstand</title>
		<link>https://www.mittelstandinbayern.de/alarmstufe-gas-harte-zeiten-fuer-den-mittelstand/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 09:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Alarmstufe Gas! – In Zeiten täglich schlechter Nachrichten hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 23. Juni die nächste große Hiobsbotschaft verkündet. Seit der vom Kreml kontrollierte Konzern Gazprom Mitte Juni die Lieferungen nach Deutschland um 60 Prozent reduziert hat, ist Gas zum knappen Gut geworden. Noch ist die Versorgungssicherheit gewährleistet und...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alarmstufe Gas! – In Zeiten täglich schlechter Nachrichten hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 23. Juni die nächste große Hiobsbotschaft verkündet. Seit der vom Kreml kontrollierte Konzern Gazprom Mitte Juni die Lieferungen nach Deutschland um 60 Prozent reduziert hat, ist Gas zum knappen Gut geworden. Noch ist die Versorgungssicherheit gewährleistet und der Markt kann die Importausfälle abfangen. Doch die Aussichten für Industrie, Gewerbe und Handel sowie private Haushalte sind alles andere als rosig. Nun drohen neue Preisexplosionen, die die Wirtschaft und Bevölkerung vor eine lange Zeit voller Entbehrungen stellen werden. Für die kommenden Monate lässt all das nichts Gutes erahnen.</p>
<h4><strong>Schwere Zeiten für den Mittelstand</strong></h4>
<p>Momentan sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Mittelstand außerordentlich schlecht. Unternehmen sind konfrontiert mit einer unangenehmen Mischung aus gestörten Lieferketten, einer immer mehr steigenden Inflation, die im schlimmsten Fall zu einer Stagflation führen könnte, einer noch nicht überwundenen Pandemie und nun eben einer <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/hohe-energiepreise-belasten-den-mittelstand/" target="_blank" rel="noopener">akuten Energiekrise</a>, für die es auf absehbare Zeit keine Lösung gibt.</p>
<p>Die mittelständische Wirtschaft leidet dabei doppelt unter dem Gasmangel. Für die eigene Produktion ist der Mittelstand elementar auf eine umfassende und vor allem aber bezahlbare Energieversorgung angewiesen. Preissteigerungen bei Strom und Gas um den Faktor zehn, wie manche Ökonomen schätzen, lassen sich schlicht nicht auffangen. Für viele kleine und mittlere Unternehmen wird die Energiekrise so zu einer existenzbedrohenden Belastung. Vor allem energieintensiven Unternehmen droht das Aus. Gleichzeitig sind viele Mittelständler Zulieferer von großen Konzernen. Schränken diese ihre Produktion ein, brechen kleinen und mittleren Unternehmen die Auftraggeber weg.</p>
<p>Und die Alarmstufe ist dabei erst der Anfang. Sollte die Politik auch die dritte Stufe des Notfallplans Gas verkünden müssen, muss der Staat über die Verteilung der knappen Ressource entscheiden. Bislang fließt knapp die Hälfte des importierten Gases in Industrie, Gewerbe, Handel und den Dienstleistungssektor. Über 37 Prozent gehen an private Haushalte, die damit ihre Wohnungen heizen und über Fernwärme Warmwasser beziehen. Dass der Staat im Fall der Fälle im kommenden Herbst und Winter nicht zuerst den Privathaushalten den Gashahn zudrehen wird, ist gesetzlich festgelegt und moralisch nachvollziehbar.</p>
<h4><strong>Energiegipfel im Kanzleramt nötig</strong></h4>
<p>Sollte die Bundesregierung auch die dritte Eskalationsstufe des Notfallplans ausrufen müssen – und darauf läuft es aller Voraussicht nach hinaus – muss die Bundesnetzagentur darüber entscheiden, wie das knappe Gas verteilt werden soll. In solch einer Mangellage drohen Verteilungskämpfe, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Die Bundesregierung muss deshalb dringend einen Mechanismus entwickeln, wie das Gas dann an die Wirtschaft verteilt wird.</p>
