München wird immer mehr zum bedeutenden Tech-Hub in der Startup-Szene. (Foto: Petra Dirscherl/pixelio.de)

München wird zum kleinen Silicon Valley

Veröffentlicht: 16.11.2015

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In der bayerischen Landeshauptstadt entsteht seit einigen Jahren eine besonders aktive Tech-Startup-Szene. Das geht aus dem europäischen Techup-Report des Venture-Capital-Unternehmen Atomico hervor. In dem Report machen die Autoren die wachsende Techup-Szene unter anderem an der steigenden Anzahl der Tech-Meetups pro Stadt fest. Unter Tech-Meetups versteht man regelmäßige Treffen der Gründer, speziell in der Technologiebranche, bei denen sie sich austauschen und Kontakte knüpfen können. Mit 191 Tech-Meetups in 2015 im Vergleich zu 63 Tech-Meetups 2013 kann München dabei auf einen Anstieg von 74 Prozent blicken. Das ist der größte Anstieg im Vergleich zu anderen europäischen Städten in diesem Bereich. Die dreitägige Bits&Pretzels-Konferenz ist nur ein Beispiel für die vielseitigen Möglichkeiten zur Vernetzung der Gründerszene in München. Das Gründer-Event fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt und entwickelt sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Unternehmer. Dort treten erfolgreiche Gründer wie Peter Hamilton von der Dating-App Tinder oder Phil Libin von der Software-Anwendung Evernote auf und inspirieren die jungen bayerischen Startup-Unternehmer.

„Nur 12 Prozent der Gründer wollen noch ins Valley ziehen“

Und auch insgesamt blickt der Report auf eine positive Entwicklung der europäischen Startup-Szene im Technologiebereich. Bei der Vorstellung der Studie erklärten die Autoren gleich zu Beginn: „Nach einer der umfangreichsten Studien zur Europäischen Tech-Branche, die es je gegeben hat, ist uns klar: 2015 war das Jahr des Durchbruchs, in dem unsere wichtigsten Hubs ein neues Level erreicht haben.“ Ganz Europa wird für die Gründer als Standort für immer attraktiver. Auf die Frage „wenn du neu anfangen würdest, wo würdest du dein Unternehmen gründen und aufbauen?“ antworteten 62 Prozent der europäischen Gründer, dass sie genau dort bleiben würden, wo sie heute sind. 17 Prozent sprachen sich für eine andere europäische Stadt aus und nur 12 Prozent gaben an, ins Silicon Valley ziehen zu wollen. München liegt im gesamten Ranking der beliebtesten Standorte für Tech-Startups auf Platz 6 in Europa. Die Startup-Szene ist in jeder Hinsicht am Wachsen, was auch an der Einstellung der Europäer liegt. Laut der Studie ist Unternehmertum wieder ein gesellschaftlich akzeptiertes Berufsbild. Immer mehr junge Menschen verlassen etablierte Unternehmen, um selbst zu gründen: „Ein Unternehmer zu sein steht jetzt ganz oben unter den Karrierezielen“, sagt etwa Brent Hoberman vom Founders Forum.

Das Geschlechterverhältnis bei den Gründern ist unausgewogen

Doch die Studie widmet sich auch den kritischen Seiten der Startup-Szene in Europa. Beispielsweise sind nur 11 Prozent der Startup-Unternehmer weiblich. Das ist eine erschreckend aber erwartet niedrige Zahl. Und auch ansonsten gibt es noch Herausforderungen für die europäische Tech-Branche. Die einzelnen Startup-Hubs sind unzureichend miteinander vernetzt und es gibt nur wenig Austausch über Landesgrenzen hinweg. Außerdem könnten auch die einzelnen europäischen Länder mehr dafür tun, Tech-Talente aus aller Welt anzulocken und das Gründen auch für sie attraktiv zu machen. Insgesamt ist das Fazit der Studie jedoch ein durchaus positives: „Die Daten zeigen uns, dass 2015 ein erfolgskritischer Zeitpunkt für ein europäisches Ökosystem ist, das sich sehr anders anfühlt als noch in 2010. Unsere gemeinsame Herausforderung ist es, sicherzustellen, dass wir dasselbe in fünf Jahren auch über 2020 sagen können.“

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