IHK: Bayerische Wirtschaft beginnt zu schwächeln

Veröffentlicht: 24.10.2014

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Für die kommenden Monate haben die bayerischen Unternehmen ihre Geschäftserwartungen sehr deutlich nach unten korrigiert. Die Aussichten für das Wachstum der Weltwirtschaft haben sich – auch aufgrund der schwächeren Entwicklung Europas und der politischen Krisen wie in der Ukraine, in Syrien und im Irak – eingetrübt. Gleichzeitig erfüllt sich auch die Hoffnung auf eine kräftige Belebung der Inlandsnachfrage – also der Investitionen und des privaten Konsums – nicht. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter knapp 4.000 Unternehmen.

Gemessen am BIHK-Konjunkturindex, der Lageurteile und Geschäftserwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, ist die Stimmung der bayerischen Wirtschaft gegenüber Mai von 129 auf 121 ‎Punkte und damit den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren gesunken. Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt von 109 Indexpunkten ist dies allerdings immer noch eine gute Bewertung.

„Ein ausgeprägter Konjunktureinbruch ist aber derzeit nicht zu erwarten“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen bei einer Pressekonferenz in München. Für Stabilität sorgt insbesondere der Arbeitsmarkt. Zwar wollen die Unternehmen weitestgehend auf Neueinstellungen verzichten, die überwiegende Mehrheit plant jedoch auch keinen Stellenabbau. Der private Konsum dürfte damit die Entwicklung stützen.

Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate haben sich allerdings quer durch ‎alle Branchen hinweg stark eingetrübt. Nur noch rund jedes fünfte Unternehmen rechnet mit einer Belebung, während 12 Prozent von einer Eintrübung ‎ausgehen. Gemessen am Saldo sind die Geschäftserwartungen von 22 auf 8 Punkte ‎im Vergleich zum Frühjahr eingebrochen. Die Aussichten sind auch sehr viel niedriger als ‎vor Jahresfrist: Im Herbst 2013 lag der Saldo bei 18 Punkten und deutete auf ein ‎höheres Wachstum als aktuell hin. ‎

„Um unseren derzeitigen Wohlstand zu sichern, brauchen wir Investitionen und Innovationen sowohl von Seiten der Unternehmen als auch des Staates“, erläuterte Driessen. Eine verlässliche wettbewerbs- und innovationsorientierte Wachstumspolitik sei hierfür die Voraussetzung. „Die Politik muss die Bevölkerung immer wieder von der Notwendigkeit von Veränderungen überzeugen und klar für Zukunftsinvestitionen eintreten“, forderte Driessen.
Anstatt in Zukunft zu investieren, habe die Regierung mit der Mütterrente, dem flächendeckenden Mindestlohn und der Rente mit 63 jedoch einen sozialpolitisch motivierten Kurs der Einkommensumverteilung eingeschlagen. „Wer ‎im Inland auf einen solchen sozialpolitischen Ausgabenkurs ‎setzt, braucht sich nicht wundern, wenn uns Investoren die kalte Schulter zeigen und EU-Länder wie Italien ‎oder Frankreich Forderungen nach Strukturreformen einfach ignorieren“, so Driessen abschließend.

Bildnachweis: Annamartha / pixelio.de

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