<p>Dafür sollte Bundeskanzler Olaf Scholz nach seinem Marathon mit den G7-, NATO- und EU-Gipfeln ein weiteres Spitzentreffen einberufen: einen Energiegipfel im Kanzleramt. Politik und Wirtschaft sollten sich so bald wie möglich an einen Tisch setzen, um zu klären, wie eine faire Verteilung der knappen Ressource aussehen kann. Für den Mittelstand ist dabei von elementarer Bedeutung, dass verbindlich geregelt wird, dass auch kleine und mittlere Unternehmen ihren Anteil an den zur Verfügung stehenden Gasmengen erhalten. Schließlich ist der Mittelstand der Motor der deutschen Wirtschaft.</p>
<h4><strong>Mittelstand darf nicht benachteiligt werden</strong></h4>
<p>Allein in Bayern gibt es mehr als 600.000 mittelständische Betriebe. Diese erwirtschaften einen Großteil des Wohlstands im Freistaat und stellen mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze bereit. Wenn die Politik vermeiden will, den Wohlstand in Deutschland innerhalb kürzester Zeit massiv zu gefährden, dann darf der Mittelstand bei der Verteilung von Gas unter keinen Umständen benachteiligt werden. Genau deshalb sind Verteilungsmechanismen wie Auktionen eine denkbar schlechte Lösung. Denn Auktionen begünstigen zahlungskräftige Unternehmen, in erster Linie also die großen Konzerne aus der Industrie. Ein Wettbieten um Energie ist für den Mittelstand schlichtweg keine realistische Option.</p>
<p>Auch wenn es den großen Industrie-Konzernen wahrscheinlich schwerfallen wird, ist in diesen turbulenten Zeiten Solidarität gefragt. Alle Unternehmen leiden unter den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen. Wohlstand und Wirtschaftskraft in Deutschland sind so bedroht wie lange nicht. Wirtschaft, Politik und Bevölkerung müssen nun zusammenhalten und alles dafür tun, die aktuelle Energiekrise mit einer nationalen Kraftanstrengung zu überwinden. Wenn wir alle unseren Beitrag leisten, werden wir auch diese Krise überstehen.</p>
<p>Ihr</p>
<p>Achim von Michel</p>
<p>Herausgeber mittelstandinbayern.de</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die neue Coronapolitik lautet: „Schütze sich, wer kann“</title>
		<link>https://www.mittelstandinbayern.de/die-neue-coronapolitik-lautet-schuetze-sich-wer-kann/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2022 10:29:37 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein neues Infektionsschutzgesetz ist in Deutschland in Kraft. Spätestens ab dem 3. April werden unter anderem die Maskenpflicht im Einzelhandel und die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz erstmal Geschichte sein. Diese Lockerungen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Gerade erst in der Woche vom 21. März wurden Corona-Höchststände mit deutschlandweiten Neuinfektionen von...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-contrast="auto">Ein neues Infektionsschutzgesetz ist in Deutschland in Kraft. Spätestens ab dem 3. April werden unter anderem die Maskenpflicht im Einzelhandel und die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz erstmal Geschichte sein. Diese Lockerungen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Gerade erst in der Woche vom 21. März wurden Corona-Höchststände mit deutschlandweiten Neuinfektionen von über einer Million Fällen gemeldet. Sowohl Krankenhäuser als auch Unternehmen werden sich durch einen weiter zunehmenden, krankheitsbedingten Personalausfall auf gravierende Probleme einstellen müssen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h4><b><span data-contrast="auto">Unverständliche Lockerungen der Maßnahmen </span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h4>
