Silver Worker (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Wegen dem demografischen Wandel sind die Silver Workers für den Mittelstand zunehmend bedeutender. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Silver Workers: Ältere Beschäftigte im Mittelstand

Veröffentlicht: 06.04.2016

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Seit Jahren schreitet er voran in unserer Gesellschaft: der demografische Wandel. Auch die Wirtschaft ist davon stark betroffen. Mittlerweile ist mehr als ein Fünftel der Beschäftigten im deutschen Mittelstand über 54 Jahre alt. Doch die meisten Unternehmen sehen in ihren älteren Mitarbeitern auch viele Vorzüge. Das ist das Ergebnis einer Sonderbefragung des KfW-Mittelstandspanels. Die so genannten Silver Workers genießen demnach eine große Wertschätzung seitens ihrer Arbeitgeber.

„Kein altes Eisen – sondern Tafelsilber“

Mittelständische Unternehmen bauen vor allem auf die Zuverlässigkeit und die Expertise ihrer älteren Mitarbeiter: 62 Prozent beziehungsweise 56 Prozent sehen die ältere Belegschaft diesbezüglich im Vorteil gegenüber den jüngeren Beschäftigten. Dass ältere Mitarbeiter weniger belastbar sind, hält die Mehrheit für ein Vorurteil. Nur 17 Prozent der Mittelständler sehen das so, während mehr als die Hälfte Defiziten bei der Belastbarkeit widerspricht. Weniger deutlich zurückgewiesen wird die Aussage, dass eine ältere Belegschaft, bedingt durch höhere Gehälter und mehr krankheitsbedingte Fehltage, höhere Personalkosten verursacht. 42 Prozent der Mittelständler verneinen diesen Zusammenhang zwar, aber immerhin 25 Prozent stimmen zu.

Ältere Mitarbeiter sollen im Unternehmen gehalten werden

Durch den zunehmenden demografischen Wandel werden die Silver Workers auch zunehmend bedeutender für den Mittelstand. Zur strategischen Fachkräftesicherung gehört es immer mehr, ältere Mitarbeiter länger und produktiv im Unternehmen zu halten. Arbeitsabläufe und -bedingungen müssen angepasst werden, etwa durch altersgerechte, ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen, betriebliche Weiterbildung und Gesundheitsförderung. Jedoch stehen viele Betriebe bei diesen Entwicklungen noch am Anfang. So haben nur etwa 17 Prozent der KMU schon Maßnahmen ergriffen um ältere Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten, weitere 28 Prozent haben Pläne entwickelt.

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, zu den Ergebnissen der Studie: „Der Mittelstand zählt seine älteren Mitarbeiter nicht zum ‚alten Eisen‘ – sondern zum ‚Tafelsilber‘. Um die Stärken älterer Beschäftigter zur Geltung zu bringen, muss jedoch der Wandel der Arbeitswelt vorangetrieben werden. Die Kombination aus Älteren mit wertvollem Erfahrungswissen und Jüngeren mit leichterem Zugang zu neuen Entwicklungen kann Synergien erzeugen und die Produktivität fördern. Die Mittelständler tun deshalb gut daran, jetzt die Weichen zu stellen für ein generationenübergreifendes Arbeitsklima und kontinuierliche Weiterbildung.“

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