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Bei Unternehmen entstehen relevante soziale und ökologische Auswirkungen nicht nur im eigenen Betrieb sondern insbesondere bei den zahlreichen Zulieferern. (Foto: pixabay)

Nachhaltigkeit: Unternehmen sollen mehr Verantwortung für Lieferketten übernehmen

Veröffentlicht: 26.07.2016

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Viele Unternehmen legen in ihrem eigenen Betrieb schon sehr viel Wert auf Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards. Doch tun sie das auch bei ihren Zulieferern? Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Unternehmensvereinigung „future – verantwortung unternehmen“ fordern, dass Unternehmen noch umfassender Auskunft darüber geben, wie sie Verantwortung für die sozialen und ökologischen Auswirkungen in ihren Lieferketten übernehmen. In ihrem Ranking der Nachhaltigkeitsberichte bewerten IÖW und future die Berichte der 150 größten deutschen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Berichte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Neben gestiegenen Anforderungen an die Berichterstattung zur Lieferkette wird auch stärker geprüft, ob die Unternehmen über für sie wesentliche Themen berichten.

Die Lieferkette muss genau durchleuchtet werden“

„Gerade bei großen Unternehmen entstehen relevante soziale und ökologische Auswirkungen nicht nur im eigenen Betrieb sondern insbesondere bei den zahlreichen Zulieferern“, so Thomas Korbun, Geschäftsführer des IÖW. „Wir erwarten von einem verantwortungsvollen Unternehmen, dass es seine Lieferketten genau durchleuchtet und benennt, welche erheblichen Risiken es identifiziert und wie es mit negativen Auswirkungen für Umwelt und Gesellschaft umgeht.“
So wird gefordert, dass Unternehmen ihre wichtigsten Beschaffungsbedarfe darlegen und ihre Hauptlieferanten quantitativ geografisch einordnen. „Ein Unternehmen soll genau darstellen, wie es sich darum bemüht, Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in seiner Lieferkette zu gewährleisten“, sagt Udo Westermann, future-Geschäftsführer „und dies sowohl bei direkten Lieferanten sowie, falls relevant, bei den Vorlieferanten.“ Gerd Scholl, Projektleiter des Rankings, ergänzt: „Die Augen vor den Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen der Lieferanten zu verschließen, wie es viele Unternehmen lange getan haben und manche noch heute tun, entspricht nicht unseren Vorstellungen von Unternehmensverantwortung.“

„Die Unternehmen dürfen nicht die Augen verschließen“

Das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte von IÖW und future bewertet seit 1994 die Berichterstattung deutscher Unternehmen über ihre sozialen und ökologischen Herausforderungen und Aktivitäten. Sieger im letzten Ranking in der Kategorie „Großunternehmen“ waren BMW, Siemens und BASF, bei den KMU-Berichten standen Neumarkter Lammsbräu, Memo und die Bremer Straßenbahn AG auf dem Treppchen.

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