<p><span data-contrast="auto">Dabei hat sich gerade die Maskenpflicht als eine der besten Methoden im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie bewiesen. Es ist medizinisch nachgewiesen, dass das korrekte Tragen zu einer maßgeblichen Reduzierung der Verbreitung von Corona-Viren beiträgt: Wenn eine infizierte und eine nichtinfizierte Person FFP2-Masken tragen und über 20 Minuten Kontakt haben, liegt das Ansteckungsrisiko trotzdem bei nur 0,1 Prozent, so eine <a href="https://www.mpg.de/17915640/corona-risiko-maske-schutz" target="_blank" rel="noopener">Studie des Max-Planck-Instituts in Göttingen</a></span><span data-contrast="auto">. Dass diese Maßnahme, die somit nicht nur sehr effektiv, sondern auch einfach anwendbar und leicht kontrollierbar ist, in geschlossenen Räumen jetzt fast überall fallen soll, ist nicht nachvollziehbar.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Die neue “Hotspot”-Regelung ist ebenfalls nicht ausreichend durchdacht. Da nach Einschätzung des Corona-Expertenrats keine bundesweite Überlastung der Krankenhäuser mehr droht, ist eine deutschlandweit einheitliche Vorgehensweise gegen die Covid-19-Pandemie rechtlich nicht mehr möglich. Somit müssen die Länder nun selbst entscheiden, welche Corona-Regeln sie in welchen Gebietskörperschaften umsetzen. Dazu zählt theoretisch auch die Möglichkeit, ein ganzes Bundesland als bedroht einzustufen. Das soll passieren, sobald die Pflege nicht mehr gewährleistet werden kann und beispielsweise Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden müssen. Diese Definition ist allerdings extrem rechtsunsicher und in Ländern mit vielen Kreisen und Gemeinden kaum umsetzbar, weshalb eine sehr zurückhaltende Anwendung der Regel sowie erneut ein extrem kleinteiliger Flickenteppich in Deutschland drohen. Eine der eindeutigen Erfahrungen aus zwei Jahren Pandemie lautet aber ganz klar: Menschen lieben einheitliche Regeln. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h4><b><span data-contrast="auto">Große Belastung in den Kliniken</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h4>
<p><span data-contrast="auto">Vor allem die Krankenhäuser waren seit Beginn der Pandemie einer großen Belastung ausgesetzt. Zu dem bereits bestehenden Pflegenotstand kam die enorm aufwendige Versorgung der Corona-Patienten hinzu. Darüber hinaus gibt es in vielen Krankenhäusern aufgrund der Covid-19-Infektionen beim Personal gegenwärtig Krankenstände von bis zu 30 Prozent. Auch wenn nicht mehr so viele Corona-Patienten auf der Intensivstation liegen wie in der zweiten oder dritten Welle, müssen zahlreiche Krankenhäuser deshalb jetzt doch wieder planbare Operationen verschieben, um die Versorgung gewährleisten zu können. Die Lockerungen der <a href="https://www.mittelstandinbayern.de/ende-der-corona-regelungen-darauf-muessen-unternehmer-achten/" target="_blank" rel="noopener">Corona-Maßnahmen</a> werden mit Sicherheit zu einer noch größeren Belastung führen. Und es sterben noch immer Menschen an Covid-19 Infektionen – aktuell mehr als 1.000 in der Woche &#8211; auch wenn das kaum mehr thematisiert wird. Über das Krankheitsbild „Long Covid“ sprechen ohnehin nur Experten, es fehlt schlicht die Datengrundlage, um die Gefährlichkeit dieser Langzeiterkrankung für die Gesellschaft angemessen zu beschreiben. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Doch nicht nur für die Krankenhäuser, auch für </span><a href="https://www.mittelstandinbayern.de/ende-der-corona-regelungen-darauf-muessen-unternehmer-achten/" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">Unternehmen</span></a><span data-contrast="auto"> ist die Aufhebung der Corona-Beschränkungen ein großes Problem. Unternehmer müssen durch das veränderte Infektionsschutzgesetz nun selbst bestimmen, welche Corona-Regeln in ihrem Betrieb gelten sollen. Wie ich bereits in einem </span><span data-contrast="none">Statement im Bayerischen Rundfunk</span><span data-contrast="auto"> kritisiert habe, müssen Betriebe jetzt genau abwägen, was belastender ist: Die Bereitstellung von Masken und Tests wie bisher oder ein sehr hoher Krankenstand bei den Mitarbeitern. Und auch der soziale Frieden in Unternehmen muss weiter gewahrt blieben: Mit freiwilligen Maßnahmen, die manche Arbeitnehmer gemäß Gesetzeslage einfach nicht mehr befolgen, könnte er schnell auf dem Spiel stehen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h4><b><span data-contrast="auto">Impfungen für Geflüchtete schwer umsetzbar</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h4>
