Azubi mangel Bayern Foto Karl-Heinz Laube / pixelio.de
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Noch immer dramatisch zu wenig Azubis in Bayern

Veröffentlicht: 31.08.2015

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Die Bewerberlücke in der bayerischen Wirtschaft verharrt auf dramatischem Niveau. Zu Beginn des Ausbildungsjahrs sind in den Betrieben noch geschätzt 25.000 von insgesamt rund 93.000 angebotenen Lehrstellen frei. Damit bleibt bislang mehr als ein Viertel der Ausbildungsplätze in Bayern unbesetzt.

„Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen um jeden Azubi kämpfen. Aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, sie bekommen aber immer weniger Bewerbungen“, sagt Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 46.926 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen in Bayern an, wie aus einer vorläufigen Bilanz der bayerischen IHKs hervorgeht. Dies entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Das Minus beträgt 0,4 Prozent. Auch 2014 meldeten die IHKs in Bayern bereits einen Rückgang der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge um 1,7 Prozent zum Jahresende.

Besonders groß ist der Azubimangel im Handel und in der Gastronomie. Für angehende Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer und Fachverkäufer sind in Bayern noch knapp 7.000 Lehrstellen frei. Im Hotel- und Gaststättengewerbe fehlen noch über 3.000 Azubis als Köche und Hotel- und Restaurantfachleute. Sasse unterstreicht jedoch, dass das Problem quer durch alle Branchen gehe. „Es werden auch noch über 600 angehende Bank- und Versicherungskaufleute und Hunderte Azubis in den Bereichen Fahrzeugbau, Werkzeugtechnik und Energietechnik gesucht“, so der BIHK-Präsident.

„Der Mangel an Ausbildungsbewerbern wird für die bayerische Wirtschaft immer mehr zum Dauerzustand“, beklagt Sasse. „Die fehlenden Azubis von heute sind aber der Fachkräftemangel von morgen. Die Wirtschaft braucht dringend Unterstützung, um die Ausbildung für mehr Jugendliche attraktiv zu machen“, fordert Sasse. Der BIHK-Präsident führt den Bewerberengpass auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie dem Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Bayern seit 2005 um 35 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 46 Prozent.

Insgesamt wurden den Arbeitsagenturen in Bayern dieses Jahr bis Anfang August 92.467 freie Ausbildungsplätze gemeldet. Davon waren zum gleichen Zeitpunkt noch 30.417 Lehrstellen unbesetzt. Gleichzeitig wurden noch 19.436 unversorgte Ausbildungsbewerber verzeichnet. Damit kommen rein rechnerisch auf jeden unversorgten Bewerber mehr als 1,5 freie Lehrstellen.

Insgesamt sind rund 32.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Bayern in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Mehr als 2.500 freie Lehrstellen in Bayern mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.

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