Stromkosten für Mittelstand steigen 2013 um mehr als 12 Prozent

Veröffentlicht: 16.01.2013

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Die Strompreise erreichen für die mittelständische Wirtschaft 2013 einen neuen Höchststand. Dies belegt der regelmäßig zu Jahresbeginn erstellte unabhängige Strompreisvergleich des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Strom-kosten um durchschnittlich 12,1 Prozent gestiegen. „Die Gründe für die Preisaufschläge liegen vor allem in den politischen Maß-nahmen, die im Zuge der Energiewende ergriffen wurden“, er-klärt Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. „Aktuell ist dies insbesondere die Erhöhung der EEG-Umlage. Die Großhandels-preise sind im Augenblick dagegen sehr niedrig.“

Die steigenden Stromkosten führen nach Auffassung des VEA zu er-heblichen finanziellen Belastungen des Mittelstandes. Dr. Volker Stuke dazu: „Für ein Industrieunternehmen mit einem jährlichen Strombedarf von 4 Mio. kWh führt die Förderung der Erneuerbaren Energien 2013 zu zusätzlichen Kosten von über 200.000 Euro im Jahr. Dies entspricht in etwa den Personalkosten von vier Arbeitsplätzen.“

Nach Ansicht des Verbandes sei die Politik daher gefordert, die Rahmenbedingungen für die mittelständische Wirtschaft bei allen energiepolitischen Maßnahmen verstärkt zu berücksichtigen und gegebe-nenfalls anzupassen. VEA-Geschäftsführer Stuke betont: „Die Energiewende muss erfolgreich bewältigt werden, darf dabei jedoch nicht den Industriestandort Deutschland gefährden.“ Dies sei gerade vor dem Hintergrund der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft nicht zu verantworten.

Der aktuelle VEA-Strompreisvergleich untersucht 50 Netzgebiete, die zusammen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs ausmachen. Ermittelt werden die von den Kunden zu erzielenden Komplettpreise vor Steuern. Nach wie vor liegt der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern mit 14,97 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) deutlich über dem mittleren Preis in den alten Bundesländern (13,69 Ct/kWh). Die günstigsten Netzgebiete sind derzeit VNB Rhein-Main-Neckar in Darmstadt, Stadtwerke Karlsruhe und Stadtwerke Kiel.

Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland sind gleichzeitig auch die Spitzenreiter im Bundesgebiet. Nach der jüngsten VEA-Analyse sind diese das WEMAG Netz in Schwerin, die Stadtwerke Leipzig und die E.ON Avacon (Netzgebiet Sachsen-Anhalt). Ein we-sentlicher Grund für das Ost-West-Preisgefälle sind die deutlich höhe-ren Netznutzungsentgelte in den neuen Bundesländern.

Über den Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA)
Seit über 60 Jahren berät der VEA Unternehmen aus der mittelständischen Wirtschaft und des öffentlichen Sektors in allen Fragen der Energiekostenreduzierung und des Energiemanagements. Mehr als 4.500 Mitglieder im gesamten Bundesgebiet vertrauen auf die hohe Fachkompetenz und Unabhängigkeit des VEA bei der Strom- und Gasbeschaffung, beim Prüfen von Rechnungen und Verträgen sowie der Energie-Effizienz. Die vom Bundesverband veröffentlichten Preisvergleiche geben regelmäßig einen fundierten Überblick über die Preisentwicklungen auf dem Energie- und Wärmemarkt.

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