<p><span data-contrast="auto">Neben den Lockerungen der Maßnahmen wird auch der völkerrechtswidrige Angriffskrieg von Putin auf die Ukraine weiterhin negative Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen in Deutschland haben. Seit Beginn des Kriegs sind etwa </span><a href="https://www.mittelstandinbayern.de/arbeiten-in-deutschland-was-fuer-gefluechtete-jetzt-gilt/" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">280.000 Flüchtlinge</span></a><span data-contrast="auto"> in Deutschland angekommen. Nur rund 30 Prozent der Ukrainer gegen das Corona-Virus geimpft – und viele davon nur mit dem in der EU nicht zugelassenen chinesischen Impfstoff Sinovac. Es steht außer Frage, dass Deutschland sich um die bereits angekommenen und die noch zu erwartenden Flüchtlinge kümmern muss. Trotzdem muss man sich auch damit auseinandersetzen, wie Massenansteckungen der Geflohenen in Sammelunterkünften sowie Infektionen in Privathaushalten bestmöglich verhindert werden können. Die Forderung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, allen Flüchtlingen so schnell wie möglich ein Impfangebot zu machen, ist zwar richtig, aber kaum umsetzbar. Wenn nicht einmal die genaue Anzahl der in Deutschland angekommenen Flüchtlinge bekannt ist, wird es wohl schwer möglich sein, zu überprüfen, welche Personen gar nicht oder nur mit einem nicht zugelassenen Impfstoff geimpft sind. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob es medizinisch unbedenklich ist, Menschen, die mit dem chinesischen Vakzin geimpft sind, zusätzlich Impfstoffe wie Biontech oder Moderna zu injizieren. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<h4><b><span data-contrast="auto">Eigenverantwortung nur teilweise vorhanden</span></b><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></h4>
<p><span data-contrast="auto">Unterm Strich kann die Bundesregierung von Glück sprechen, dass es in großen Teilen der Bevölkerung eine gewisse Eigenverantwortung im Umgang mit Corona gibt. In einer Umfrage des Instituts Yougov gaben zumindest 42 Prozent der Befragten an, in Geschäften weiterhin eine Maske tragen zu wollen, selbst wenn es dazu keine Pflicht mehr gibt. Sollten sich viele Menschen allerdings so unvernünftig verhalten wie beispielsweise im Lockdown 2021, als riesige Corona-Partys in München und Hamburg veranstaltet wurden, wird sich die Bundesregierung schon bald mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, dass sie mit ihrem Strategiewechsel eher verantwortungslos gehandelt hat. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Eine Übergangsfrist bis zum deutlichen Absinken der Inzidenz hätte für niemanden zusätzlichen Schaden verursacht, aber viele Menschen weiterhin konsequent geschützt. Auch das habe ich gegenüber der </span><a href="https://www.sueddeutsche.de/bayern/gesundheit-muenchen-ende-der-corona-regeln-wirtschaft-ist-zwiegespalten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220329-99-716208" target="_blank" rel="noopener"><span data-contrast="none">Süddeutschen Zeitung</span></a><span data-contrast="auto"> und zahlreichen weiteren </span><span data-contrast="none">Leitmedien</span><span data-contrast="auto"> nochmals formuliert. Statt dessen gilt jetzt leider die Devise: „Schütze sich, wer kann“. Gerade die FDP, die massiv für die Aufhebung der Corona-Einschränkungen plädiert hatte, hat ihren Wählern damit ein wenig nachhaltiges Geschenk gemacht. Die nächsten Monate und spätestens der Herbst werden zeigen, ob wir mit den Lockerungen nicht geradewegs in eine sechste Welle schlittern. Oder wäre es schon die siebte? So genau weiß das wohl niemand mehr.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Bleiben Sie gesund!</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ihr</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Achim von Michel</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Herausgeber, mittelstandinbayern.de</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:240}"> </span></p>
