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Der Gehaltsunterschied zwischen Mittelstand und Konzernen verringert sich - die Mittelständler ziehen nach (Bild: Pixabay)

Gehälter im Mittelstand passen sich Konzernen an

Veröffentlicht: 10.04.2018

Die durchschnittlichen Gehälter bei mittelständischen Unternehmen steigen tendenziell und passen sich somit langsam den Gehältern in Großkonzernen an. Dies geht aus dem aktuell veröffentlichten „Gehaltsatlas Mittelstand“ hervor, den das Gehaltsvergleichsportal Gehalt.de für die FAZ aus knapp 555.000 Gehaltsdaten zusammengefasst hat. In Zeiten von knappen Fachkräften spiegelt sich darin auch der Kampf um die besten Mitarbeiter wider.

Konkurrenz mit Konzernen erhöht Gehälter

Denn nach Angaben des Geschäftsführers des Unternehmens Gehalt.de, Philip Bierbach, sind die großen und einflussreichen Unternehmen maßgeblich als Treiber für die hohen Gehälter verantwortlich: „Wenn Großunternehmen mit hohen Gehältern locken können, muss das kleinere Unternehmen in der Nachbarschaft, das um dieselben Mitarbeiter wirbt, ebenfalls ein attraktives Gehalt zahlen,“ so Bierbach.

Typisch ist diese Entwicklung gerade in großen Städten mit einer hohen Konzerndichte: So müssen die lokalen Mittelständler in Frankfurt, Stuttgart oder München relativ hohe Gehälter zahlen, um als Arbeitgeber gegenüber den ansässigen großen Konzernen attraktiv zu bleiben. Im Umkehrschluss fallen die Löhne und Gehälter in Regionen mit wenigen Konzernansiedlungen, wie beispielsweise in Dresden, Leipzig oder Berlin, deutlich niedriger aus.

Arbeitgeber müssen sich attraktiv positionieren

Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass beim Kampf um Spezialisten und High Potentials qualifizierte Arbeitnehmer mittlerweile große Verhandlungsmacht haben und sich den für sie vermeintlich besten Job aussuchen können. Unternehmer sind hier stark gefordert, sich zu überlegen wie sie bei den Kandidaten punkten können. Recruiter sollten sich eher als Dienstleister und die Kandidaten als Kunden verstehen. Ähnlich hohe Gehälter wie bei Wettbewerbern und die Gewährung von geldwerten Vorteilen sind ein erster Schritt für Mittelständler, um als Arbeitgeber attraktiv zu wirken. Daneben ist auch Employer Branding ein wichtiger Faktor, um sich vom Wettbewerb hervorzuheben und Besonderheiten des Unternehmens bei Kandidaten klar zu adressieren.

„Der noch immer anhaltende Kampf um die besten Köpfe hat sich massiv auf das Gehaltsgefüge vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen ausgewirkt. Arbeitgeber sollten nicht den Kopf in den Sand stecken und abwarten, bis diese Phase vorübergeht,“ betont auch Martin Krill, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung GmbH.

Für die Unternehmen ist nach dem Gewinnen der richtigen Köpfe letztendlich auch die langfristige Bindung der Angestellten an das Unternehmen entscheidend, um personell bestmöglich aufgestellt zu sein und um sich vom Wettbewerb abzuheben. Dies ist gerade bei Führungskräften oft schwierig. Hier hinkt der Mittelstand noch den Großkonzernen hinterher: Die Vergütung von Führungskräften in Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern liegt durchschnittlich bei 95.000 Euro im Jahr. Für Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern ergibt sich beim Gehaltsvergleich auf Managementebene dagegen im Schnitt ein Gehalt von 164.000 Euro im Jahr.

Wie die Gehälter konkret im Mittelstand je nach Branche und Region aussehen finden Sie unter: https://www.gehalt.de/einkommen/suche/mittelstand

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