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		<title>Wenig Fortschritte beim Impfen – Mittelstand wird selbst aktiv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[webmaster MIB]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jan 2022 09:12:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alle News]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial/Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer, kaum ein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert wie die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Während sich die Politik mit dem heiklen Thema zunehmend schwertut, ergreifen mittelständische Unternehmen inzwischen eigene Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote. Heikles Thema – Politik spielt auf Zeit Seit Wochen debattiert das Land...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,</p>
<p>kaum ein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert wie die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Während sich die Politik mit dem heiklen Thema zunehmend schwertut, ergreifen mittelständische Unternehmen inzwischen eigene Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote.</p>
<h4><strong>Heikles Thema – Politik spielt auf Zeit</strong></h4>
<p>Seit Wochen debattiert das Land über die Impfpflicht, ohne jedoch zu einem wirklichen Ergebnis zu kommen. Einerseits besteht weitgehende Einigkeit, dass flächendeckende Impfungen der einzige wirklich Erfolg versprechende Weg aus der Pandemie sind – der Effekt der Impfungen vor schwerer Erkrankung ist schließlich wissenschaftlich eindeutig dokumentiert, die dringend nötige Entlastung der Krankenhäuser so realisierbar. Fast drei Viertel der Bevölkerung hat sich auch in Deutschland mittlerweile den schützenden Piks abgeholt. Gegen ein Gesetz, das auch die impfskeptischen Menschen dazu verpflichtet, gibt es allerdings veritable rechtliche, ethische und praktische Bedenken. Denn die Impfung stellt nun einmal einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Menschen dar, die aber klar in Artikel 2 des Grundgesetzes unverrückbar garantiert ist. Auch demokratietheoretische Aspekte wie der Minderheitenschutz müssen bei solchen Grundrechtseingriffen unbedingt berücksichtigt werden. Auch in einer Demokratie gibt es zahlreiche Themen, die nicht einer Entscheidung durch eine Mehrheit unterliegen dürfen, der Minderheitenschutz ist ein hohes Gut in einer freiheitlichen Grundordnung und gewinnt aktuell in vielen Ländern weiter an Bedeutung. Zudem ist fraglich, ob Deutschland die praktische Umsetzung der Impfpflicht überhaupt gewährleisten könnte, schließlich verfügen wir nicht wie Österreich über ein nationales Impfregister. Auch die Durchsetzung wirft viele Fragen auf: Werden Impfverweigerer, die ein Bußgeld nicht zahlen können oder wollen, am Schluss mit Erzwingungshaft belegt? Das zumindest entscheiden unabhängige Richter und nicht die Politik. Aber was nutzt uns am Schluss ein Gesetz, das nicht exekutiert werden kann?</p>
<p>Im Wissen um die vielen offenen Fragen spielt die Politik zunehmend auf Zeit. Weder aus dem Kanzleramt noch aus dem Bundesgesundheitsministerium liegen bisher konkrete Vorschläge dazu vor, wie eine generelle Impfpflicht praktisch ausgestaltet werden könnte. Kanzler Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach plädieren zwar klar für die Impfpflicht. Einen Gesetzesentwurf wollen beide Politiker jedoch nicht ausarbeiten. Stattdessen soll diese Aufgabe dem Bundestag in freier Entscheidung ohne Fraktionszwang auf Basis von Gruppenanträgen obliegen. Für Ende Januar sind erste, fraktionsoffene Orientierungsdebatten angesetzt, mit einer Abstimmung ist aber wohl frühestens im März zu rechnen. Da ist viel Vorsicht im Spiel, denn natürlich wissen die Entscheidungsträger auch, dass eine gesetzliche Pflicht zu sehr viel Widerstand und einer noch stärkeren Verhärtung der ohnehin schon sehr unversöhnlichen Fronten in der Gesellschaft führen könnte. Und wahrscheinlich gibt es auch die Hoffnung, dass sich das Problem irgendwie anders löst – sei es durch die enorme Wirkkraft der Omikron-Variante, oder durch die Wirkung weiterer Aufklärungskampagnen.</p>
<h4><strong>Selbst ist der Mittelstand</strong></h4>
<p>Für den Mittelstand ändert sich also erst einmal nichts. Seit November 2021 müssen Unternehmen die 3G-Regel am Arbeitsplatz durchsetzen. Geimpfte Mitarbeiter verursachen dabei einen deutlich geringeren bürokratischen Aufwand als ihre ungeimpften Kollegen, deren Tests täglich kontrolliert werden müssen. Und sie tragen nachweislich ein erheblich geringeres Risiko, schwer und langfristig zu erkranken und stehen somit den Unternehmen verlässlicher zur Verfügung. Schließlich müssen Firmenchefs auch sehr genau darauf achten, keine Polarisierung in ihren Betrieben zuzulassen, um die Produktivität nicht zu gefährden. Viele geimpfte Mitarbeiter haben nun einmal wenig Verständnis für ungeimpfte Kollegen, und umgekehrt sind letztere manchmal laut und unversöhnlich bei der Verteidigung ihrer Position.</p>
<p>Betriebe ergreifen deshalb inzwischen vermehrt auch eigene, verschärfte Maßnahmen – wie eine <a href="https://www.wiwo.de/politik/deutschland/exklusivumfrage-so-wollen-deutsche-unternehmen-mit-dem-impfstatus-ihrer-mitarbeiter-umgehen/27928200.html" target="_blank" rel="noopener">repräsentative Umfrage der ManpowerGroup</a> zeigt. Von den rund 1.000 befragten Unternehmen knüpft mehr als ein Drittel die Präsenz vor Ort im Betrieb klar an einen Impf- oder Booster-Nachweis, was der 2G-Regel in Handel und Gastronomie entspricht. Weitere 14 Prozent fordern zusätzlich sogar noch einen negativen Test (2G-plus). Darüber hinaus bietet jedes siebte Unternehmen seinen Mitarbeitern konkrete finanzielle Anreize für eine Erstimpfung an. Daraus lässt sich klar ableiten, dass Unternehmer und Unternehmerinnen in Deutschland ein sehr hohes Interesse daran haben, ihre MitarbeiterInnen möglichst gut vor Sars-Cov-2 zu schützen.</p>
<p>Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) vertritt die Position, dass eine Impfpflicht als „Ultima Ratio“ im Raum stehen müsse, wenn andere Maßnahmen nicht zum Erfolg führen. Man muss also derzeit die Frage stellen, ob weitere, aktive Bemühungen um bisher Impfunwillige noch zu einer deutlichen Steigerung der Impfquote führen werden. Oder werden die vielen individuellen Maßnahmen und die enorme Ansteckungswahrscheinlichkeit durch die Omikron-Variante – Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen bis zu 50 Prozent der Bevölkerung in Kontakt mit dem Virus kommen werden &#8211; dazu führen, dass eine Impfpflicht letztlich nicht mehr nötig sein wird? Spätestens wenn beides nicht fruchtet, werden die politischen Entscheidungsträger stark unter Druck kommen, denn nach der Corona-Welle ist in diesen Zeiten immer auch vor der nächsten Welle. Omikron wird sicher nicht die letzte Variante sein, mit der die Gesellschaften und damit auch die Krankenhäuser dieser Welt konfrontiert sind.</p>
<p>Welche Meinung haben Sie dazu? Senden Sie uns Ihre Argumente an <a href="mailto:info@mittelstandinbayern.de">info@mittelstandinbayern.de</a></p>
<p>Und bleiben Sie gesund!</p>
<p>Ihr</p>
<p>Achim von Michel</p>
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